Georg Vogel (Musiker)

Georg Vogel (* 1988 in Salzburg) ist ein österreichischer Jazz- und Improvisationsmusiker (Piano, Komposition), Instrumentenbauer und Musiktheoretiker, der vor allem durch seine Experimente mit mikrotonaler Intervallik bekannt wurde.[1]

Leben und Wirken

Vogel, der in Salzburg aufwuchs, erhielt seit 1995 klassischen Klavierunterricht und besuchte das dortige Musische Gymnasium.[2] Von 2007 bis 2011 studierte er an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien Jazzpiano und Komposition und schloss mit dem Bachelor mit Auszeichnung ab. Er absolvierte Workshops bei Jim Black, George Garzone, Ralph Alessi und Drew Gress.[3]

Seit der Schulzeit beschäftigt Vogel sich mit alternativen Stimmungssystemen, die auf der reinen Stimmung und auf mitteltönigen Viertelkomma-Stimmungen aufbauen. Er baute auch entsprechende Instrumente, darunter das M-Claviton-Keyboard, bei dem die Oktave in 31 Töne (statt zwölf) unterteilt und dank mehrfach geteilter Obertasten anspielbar ist.[1]

Vogel gründete zunächst Flower als Trio mit Raphael Preuschl am Bass und Michael Prowaznik am Schlagzeug; dort entstand nach dem gleichnamigen Album (2011) das Album Duft (2013). Das Projekt Dsilton beschäftigte sich mit Improvisationen im 31-Töne-System, zunächst im Duo mit David Dornig, seit mehreren Jahren im Trio mit Valentin Duit (Schlagzeug). 2018 legte er als Mitschnitt vom Moers Festival ein erstes Soloalbum vor,[1] dem weitere Soloalben folgten. Im Trio Tree mit Andreas Waelti am Kontrabass und Michael Prowaznik am Schlagzeug spielt Vogel einen mikrotonalen Flügel, zu hören auf den Alben Between a Rock and a Hard Place (2019) und Y (2022).[4][5] Im Trio GeoGeMa mit Gerald Preinfalk am Saxophon und dem Brasilianer Matheus Jardim am Schlagzeug schreibt Preinfalk die Kompositionen, über die improvisiert wird, wobei Vogel ein M-Claviton mit einer vierteltönigen Stimmung einsetzt.[6] Im GVT Trio mit Robin Gadermaier und Aaron Thier entstand das Album Narrisch (2023). Vogel gehört zudem zum Quintett von Max Nagl (Pdorvk, Phasolny) und zum Ensemble von Florian Klinger (One).

In Vogels kompositorischem Schaffen lassen sich bisher vier Stränge unterscheiden: Die Bildung sogenannter Transpositionsmuster eines 31-tönigen Spektralakkords, Die Transkription von Text in Musik bzw. Ton, die systematische Erforschung des 31-Tonraumes und schließlich die 12-Tonkomposition mit 31 Tönen.[2]

Preise und Auszeichnungen

Vogel gewann 2009 und 2010 beim Fidelio-Wettbewerb der MUK. 2019 erhielt er das Jahresstipendium für Musik der Landesregierung Salzburg und 2024 den Förderungspreis für Musik der Stadt Wien.[3]

Einzelnachweise

  1. a b c Andreas Felber: 5 Millionen Pesos: Georg Vogel. In: Oe1. 2. Juni 2019, abgerufen am 31. Oktober 2025.
  2. a b Albert Drägerdt: Georg Vogel – Vielgestaltig – Mikrokosmos. In: musicaustria.at. 27. Februar 2022, abgerufen am 31. Oktober 2025.
  3. a b Georg Vogel. In: Musikdatenbank von mica – music austria. Abgerufen am 31. Oktober 2025.
  4. Rolf Thomas: Tree Y (Unit). In: Jazz thing. 17. November 2022, abgerufen am 23. Oktober 2025.
  5. Andreas Waelti, Georg Vogel und Michael Prowaznik in Aktion: Tree im Mai 2022 im Wiener RadioKulturhaus. In: Oe1. 29. August 2022, abgerufen am 31. Oktober 2025.
  6. Gerald Preinfalks neues Trio GeoGeMa. In: Oe1. 10. Mai 2020, abgerufen am 31. Oktober 2025.