Georg Ludwig Karl Kopp
Georg Ludwig Karl Kopp (auch Georg Ludwig Kopp; * 15. März oder 25. März 1773 in Aschaffenburg; † 1. Oktober 1834 in Eichstätt oder Aschaffenburg) war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Kirchenrechtler. Er war eng mit Kurfürst Karl Theodor von Dalberg verbunden.
Leben
Kopp war Sohn des Stadtsyndikus und Hofrats Rudolf Kopp. Er wuchs bei einem Onkel auf und absolvierte das Aschaffenburger Gymnasium. Bereits 1786 erhielt er eine Präbende am Aschaffenburger Kollegiatstift, studierte zunächst Philosophie an der Universität Fulda, dann Theologie an der Universität Mainz und schließlich von 1794 bis 1796 Rechtswissenschaft an der Universität Würzburg, wobei er sich insbesondere dem Staats- und Kirchenrecht widmete. Anschließend ging er an die Universität Wien und Universität Salzburg. Am 20. April 1799 empfing er die Priesterweihe.
Kopp, Kapitular am Stift in Aschaffenburg, wurde 1801 Assessor am geistlichen Gericht in Aschaffenburg. 1804 beförderte ihn der Kurfürst Karl Theodor von Dalberg zum wirklichen Geistlichen Rat am Mainzer Generalvikariat, das zu dieser Zeit seinen Sitz in Aschaffenburg hatte, außerdem wurde er 1805 Mitglied der Oberschul- und Studienkommission, wobei sein Verdienst die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Volksschullehrer war. Kurfürst Dalberg ernannte ihn 1807 zu seinem Hofkaplan. Als solcher begleitete er den Kurfürsten 1807 nach Paris, 1813 nach Konstanz und in die Schweiz. 1812 wurde er von Dalberg zum Direktor der Normalschule von Aschaffenburg und Visitator der Schulen im Fürstentum Aschaffenburg, 1813 zum Geheimrat ernannt und mit dem Ritterkreuz des Concordienordens ausgezeichnet. In dieser Zeit wurde er schriftstellerisch aktiv. Er war dabei um die Reform des Kirchen- und Schulwesens bemüht.
Kopp war nach dem Rücktritt Dalbergs, mit dem er bis zu dessen Tod in regem Austausch stand, zunächst als Kommissar für die Pfarrregulierung in Frankfurt zuständig. Als 1821 das Bischöfliche Ordinariat aufgelöst wurde, zog sich Kopp aus der Kirchenverwaltung zurück. Er übernahm das Amt des Leiters der Volksschulen in Aschaffenburg. 1830 wurde er durch König Ludwig von Bayern zum Dekan des Domkapitels des Bistums Eichstätt berufen. Er übte das Amt bis 1834 aus und gab sein Amt aufgrund seiner sich verschlechternden Gesundheit auf. Er kehrte nach Aschaffenburg zurück und suchte in Kissingen und Weilbach Heilung. Seine Gesundheit wurde jedoch immer schwächer. Sein Erbe vermachte er dem Aschaffenburger Armenwesen.
Werke (Auswahl)
- Das kirchliche Cölibatgeboth in seinen Verhältnissen zur Religion, Sittlichkeit und Politik mit einem Anhange der Geschichte alles dessen, was sich auf dem Concil zu Trient, in Beziehung auf die Frage über die Priesterehe zugetragen hat, woraus man die Gründe ihrer Verwerfung einsieht; und einem Abriß der Geschichte des Cölibats von seiner Einführung bis zu unsern Zeiten, 1811.
- Ideen zu der Organisation der teutschen Kirche: ein Beitrag zum künftigen Konkordat, Andrä, Frankfurt am Main 1814.
- Die Volksschulverfassung im Königreiche Baiern oder vollständige Sammlung aller über das Volksschulwesen im Königreiche erlassenen königl. Gesetze und Verordnungen, Stahel, Würzburg 1816.
- Das Königlich Baierische Concordat mit dem römischen Stuhle erläutert nach den Grundsätzen des Kirchenrechts und den Bedürfnissen der Landes-Kirche, Andrä, Frankfurt am Main 1818.
- Die katholische Kirche im neunzehnten Jahrhunderte und die zeitgemäße Umgestaltung ihrer äusseren Verfassung: mit besonderer Rücksicht auf die in dem ehemaligen Mainzer, später Regensburger Erzstifte hierin getroffenen Anstalten und Anordnungen, Kupferberg, Mainz 1830.
- Der Herr Cardinal-Dekan Pacca in Rom und das Buch: Die katholische Kirche im 19. Jahrhunderte, Kupferberg, Mainz 1833.
Literatur
- Kopp, Georg, Ludwig Karl. In: Franz Karl Felder: Gelehrten- und Schriftsteller-Lexikon der deutschen katholischen Geistlichkeit, Band 1, Thomann, Landshut 1817, S. 409.
- Georg Ludwig Kopp. In: Neuer Nekrolog der Deutschen, 12. Band auf das Jahr 1834, 2. Theil, Voigt, Weimar 1836, S. 801–807.
- Johann Friedrich von Schulte: Kopp, Georg Ludwig Karl. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 680 f.