Georg Tuxhorn

Georg Tuxhorn (* 8. Mai 1903 in Bielefeld; † 8. Oktober 1941 ebenda) war ein deutscher Kunstmaler; er wird der „Bielefelder Moderne“ (1907–1926) zugerechnet.[1]

Leben

Georg Tuxhorn war der jüngste Sohn des gelernten Drehers Adolf Tuxhorn (1869–1954) und seiner Frau Emma Tuxhorn (1873–1965), geborene Strunk, in der Wittekindstraße 2a in Bielefeld geboren. Sein Vater wurde im folgenden Jahr Teilhaber der 1901 von Heinrich Welland gegründeten Armaturen- und Maschinenfabrik in Bielefeld-Brackwede. Dort bezog die Familie 1904 ein Haus. Georgs Bruder Otto (1894–1944) gründete im Jahr 1919 mit seinem Bruder Paul (1894–1944) die „Gebr. Tuxhorn OHG“, die ebenfalls Armaturen herstellte. Ein weiterer Bruder, Adolf (1898–1902), starb bereits im Kindesalter.

Ab 1919 besuchte Georg Tuxhorn die Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld und im Anschluss die Kunstakademien Dresden und Düsseldorf. 1923 kehrte er nach Bielefeld zurück. 1924 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Otto Fischer. Ein Rezensent urteilt, „Tuxhorn ist ein Werdender, ein mit sich Ringender, der den zwar deutlich spürbaren Einflüssen seiner Lehrer und Vorbilder eine im Grund doch wenig schmiegsame, weil eigenwüchsige und bodenständige Natur von westfälischer Schwere und Festigkeit des Umrisses entgegenzustellen hat (...). Die Entwicklung des Künstlers wird am deutlichsten in seinen Selbstbildnissen. Eines von 1921 ist ganz in wildströmende Farbe getaucht, traumschwer aus dem Dunkel lodernd, überwältigt vom farbigen Erlebnis, wie es auch das hingegebene Gesicht mit geschlossenem Auge verrät. Ein zweites von 1922 (Holzschnitt) in sicherer, kräftiger Holzschnitt-Technik, zeigt gebändigtere Kraft. Ein drittes (Ölgemälde wie das erste) ist fast zu sachlich, klar und objektiv. Der Mensch dieses Bildes steht sich selbst kühl beobachtend und unromantisch gegenüber.“[2] Nach einem Studienaufenthalt in Düsseldorf ließ er sich 1928 als freischaffender Künstler in Bielefeld nieder.[3]

„Tuxhorns Farben werden ruhiger und gedeckter, seine Malerei orientiert sich zudem stark an realistischen Tendenzen der Kunst dieser Jahre und verrät nichts mehr von seinem expressionistischem Frühwerk.“

David Riedel

Ab Oktober 2016 fand eine Ausstellung mit Werken des vor 75 Jahren verstorbenen Künstlers im Böckstiegel-Haus statt.[4] Ein großer Teil des Nachlasses des Künstlers befindet sich seit dem Herbst 2022 im Museum Peter August Böckstiegel in Werther. Für den Herbst 2026 wird dort eine Ausstellung des Künstlers vorbereitet.

Werke (Auswahl)

  • 1919: Weiblicher Akt, Öl auf Leinwand, Privatbesitz, Bielefeld
  • 1922: Selbstbildnis, Tusche auf Papier, Sammlung Frieder Gerlach, Konstanz
  • 1924: Selbstbildnis. Öl auf Leinwand, Kunsthalle Bielefeld
  • um 1925: Brackwede, Öl auf Leinwand, Privatbesitz
  • 1927/1929: Baltin. Öl auf Leinwand, LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster[5]
  • um 1925: Selbstbildnis, Kohle auf Papier, Privatbesitz
  • 1928: Sennelandschaft, Aquarell auf Papier, Osthaus Museum, Hagen
  • 1929: Neue Ausmalung der Süsterkirche, Wandmosaik im Chorraum.[6]
  • 1933: Landschaft, Aquarell über Tusche auf Karton, Lehmbruck Museum, Schenkung aus der Duisburger Eisenindustrie

Literatur

  • David Riedel: Georg Tuxhorn – auf den Spuren eines Künstlers der „Bielefelder Moderne“. In: Ravensberger Blätter. Nr. 2, 2016, S. 18–37.
  • David Riedel: Stein an Stein. Das Mosaik von Georg Tuxhorn in der Süsterkirche. In: Bielefelder Edition. Nr. 10, 2018.
  • Tanja Pirsig-Marshall: Georg Tuxhorn. Baltin. In: Das Kunstwerk des Monats. Herausgegeben vom LWL-Museum für Kunst und Kultur, September 2023.
Commons: Georg Tuxhorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bielefeld: „Westfälischer Expressionismus“. In: wa.de. 28. Oktober 2010, abgerufen am 23. Juli 2018.
  2. Dr. Hav(ekost): Kunstsalon Fischer. Ausstellung Georg Tuxhorn. In: Westfälische Neueste Nachrichten. Bielefeld 27. September 1924.
  3. Uta Jostwerner: Ein wichtiger Vertreter der Bielefelder Moderne. Der Kunsthistoriker David Riedel würdigt den Künstler Georg Tuxhorn in einer Biografie. (PDF) Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juli 2018; abgerufen am 23. Juli 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.museumpab.de
  4. Hochverehrt und unbezahlbar. In: Presse Peter-August Böckstiegel-Haus / LoCarl. 27. Juni 2016, abgerufen am 23. Juli 2018.
  5. Georg Tuxhorn - Eine Wiederentdeckung. Abgerufen am 11. September 2023.
  6. Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Bielefeld reformierte-gemeinde-bi.de