Georg Reinhold Schönfelder

Georg Reinhold Schönfelder (* 5. September 1841 in Bautzen; † 23. September 1920 in Blasewitz) war erster Direktor des Königlichen Lehrerseminars in Auerbach/Vogtl. Er leitete die Einrichtung von ihrer Gründung im Jahr 1876 bis zu seiner Pensionierung zu Michaelis 1905 und prägte maßgeblich die Ausbildung von Volksschullehrern im Königreich Sachsen während der späten Kaiserzeit.

Leben

Schönfelder stammte aus der Oberlausitz. Er wurde zunächst Hilfslehrer an der Vorstadtschule, 1864 14. Lehrer und 1872 Oberlehrer am Gymnasium in der Stadt Zwickau, wo er als Mathematiklehrer tätig war.

Im Zuge der Erweiterung der sächsischen Lehrerbildungslandschaft wurde er von der sächsischen Kultusbehörde beauftragt, das neu gegründete Königliche Lehrerseminar in Auerbach/Vogtl. aufzubauen und zu leiten. Gleichzeitig wurde er zum Oberlehrer ernannt. Im Frühjahr 1876 begann Schönfelder mit der organisatorischen Vorbereitung der neuen Bildungseinrichtung. Dazu gehörten die Auswahl des Lehrpersonals, die Erstellung von Unterrichtsplänen und die Einrichtung geeigneter Unterrichtsräume im vogtländischen Auerbach. Am 7. Mai 1876 wurde das Seminar offiziell eröffnet. Unter seiner Leitung standen dort zunächst 47 Seminaristen und sechs männliche Lehrkräfte. Das neue Seminargebäude, das 1878 in Auerbach fertiggestellt wurde, umfasste sechs Klassenräume.

Unter Schönfelders Leitung entwickelte sich das Lehrerseminar zu einer festen Institution der sächsischen Lehrerbildung vor allem im Bereich Westsachsen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde diese Bildungseinrichtung baulich erweitert, was die steigende Bedeutung des Seminars widerspiegelte. Schönfelder blieb bis 1905 Direktor des Seminars und trat dann in den Ruhestand, den er hauptsächlich in der Nähe von Dresden verbrachte, wo er 1920 in Loschwitz starb.