Gavel (Adelsgeschlecht)
Gavel ist der Name eines schwedisch-baltischen Adelsgeschlechts, welches im Baltikum ansässig war und ursprünglich aus der schwedischen Stadt Gävle stammte. Das Adelsgeschlecht von Gavel wurde 1696 in den schwedischen Adelsstand mit dem Adelsprädikat „von“ erhoben und 1697 in das schwedische Adelsbuch aufgenommen. In die Liste der Livländischen Ritterschaft wurden sie unter der Nummer 156 und in die Matrikel der Öselschen Ritterschaft mit der Nummer 31 eingetragen.
Geschichte
Das Adelsgeschlecht Gavel stammt von Peter Hansson ab, der 1612 als Bürger und Ratsherr zu Gävle starb. Seine beiden Söhne Elias (* um 1600, † 1668) und Peder (1601–1645) führten den lateinischen Namen ihrer Vaterstadt und nannten sich „Gavelius“. Peter Hansson ist der Stammvater von vier weiteren schwedischen Adelsfamilien geworden. Von Elias, der Bürgermeister von Gävle war, stammen die Zweige „Cederschiöld“ und „Adelstierna“ ab. Peder, der Bürgermeister in Stockholm war, hatte zwei Söhne Mårten (* um 1638, † 1705) und Per (1641–1678). Mårten wurde unter dem Namen Cronfeld nobilitiert und sein Bruder Per, der Kämmerer und Rentmeister im gräflichen Hause Oxenstierna war, wurde Stammvater der „von Gavel“ (Vergleich unten: „Stammreihe“).
Dessen Sohn Carl Gustav Persson von Gavel (1672–1740) wurde unter dem Namen von Gavel nobilitiert und 1697 introduziert[1]. Er machte sich durch seine langjährige Sesshaftigkeit und den Garnisonsdienst in Riga einen Namen und verschwägerte sich mit dem livländischen Adel. Nach dem Nordischen Krieg (1674 bis 1679) verblieb er in Livland und erwarb 1732 den Brinkenhof[2] (bis 1775). Zu ihren weiteren Besitzungen der Familie im Baltikum gehörten: Schloss Randen[3] (bis 1868), Alt-Pigant[4], Alt-Wrangelshof, Teilitz und Karstemois[5]. In Lettland war sie Besitzer von Autzem[6], Bersemünde, Podsem und Schloss Smilten[7]. Familienmitglieder der „von Gavel“ leben heute noch in Australien, Kanada und Deutschland.
Stammreihe
Der schwedische Kaufmann Peter Hansson (1571–1612) aus Gävle ist der Stammvater von vier schwedischen Adelsgeschlechtern, hierzu gehören: Das Adelsgeschlecht Cronstedt (Matrikel Nr. 1104)[8], Cederschiöld (Matrikel-Nr. 1117)[9], von Gavel (Matrikel-Nr. 1343)[10] und Adelstierna (Matrikel-Nr. 1441)[11].
Wappen
Das Geschlecht führt folgendes Wappen[12]: Im in blau gestaltete Wappenschild wird ein goldener Giebel dargestellt, der in seiner oberen Spitze mit einem fünfzackigen blauen Stern bestückt ist. Die nach innen geschweiften Sparren werden beiderseits von drei goldenen Sternen begleitet. Die Helmzier bilden auf einer goldenen Wulst drei Pfauenfedern. Die Helmdecke ist blau und gold[13].
Literatur
- Genealogisches Handbuch der Baltischen Ritterschaften (Neue Folge)., Hamburg 2013, Bd. 3, S. 219–244
Weblinks
- von Gavel. In: Astaf von Transehe-Roseneck, Genealogisches Handbuch der livländischen Ritterschaft, Bd.: 2, Görlitz, ca. 1935, Seite 810 ff.
- Adelsgeschlecht von Gavel. In: Adelsvapen-Wiki (schwedisch)
- Wappen des Adelsgeschlechts „von Gavel“
Einzelnachweise
- ↑ Introduktion = Einführung
- ↑ Brinkenhof [1]
- ↑ Schloss Randen [2]
- ↑ Gutshöfe Estlands: Piigandi/Alt-Pigant [3]
- ↑ Gutshöfe Estlands: Alphabetische Liste K: Karstemois [4]
- ↑ Autzem: lv:Auciems
- ↑ Das Schloss Smilten, welches um das Jahr 1370 von dem Ordensmeister Wilhelm von Freymersen erbaut wurde, gehörte danach dem Erzbischof zu Riga und wurde im Jahre 1577 von den Russen zerstört. 1625 wurde es vom schwedischen König Gustav II. Adolph verliehen und 1759 von der Zarin Elisabeth weiter verliehen. In: Heinrich von Hagemeister, Materialien zu einer Geschichte der Landgüter Livlands, Bände 1–2, Verlag E. Frantzen, 1836, Original von New York Public Library, Digitalisiert 15. Mai 2007 Seite 247/48, aufgerufen am 12. Mai 2017 [5]
- ↑ Cronstedt [6]
- ↑ Cederschiöld [7]
- ↑ Von Gavel [8]
- ↑ Adelsstierna [9]
- ↑ Ritterhaus in Stockholm, Ätte- och vapendatabas: von Gavel Archivierte Kopie ( des vom 14. April 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Adelswappen im Estnischen Historischen Archiv [10]