Georg Heinrich Hacker (Schauspieler)
Georg Heinrich Hacker (16. Januar 1856 in Mainz – 15. August 1922 in Darmstadt)[A 1] war ein deutscher Theaterschauspieler.
Leben
Hacker wählte zuerst den kaufmännischen Beruf, wandte sich jedoch, vor dem Regiekollegium des Burgtheaters stattgehabten Probespiels auf Veranlassung Franz von Dingelstedts der Bühne zu.
Sein erstes Engagement fand er in Mainz, war dann in Oldenburg, Bremen und Straßburg engagiert und trat am 1. Juli 1881 in den Verband des Hoftheaters in Darmstadt ein. Der Künstler wirkte seit 1901 auch als Spielleiter an diesem Kunstinstitut, wo er sich im Fache der Heldenrollen einer großen und wohlbegründeten Gunst erfreute. Er wurde als ein sehr talentierter Schauspieler bezeichnet, der sachkundig ist und sich im Gebiet der schöngeistigen Literatur auskennt. Die Schriftstellerin und Darmstädter Theaterkritikerin Ella Mensch konnte seine Auftritte am Darmstädter Hoftheaters über mehr als ein Jahrzehnt verfolgen und schätzte sein Können sehr. Zu seinem 25-jährigen Bühnenjubiläum würdigte sie ihn 1907 in einem längeren Artikel in der Zeitschrift Bühne und Welt. Darin hält sie fest, dass er von Anfang an als Charakterdarsteller überzeugt habe, zunächst als jugendlicher Held und Naturbursche. In späteren Jahren habe er sich vor allem in seiner Darstellung der Rollen als Egmont im gleichnamigen Trauerspiel von Goethe, als Hamlet und ganz besonders im 2. Teil des Faust einen großen Namen gemacht. Laut Ella Mensch hat Hacker sich, neben seinem angeborenen Talent zur Bühnenkunst und seiner Anpassungsfähigkeit nicht zuletzt durch sein Bestreben, sich stets weiterzubilden und seine Fähigkeiten zu vervollkommnen, ausgezeichnet. Das sei ihm auch gelungen, gerade auch dank dem Besuch von Literaturkollegien des Germanisten Erich Schmidt, die dieser seinerzeit an der damals noch jungen Universität in Strassburg abgehalten habe.[1]
Literatur
- Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 379, (Textarchiv – Internet Archive).
Anmerkungen
- ↑ Geburts- und Sterbejahr nach Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon, Erster Band 1953, S. 658.