Gehörlosenbewegung

Die Gehörlosenbewegung umfasst eine Reihe Soziale Bewegungen innerhalb der Behindertenbewegung und Vielfaltsbewegung, die Gehörlose und Schwerhörige dazu ermutigen, die Gesellschaft zu gleichem Respekt für sie bewegen. Die Anerkennung des gleichen Anspruchs auf Gehörlose und Schwerhörige auf gleiche Dinge wie Hörende prägte diese Bewegung. Die Etablierung eines Bildungssystems für Gehörlose war eine der ersten Errungenschaften dieser Bewegung. Auch die Gebärdensprache und Cochlea-Implantate hatten einen tiefgreifenden Einfluss auf die Gehörlosengemeinschaft. All dies waren Aspekte, die den Weg für Gehörlose ebneten.

Gehörlosenbildung

Oralismus

Der Oralismus konzentriert sich auf die Vermittlung mündlicher Kommunikationsmittel an gehörlose Schüler und nicht auf die Verwendung von Gebärdensprachen.

In Gehörlosengemeinschaften gibt es starken Widerstand gegen die Auditiv-verbale Erziehung gehörlosen Kindern Sprechen und Lippenlesen beizubringen und dabei die Gebärdensprache im Unterricht nur eingeschränkt oder gar nicht einzusetzen. Diese Methode soll gehörlosen Kindern die Integration in hörende Gemeinschaften erleichtern, doch der Nutzen des Lernens in einer solchen Umgebung ist umstritten. Die Verwendung der Gebärdensprache ist zu dem zentral für die Gehörlosenidentität und Versuche, ihre Verwendung einzuschränken, werden als Angriff empfunden.

Manualismus

Beim Manualismus wurde nur die Gebärdensprache verwendet. Dazu wurden oft die methodischen Zeichen von I'Epee verwendet.

Diese Methode gefiel der Gehörlosengemeinschaft. Sie wurde aber für lange Zeit durch den Mailänder Kongress verboten.

Heute wird vielerorts die Bimodal-bilinguale Erziehung mit Gebärdensprache und Schriftsprache verwendet.

Gehörlosenschulen

Eltern gehörloser Kinder haben außerdem die Möglichkeit, ihre Kinder auf Gehörlosenschulen zu schicken, wo vielerorts ein Lehrplan mit Gebärdensprache angeboten wird. Die erste Schule für die Ausbildung gehörloser Kinder war das Institut National de Jeunes Sourds de Paris, das 1760 eröffnet wurde.[1] Der Schulgründer Abbe l'Epée nahm sich dort der Kommunikation mit den Händen an.

Die Gallaudet University ist die einzige Universität weltweit, die fast rein in Gebärdensprache (American Sign Language) lehrt und Forschung sowie Publikationen für die Gehörlosengemeinschaft fördert. Viele Gehörlose entscheiden sich für ein Studium in einem gehörlosen Umfeld.[2] Die Universität engagiert sich auch für den Ausbau von Dienstleistungen und der Ausbildung für Gehörlose in Entwicklungsländern weltweit.[3]

Deaf President Now

An der Gallaudet University protestierten 1988 Studierende mit Unterstützung zahlreicher Alumni, Lehrkräfte, Mitarbeiter und Freunde mit der Kampagne Deaf President Now gegen die wiederholte Ernennung hörender Präsidenten durch den Stiftungsrat anstelle hochqualifizierter gehörloser Kandidaten an einer Institution, die für Gehörlose gegründet wurde. Irving King Jordan wurde, nach den Protesten, 1988 der erste gehörlose Präsident.

Historische Persönlichkeiten

Es gab viele Menschen, die in der Gehörlosengemeinschaft Fortschritte erzielt haben. Diese waren sowohl gehörlos als auch hörend. Zu den bekanntesten Namen gehören: Alexander Graham Bell, Marlee Matlin, Laurent Clerc und Helen Keller.

Gehörlosenkultur

Die Gehörlosenkultur ist eine Kultur die durch die Gebärdensprache und zahlreiche kulturelle und soziale Normen entsteht.[4]

Cochlea-Implantat

Innerhalb der Gehörlosengemeinschaft gibt es starken Widerstand gegen den Einsatz von Cochlea-Implantaten und manchmal auch gegen Hörgeräte sowie ähnliche Technologien. Das wird oft damit begründet, dass Taubheit nicht als Krankheit angesehen wird, die behandelt werden muss.[5]

Andere argumentieren, dass diese Technologie auch den Fortbestand der Gehörlosenkultur bedroht. Kathryn Woodcock vertritt jedoch die Ansicht, dass es eine größere Bedrohung für die Gehörlosenkultur darstellt, Menschen auszuschließen, nur weil sie früher gehört haben, weil ihre Eltern für sie ein Implantat ausgesucht haben, weil sie Umgebungsgeräusche als nützlich empfinden usw.[6] Cochlea-Implantate können die Schallwahrnehmung verbessern, aber sie heben die Taubheit nicht auf und schaffen auch keine normale Schallwahrnehmung. Die Gehörlosengemeinschaft besteht eher darauf, dass Kinder erst dann mit einem Cochlea-Implantat ausgestattet werden, wenn sie alt genug sind, um selbst darüber zu entscheiden, da die Auswirkungen irreversibel sind und ein Leben lang negative Gefühle auslösen können.

Literatur

  • Janna R Stein: The social-emotional impact of cochlear implants on children. Pace University, 2007 (englisch, pace.edu).

Einzelnachweise

  1. Gallaudet Almanac, 1974, p. 233
  2. Gallaudet University. In: www2.gallaudet.edu. Abgerufen am 14. März 2016 (englisch).
  3. "Reviewing The Pioneering Roles Of Gallaudet University Alumni In Advancing Deaf Education And Services In Developing Countries: Insights And Challenges From Nigeria." American Annals Of The Deaf 2 (2015): 75. Project MUSE. Web. 15 Mar. 2016.
  4. DeafCulture3. In: web.cortland.edu. Abgerufen am 25. Dezember 2019 (englisch).
  5. Bonnie Poitras Tucker: Deaf Culture, Cochlear Implants, and Elective Disability. In: Hastings Center Report. 28. Jahrgang, Nr. 4, 8. Juli 1998, S. 6–14, doi:10.2307/3528607, PMID 9762533, JSTOR:3528607 (englisch).
  6. Kathryn Woodcock: Cochlear Implants vs. Deaf Culture? In Mervin Garretson (ed.), Viewpoints on Deafness: A Deaf American Monograph. Silver Spring, MD: National Association for the Deaf. 1992 (englisch).