Gelbbauch-Dickkopf
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Gelbbauch-Dickkopf (Pachycephala pectoralis), Männchen singend mit markanter, goldgelber Unterseite | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pachycephala pectoralis | ||||||||||||
| (Latham, 1802) |
Der Gelbbauch-Dickkopf (Pachycephala pectoralis) ist eine Vogelart, welche von verschiedenen Autoren unterschiedlich klassifiziert wurde. Nach den aktuellsten Veröffentlichungen aus dem Jahr 2024 wird der Gelbbauch-Dickkopf als einzelne Vogelart mit verschiedenen Unterarten ausgewiesen.[1][2][3] Damit wurde die im Jahr 2016 aufgestellte Einteilung der Unterarten als eigenständige Vogelarten revidiert.[4] Eine weitere Anpassung der systematischen Einteilung ist durch DNA-Untersuchungen gegebenenfalls zu erwarten. Der Gelbbauch-Dickkopf kommt in Australien und auf vielen Inseln und Inselgruppen in Ozeanien vor. Er ist ein Singvogel aus der Familie der Dickköpfe (Pachycephalidae).[1][5]
Merkmale
Der Gelbbauch-Dickkopf besitzt bei den Männchen ein auffälliges und bei den Weibchen ein unauffälliges, schlicht gezeichnetes Gefieder.[4][5] Die Männchen haben einen schwarzen Kopf und Schnabel mit einer markanten goldgelben Unterseite und einem weißen Fleck an der Kehle. Der Nackenbereich ist goldgelb[5] und wird von einem schwarzen Brustband abgegrenzt.[4] Der Rücken und der Schulterbereich sind olivgrün gefärbt. Die Flügel und der Schwanz sind dunkelgrau bis schwarz, mit einem hellen Rand gefärbt. Die Weibchen besitzen eine graue Oberseite, die Unterseite ist hellgrau und im Verlauf zur Kloake ändert sich die Färbung bis hin zu einem verwaschenen Weiß. Die Flügel und der Schwanz sind wie beim Männchen dunkelgrau bis schwarz, mit einem hellen Rand gefärbt. Im Jugendstadium kann das Gefieder braun bis haselnussbraun sein.[5] Der Gelbbauch-Dickkopf erreicht eine Gesamtlänge von 15 cm[5] über 17 cm[4] bis 19 cm[5]. Das Gewicht variiert in einer Bandbreite von 21 g bis 28 g.[5]
Unterarten
Bisher wurden folgende Unterarten veröffentlicht:[6]
- Pachycephala pectoralis balim Rand, 1940
- Pachycephala pectoralis contempta Hartert, 1898
- Pachycephala pectoralis fuliginosa Vigors & Horsfield, 1827
- Pachycephala pectoralis glaucura Gould, 1845
- Pachycephala pectoralis pectoralis
- Pachycephala pectoralis xanthoprocta Gould, 1838
- Pachycephala pectoralis youngi Mathews, 1912
Verbreitung
Der Gelbbauch-Dickkopf kommt in Australien, Indonesien, Neukaledonien, Papua-Neuguinea, den Inseln der Salomonen, Osttimor, Vanuatu und Fidschi vor. Er besiedelt vorhandene Wälder, savannenähnliche Lebensräume und offenes Buschland, meist mit Bezug zu einer menschlichen Besiedlung.[1] Seine Gesamtpopulation wurde nicht quantifiziert, sie wird jedoch als häufig von BirdLife International beschrieben.[1][5]
Lebensraum
Er besiedelt subtropische bis trockene tropische Wälder und tropisch feuchte Bergwälder, Mangrovenvegetation oberhalb des Hochwasserstands, Ackerland und Plantagen. Als Ersatzlebensraum wurden stark degradierte subtropische und tropische Waldgebiete aufgezeichnet.[4][1] Daneben wurden Vorkommen in Sekundärwäldern aus Aufforstungen, in Eukalyptuswald und in städtischen Gebieten berichtet.[5] Es werden Höhenlagen von Meereshöhe über 2100 m[5] bis 2400 m besiedelt.[1] Im natürlichen Lebensraum erreicht der Gelbbauch-Dickkopf ein durchschnittliches Lebensalter von vier bis fünf Jahren.[1]
Lebensweise
Der Gelbbauch-Dickkopf ist eine territoriale, meist einzelgängerisch lebende Vogelart. Daneben wurde in wenigen Fällen ein paarweises Vorkommen[4][5] und von einzelnen Individuen als Bestandteil von Vogelschwärmen aus verschiedenen Vogelarten beobachtet.[4] Er ist leicht zu beobachten und kann durch Pfiffe angelockt werden. Besiedelt wurden vorwiegend die untere und mittlere Baumschicht. Seltener wurde er im unteren Kronendach beobachtet. Es wurden Winterwanderungen von Vögeln aus dem Südosten von Australien in nördliche und westliche Gebiete, einschließlich der Vertreibung von Jungvögeln aufgezeichnet. Der Gelbbauch-Dickkopf gilt in seinem Verbreitungsgebiet überwiegend als eine standorttreue Vogelart. Sein Verhalten ist im Allgemeinen ruhig und unauffällig. Dies ändert sich während der Brutzeit, dann ist er sehr ruffreudig.[5]
Nahrung
Er sucht seine Nahrung vorwiegend in Dickichten und in niedrigen und mittleren Baumschichten. Durch das Absuchen von Zweigen, Ästen und Laub erbeutet er Insekten, Wirbellose, Spinnen und verschiedene Beeren. Gelegentlich wird die Nahrung im Flug gefangen oder durch Ansitz und Jagen von vorbeifliegenden Insekten erbeutet.[5]
Fortpflanzung
Das Nest, welches mit Spinnweben zusammengehalten wird, errichtet der Gelbbauch-Dickkopf aus Ästen, Zweigen, Gras und Rinde in Astgabeln oder dichten Büschen bis zu sechs m über dem Boden. Das Männchen und Weibchen bauen das napfförmige Nest. Die Brutzeit liegt in Australien im Zeitraum von September bis Januar. Es wird nur ein Gelege bebrütet. Das Gelege kann aus einem und bis zu drei Eiern bestehen, welche oft am breiteren Ende eine Art „Kappe“ bilden. Die Eier können in der Farbe sehr variabel sein, mit einem cremefarbenen, hellolivfarbenen oder lachsfarbenen Grundton. Die Flecken können olivbraun oder rötlich-braun und grau sein. Beide Geschlechter beteiligen sich an der Brut. Sie hat eine Dauer von 14 bis 17 Tagen. Die Aufzucht der Jungen beträgt zwischen 10 und 13 Tagen.[5]
Gesang
Der Gesang des Gelbbauch-Dickkopfs ist eine Reihe von klaren und langsamen Pfiffen aus „hoo hoo hoo hoo“, gefolgt von einem peitschenartigen Geräusch. Der Gesang wird manchmal schneller vorgetragen.[4]
Gefährdung
Von der Weltnaturschutzunion IUCN wird der Gelbbauch-Dickkopf in der Roten Liste gefährdeter Arten geführt und mit dem Status als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. Der Populationstrend wurde mit einem stabilen Vorkommen veröffentlicht, da keine Anzeichen für einen Rückgang oder wesentliche Bedrohungen vorlagen. Er wurde laut den vorliegenden Informationen in drei von sieben untersuchten Handelsdatensätzen genannt und entsprechend als häufig gehandeltes Wildtier ausgewiesen.[1]
Literatur
- Norman Arlott, Ber van Perlo: Collins Birds of the World. 1. Auflage. William Collins, London 2021, ISBN 978-0-00-817399-9, S. 738 & 741.
- Michael Hutchins, Jerome A. Jackson, Walter J. Bock, Donna Olendorf: Grzimek’s Animal Life Encyclopedia. 2. Auflage. Gale Group, Farmington Hills, MI 2002, ISBN 978-0-7876-5787-1, S. 121–122.
Weblinks
- Pachycephala pectoralis Eintrag in der Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 24. Dezember 2025
- Gelbbauch-Dickkopf (Pachycephala pectoralis) bei Avibase
- Gelbbauch-Dickkopf (Pachycephala pectoralis) auf eBird.org
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Gelbbauch-Dickkopf (Pachycephala pectoralis)
- Pachycephala pectoralis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2023.1. Eingestellt von: BirdLife International, 2024. Abgerufen am 24. Dezember 2025.
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f g h Pachycephala pectoralis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN.
- ↑ Gelbbauch-Dickkopf (Pachycephala pectoralis) auf eBird.org
- ↑ Gelbbauch-Dickkopf (Pachycephala pectoralis) bei Avibase
- ↑ a b c d e f g h Norman Arlott, Ber van Perlo: Collins Birds of the World. 1. Auflage. William Collins, London 2021, ISBN 978-0-00-817399-9, S. 738 & 741.
- ↑ a b c d e f g h i j k l m n Michael Hutchins, Jerome A. Jackson, Walter J. Bock, Donna Olendorf: Grzimek’s Animal Life Encyclopedia. 2. Auflage. Gale Group, Farmington Hills, MI 2002, ISBN 978-0-7876-5787-1, S. 121–122.
- ↑ Pachycephala pectoralis Eintrag in der Global Biodiversity Information Facility