Georg Opitz (Pädagoge)
Georg Opitz (* 18. November 1921 in Lindau; † 23. Juni 1987 in Dessau) war ein deutscher Pädagoge und Regionalhistoriker in der DDR.
Leben und Werk
Opitz besuchte in Dessau, wohin sein Vater beruflich versetzt worden war, das Hauptmann-Loeper-Gymnasium, das heutige Philanthropinum Dessau. Einer seiner Lehrer war der Heimatforscher Franz Brückner, der ihm wohl die Liebe zur Stadt Dessau vermittelte. Nach dem Abitur wurde Opitz 1941 zur Wehrmacht eingezogen. Er nahm am Zweiten Weltkrieg teil und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft.
Nach der Entlassung durchlief er ab 1949 eine Ausbildung zum Neulehrer, und ab 1950 arbeitete er in Dessau als Neulehrer für Russisch. Nachdem er 1955 zum Russischlehrer attestiert worden war, arbeitete er an der Goethe-Oberschule III, der späteren EOS Philanthropinum. Daneben absolvierte er an der Pädagogischen Hochschule Potsdam ein Fernstudium. 1969 promovierte er an der Martin-Luther-Universität Halle zum Thema Die Beziehungen zwischen Anhalt-Dessau und Russland in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum Dr. phil.
Ab 1969 war er neben seiner Lehrertätigkeit Direktor des Dessauer Kreiskabinetts für Weiterbildung. Er widmete sich intensiv der Regionalgeschichte. U. a. betrieb er in den 1960er Jahren in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden umfangreiche Recherchen zu Christian Heinrich Wolke.[1] Mit dem Direktor seiner Schule, Siegfried Dohnert (1929–1987), gab er ab 1969 die regionalgeschichtliche Schriftenreihe Zwischen Wörlitz und Mosigkau heraus, von der 32 Hefte erschienen. Auch als das noch wenig Resonanz erfuhr, setzte er sich vehement für die Bewahrung des Bauhaus-Erbes ein.
Nachdem das Gebäude des Bauhauses rekonstruiert und dort 1976 unter dem Amt für industrielle Formgestaltung das Wissenschaftlich-Kulturelle Zentrum Bauhaus Dessau eingerichtet worden war, wurde er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Architektur der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar eingestellt. Er hatte seinen Arbeitsplatz jedoch im Bauhausgebäude und wurde 1977 zum Direktor des Zentrums berufen. Er machte eine Vielzahl von Führungen, hielt Vorträge, schrieb Aufsätze und Essays, sammelte Material zum Bauhaus, u. a. hunderte von Unikaten, knüpfte Kontakte zu Lehrern und Schülern des Bauhauses, organisierte Seminare und Ausstellungen zum Bauhaus.
1986 ging er in die Altersrente. Seitdem engagierte er sich weiter als Regionalhistoriker.
Opitz wurde 1986 mit dem Wilhelm-Müller-Kunstpreis der Stadt Dessau geehrt.
Publikationen (unvollständig)
Als Herausgeber
- Das Bauhaus in Dessau. Bauhausbauten und Werkstattarbeiten. Acht Fotos nach Aufnahmen von Roger Rössing. H. C. Schmiedicke Kunstverlag, Leipzig 1982.
Als Mitautor und -Redakteur von Publikationen der Schriftenreihe Zwischen Wörlitz und Mosigkau
- Dessau-Wörlitzer Kulturlandschaft (1970)
- Berühmte Persönlichkeiten (1970)
- Luisium (1970)
- Dessau – Stadt im Grünen (1972) Foto
- Dessau – Die Stadt an Mulde und Elbe (1979)
- Dessauer Tore und Stadtmauern (1987)
- Dessau. 775 Jahre 1213–1988. (1988)
Literatur
- Bernd Grönwald: Georg Opitz 1921–1987. In: form+zweck 5/1987, S. 2.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Carsten Zelle: Das Achtzehnte Jahrhundert. Wallstein Verlag, Jahrgang 41/1, 2017, S. 71.