Georg Korn (Medizinhistoriker)
Georg Korn (* 6. April 1864 in Danzig, Königreich Preußen; † 15. September 1922 in Berlin[1]) war ein deutscher Arzt, Publizist und Medizinhistoriker.
Leben und Wirken
Georg Korn stammte aus einer jüdischen Medizinerfamilie.[2][3] Er besuchte das Köllnische Gymnasium in Berlin und studierte anschließend Medizin, Geschichte und Literatur in Berlin, Leipzig, Bonn und München. 1891 promovierte er zum Dr. med. in Berlin. Danach unternahm er längere Reisen durch verschiedene Länder Europas. Zwischen 1899 und 1902 veröffentlichte er mehrere medizin- und gesundheitshistorische Bücher.
Seit 1903 war Korn einer der Redakteure der liberalen Wochenzeitung Die Welt am Montag.[4][5] Anfang 1904 schrieb er eine fiktive Neujahrsansprache des Kaisers Wilhelm II., die pazifistisch und sozial gerecht ausgerichtet war.[6] 1906 wurde er wegen Verleumdung des Provinzialschulrats Ullmann zu drei Monaten Haft verurteilt.[7] Danach setzte er seine Tätigkeit als verantwortlicher politischer Redakteur bis 1909 fort.[8] 1911 wohnte Korn in Halensee bei Berlin in der Georg-Wilhelm-Straße 21.[9] 1921 lebte er in Kreuzberg.[10]
Korn starb unverheiratet 1922 im Alter von 58 Jahren in einem Berliner Krankenhaus.[1]
Publikationen
- Joseph-Ignace Guillotin. Ein Beitrag zur Geschichte der Medicin und des ärztlichen Standes, Berlin 1891, Dissertation[11]
- Volksgesundheitspflege und Irrenwesen im neunzehnten Jahrhundert, Cronbach, Berlin 1899
- Die Heilkunde im neunzehnten Jahrhundert, Cronbach, Berlin 1899
- Der Arzt, 1901
- Allgemeine Gewerbehygiene, 1902
- Handbuch der Geschichte der Medizin, 1902
Wahrscheinlich auch
- Katechismus des Kulturmenschen, Cronitzer, Berlin 1891 (Digitalisat)[12]
Literatur
- Wer ist's? 1911. S. 770
Einzelnachweise
- ↑ a b Sterbeurkunde Nr. 2853 vom 16. September 1922, Standesamt Berlin XIII B. In: ancestry.de (kostenpflichtig). Abgerufen am 25. Oktober 2025.
- ↑ Wer ist's? 1911, S. 770, mit kurzen biographischen Angaben
- ↑ Renate Heuer, Biographia Judaica. Verzeichnis jüdischer Autoren deutscher Sprache, Band 1, 1981, S. 220 (kurze Auszüge), zur jüdischen Herkunft
- ↑ Hans Gerrit Schulte, Der Publizist Hellmut von Gerlach (1866–1935), München 1988, S. 305 (kurze Auszüge), und weitere Informationen über seine Tätigkeit bei der Welt am Montag
- ↑ Berlin und die Berliner, Bielefelds, Karlsruhe 1905, S. 210, erwähnte Georg Korn als Redakteur der Welt am Montag
- ↑ Stefanie Oswalt, Siegfried Jacobsohn. Ein Leben für die Weltbühne, 2000, S. 74, Anm. 44 (kurze Auszüge), am 4. Januar 1904; im Buch sind weitere Informationen über Georg Korns Tätigkeit bei der WaM
- ↑ Sigilla veri. Band 3. Hochmann bis Lippold, 1929, S. 689 (Auszug) auch Hanna Delf von Wolzogen (Hrsg.): Gustav Landauer. Briefe 1899–1919. Band 6. V&R unipress, Göttingen 2023, S. 189, die das falsche Jahr 1904 angab (zu Georg Korn auch Band 1, S. 347, 369, Band 4, S. 377, 399)
- ↑ Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 1906, Sp. 1802; 1907, Sp. 1906; zusammen mit Erich Schlaikjer, Georg Bernhard und Max Ludwig; dann 1909, Sp. 2011; mit Hellmut von Gerlach, Georg Bernhard, Albert Weidner, Arthur Westphal und Alfred Scholz (jeweils für das vorherige Jahr)
- ↑ Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 1913, Sp. 915; auch 1912, und noch in Wer ist's? 1922, S. 840 (kurze Auszüge), mit veralteter Adresse
- ↑ Korn. In: Berliner Adreßbuch, 1922, I, S. 1627. „– Georg, Dr. med., Schriftstell., SW 11, Hallesche Str. 22“ (linke Spalte oben, sortiert nach Berufen).
- ↑ Verzeichnis der an den Deutschen Universitäten erschienenen Schriften, VI, Berlin 1901, S. 10
- ↑ Katechismus des Kulturmenschen Staatsbibliothek Berlin, auch DNB 1173013997, ordnen diesen Titel Georg Korn (* 1864) zu; es ist möglich, da dort auch organische und anorganische Bereiche erwähnt werden, wurde aber in keinem seiner Literaturverzeichnisse erwähnt