Gedenkstein für gestrandeten Zug bei Farsleben
Der Gedenkstein für den gestrandeten Zug bei Farsleben steht in Farsleben in Sachsen-Anhalt. Er erinnert an das „Wunder von Farsleben“, bei dem am 13. April 1945 ca. 2500 KZ-Häftlinge aus einem gestrandeten Deportationszug von US-amerikanischen Soldaten gerettet wurden. Der Gedenkstein wurde am 8. April 2021 durch den Förderverein Gestrandeter Zug e. V. gesetzt.[1]
Hintergrund
Im April 1945 näherten sich britische Soldaten dem KZ Bergen-Belsen. Die SS schickte drei Deportationszüge mit ca. 6700 Häftlingen aus dem KZ Bergen-Belsen in das Ghetto Theresienstadt. Die Häftlinge sollten als Verhandlungsmasse für den Austausch deutscher Kriegsgefangener verwendet werden. Von den drei Zügen kam nur der letzte in Theresienstadt an. Der erste der drei Züge strandete nach fünf Tagen am 12. April 1945 bei Farsleben. Am 13. April 1945 wurde der von der SS zurückgelassene Zug von US-amerikanischen Soldaten erreicht. 32 beim Transport verstorbene Häftlinge wurden auf dem Friedhof Farsleben bestattet, dort gibt es eine weitere Gedenkstätte. Unter Bewachung der US-amerikanischen Soldaten wurden die Überlebenden in die Heeresversuchsanstalt Hillersleben gebracht und versorgt. Von den geretteten Häftlingen starben dort 138 an Entkräftung. Sie wurden auf einem neu angelegten jüdischen Friedhof auf dem Gelände der Versuchsanstalt bestattet, der allerdings wenig später als Teil einer sowjetischen Kaserne für einen Sportplatz eingeebnet wurde.[2][3][4][5][6]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Fotos – Förderverein Gestrandeter Zug e. V. In: Förderverein Gestrandeter Zug e. V. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
- ↑ Zug ins Leben – Die Befreiung der SS-Geiseln. In: ARD Mediathek. MDR, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ MDR: Die Befreiung der SS-Geiseln: Der Zug ins Leben. In: MDR.de. 17. Januar 2020, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ 13. April 1945 – Der gestrandete Zug von Farsleben. In: Museum Wolmirstedt. Abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Hagalil: Der Zug von Farsleben: Ein unveröffentlichtes Kapitel der Geschichte. In: Hagalil.com. 10. April 2024, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- ↑ Israelnetz: Gedenken an den gestrandeten Zug. In: Israelnetz.com. 7. April 2023, abgerufen am 9. Dezember 2025.
Koordinaten: 52° 16′ 42,1″ N, 11° 39′ 45,4″ O