Gayl Jones
Gayl Jones (* 1949 in Kentucky[1]) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin, deren Romane seit den 1970er-Jahren als wegweisend für die literarische Darstellung der Erfahrungen schwarzer Frauen gelten.[2] Nach einer langen Veröffentlichungspause kehrte sie 2021 mit dem historischen Roman Palmares zurück.[3] Für Palmares wurde sie 2022 als Finalistin für den Pulitzer-Preis für Belletristik ausgezeichnet.[4]
Leben
Jones wuchs in Lexington, Kentucky, auf und studierte in den 1970er-Jahren an der Brown University kreatives Schreiben.[2] In dieser Zeit und anschließend lehrte sie an der University of Michigan at Ann Arbor.[2] Im Jahr 1998 geriet ihr Privatleben in die Schlagzeilen, als ihr Ehemann Bob Higgins im Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz in Lexington starb; Jones wurde in der Folge vorübergehend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.[5] Seit den späten 1990er-Jahren zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.[2] Gleichwohl setzte sie ihre schriftstellerische Arbeit fort und veröffentlichte nach mehr als zwei Jahrzehnten der Publikationsruhe im Jahr 2021 den Roman Palmares.[2]
Wirken
Ihr Debütroman Corregidora (1975) wurde von Toni Morrison bei Random House betreut und machte Jones schlagartig bekannt.[2] Es folgten Eva’s Man (1976) und der Erzählband White Rat (1977).[2] Mit The Healing (1998) gelangte sie ins Finale des National Book Award (Fiction).[6] Im Jahr darauf erschien Mosquito (1999).[2] Palmares (2021) läutete ihre große Rückkehr ein; Kritiken würdigten das Buch als epische, sprachmächtige Rekonstruktion schwarzer Geschichte in Brasilien.[3] Palmares stand 2022 als Finalist auf der Shortlist des Pulitzer-Preises für Belletristik.[4] Mit The Birdcatcher (2022) erreichte Jones erneut das Finale des National Book Award.[1] Ihr Roman The Unicorn Woman (2024) wurde 2025 als Finalist für den Pulitzer-Preis für Belletristik genannt.[7] Stilistisch zeichnen sich Jones’ Werke durch dialog- und stimmbasierte Erzählweisen, psychologische Härte und eine enge Verknüpfung von Gewaltgeschichte, Körper, Sprache und Mythos aus.[2]
Einzelnachweise
- ↑ a b The Birdcatcher. In: National Book Foundation. Abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c d e f g h i Gayl Jones’s Novels of Oppression. In: The New Yorker. 4. Oktober 2021, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Palmares by Gayl Jones review – a long-awaited vision of freedom. In: theguardian.com. 29. September 2021, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Gayl Jones – Finalist, Fiction (2022). In: The Pulitzer Prizes. 9. Mai 2022, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Neglect cited in mother's death. In: Ann Arbor District Library (Associated Press). 13. März 1998, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ National Book Awards 1998 – Fiction Finalists. In: National Book Foundation. Abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ ‘James’ wins the Pulitzer Prize for fiction. In: The Washington Post. 5. Mai 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025 (englisch).