Gemeiner Dayak-Flughund
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Dyacopterus spadiceus | ||||||||||||
| (Thomas, 1890) |
Der Gemeine Dayak-Flughund (Dyacopterus spadiceus) ist ein mit mehreren disjunkten Populationen in Südostasien verbreitetes Fledertier in der Gattung der Dayak-Flughunde. Das Typusexemplar stammt aus dem Bundesstaat Sarawak in Malaysia auf Borneo.[1]
Merkmale
Die Art ist mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 105 bis 130 mm, einer Schwanzlänge von 16 bis 26 mm und einem Gewicht von 70 bis 100 g ein kleiner bis mittelgroßer Flughund. Es sind 74 bis 81,5 mm lange Unterarme, Hinterfüße von etwa 15 mm Länge und 18 bis 21 mm lange Ohren vorhanden. Der Kopf ist durch ein fast nacktes Gesicht mit brauner Haut und durch kurze annähernd röhrenförmige Nasenöffnungen gekennzeichnet. Auf dem Philtrum und auf der Unterlippe befinden sich winzige warzenartige Höcker. Zusätzlich trägt die Unterlippe zwei größere Verdickungen. Weitere Merkmale des Kopfes sind große Augen mit brauner Regenbogenhaut und graue Ohren, die an der Oberkante zugespitzt sind. Die wenigen Gesichtshaare sind graubraun und auch der Nacken trägt spärliche Behaarung, bis auf orangebraune Büschel an den Seiten. Er ist, wie der Rest der Oberseite braun. Der Schwanz liegt vor der für Flughunde ungewöhnlich breiten Schwanzflughaut. Die geringe Behaarung setzt sich auf Kehle und Brust fort, die hellbraun sind. Der Gemeine Dayak-Flughund hat einen cremefarbenen Bauch und graue Flughäute. Auffällig sind die pigmentfreien und damit weißlich erscheinenden Krallen der Füße. Der Schädel hat einen schmalen Scheitelkamm und die Zahnreihen stehen leicht schräg zueinander. Auf dem Gaumen befinden sich 21 Querwülste. In den geraden oberen Eckzähnen ist eine kleine Rinne vorhanden. Ein fehlender Prämolar pro Seite im Oberkiefer wird ersetzt, indem der daneben liegende Prämolar sehr breit ist. Im Unterkiefer ist ein Molar pro Seite nur eine kleine Spitze.[2]
Verbreitung
Bekannte Populationen gibt es im Südwesten der Malaiischen Halbinsel, auf Sumatra, im Norden sowie Süden Borneos und auf den Inseln Luzon und Mindanao innerhalb der Philippinen. Das Tier lebt im Flachland und in Gebirgen bis 1200 Meter Höhe. Es hält sich in immergrünen tropischen Wäldern auf und besucht vermutlich Plantagen. Einige Exemplare wurden mit Japannetzen über Wasserläufen gefangen.[3][2]
Lebensweise
Dieser nachtaktive Flughund ruht am Tage in Höhlen, im Blattwerk kleiner Bäume innerhalb der Wälder, in Baumhöhlen und im hohen Farn. Dort versteckt er sich allein oder in kleinen Gruppen mit bis zu drei Mitgliedern. Auf der Nahrungssuche fliegt er entlang von Waldschneisen oder über den Baumkronen. Als Nahrung konnten Früchte der Gattungen Elaeocarpus, Feigen und Prunus festgestellt werden. Das kräftige Gebiss lässt auch andere harte Früchte vermuten. Öfter ist der Horsfield-Kurznasenflughund im gleichen Baum aktiv.[3][2]
Funde von trächtigen Weibchen in unterschiedlichen Monaten, lassen zwei jährliche Fortpflanzungszeiten vermuten. Jeder Wurf enthält ein Neugeborenes. Auch einige Männchen führten Milch in ihren Brustwarzen. Es ist noch nicht geklärt, ob das ein Teil der Fortpflanzungsstrategie der Art ist oder, ob das auf Phytoöstrogenen in den gefressenen Früchten liegt.[2]
Gefährdung
Die Umwandlung der Wälder in Ackerland, teilweise durch Brandrodung, stellt die größte Gefahr dar. Die IUCN nimmt an, dass die Gesamtpopulation in den Jahren 2020 bis 2030 mit 25 bis 29 Prozent abnimmt und listet die Art in der Vorwarnstufe (near threatened). Die vorhandenen Reservate reichen vermutlich nicht aus, um einen langfristigen Schutz zu gewähren.[3]
Weblinks
- Farbtafel mit Flughunden, unter Figures, Gemeiner Dayak-Flughund mit Nr. 16
Einzelnachweise
- ↑ Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Dyacopterus spadiceus).
- ↑ a b c d Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 71 (englisch, Dyacopterus spadiceus).
- ↑ a b c Dyacopterus spadiceus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2020. Eingestellt von: Csorba, G., Bumrungsri, S., Francis, C., Bates, P., Gumal, M. & Kingston, T., 2020. Abgerufen am 18. November 2025.