Georg von Dyherrn
Georg Freiherr von Dyherrn (auch Georg von Dyhrn; * 1847 in Glogau, Landkreis Glogau, Provinz Schlesien; † 29. September 1878 in Rothenburg/Oberlausitz) war ein deutscher Dichter und Novellist.
Familie und Studium
Dyherrn entstammte dem schlesischen Adelsgeschlecht der Freiherren und Grafen von Dyhrn. Seine Eltern waren Heinrich Wilhelm Freiherr von Dyherrn und Freifrau Henrietta, geb. Huffnagel. Er war nicht verheiratet und hatte keine Nachkommen.
Dyherrn studierte in Breslau Theologie, ging dann zur Rechtswissenschaft über, entsagte aber wegen einer schweren Lungenkrankheit der juristischen Karriere und widmete sich der schriftstellerischen Laufbahn. Infolge der Erkrankung zog er nach Rothenburg/Oberlausitz, wo sein Bruder Julius Freiherr von Dyherrn als Bürgermeister eingesetzt war, um sich auszukurieren.[1] Er starb am 29. September 1878 in Rothenburg. 1875 war er zur katholischen Kirche übergetreten.
Werke (Auswahl)
- In stiller Stund, Gedichte (Berlin 1870)
- Dem Kaisersohn ein Lorbeerblatt, Zeitgedichte (Breslau 1871)
- Miniaturen. Lieder zum Komponieren (Breslau 1873)
- Tang und Algen. Aus der Flut des Lebens gesammelt (Leipzig 1876)
Aus seinem Nachlass erschienen u. a.
- Auf hoher Flut (Breslau 1880)
- Aus der Gesellschaft (Breslau 1880)
- Bilder und Skizzen aus Oberammergau ... (Breslau 1881)
- Höhen und Tiefen (Freiburg 1881, 2 Bde.)
- Aus klarem Born (Freiburg 1882)
Seine Gesammelten Werke umfassen 6 Bände (Freiburg 1879–82).
Vertonungen von Dyherrns Werken
Erik Meyer-Helmund vertonte 1886 eines der bekanntesten Gedichte von Dyherrns, Das Zauberlied, als Lied für Sopran/Tenor mit Klavierbegleitung. Aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liegen verschiedene Einspielungen dieses Werkes vor, darunter mit Lotte Lehmann, Joseph Schmidt, Elisabeth Schumann, Franz Völker und Richard Tauber. Luise Adolpha Le Beau komponierte auf Gedichte von Dyherrn 5 Lieder für eine Bariton oder Mezzo-Sopran-Stimme op. 11, erschienen 1880 bei Paul Voigt. Mit „Kornblumen und Haidelkraut“ bzw. „Der Spielmann“ hatte sie große Erfolge.
Einzelnachweise
- ↑ Dr. Stefan Menzel, Rudolf Henke: Rothenburg/OL im Kreise seiner Partner - Zum Jubiläum. Hrsg.: Stadtverwaltung Rothenburg/O.L. 1. Auflage. Rothenburg/O.L. 1993.