Gathorne-Weißzahnspitzmaus

Gathorne-Weißzahnspitzmaus
Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Crocidurinae
Gattung: Weißzahnspitzmäuse (Crocidura)
Art: Gathorne-Weißzahnspitzmaus
Wissenschaftlicher Name
Crocidura gathornei
Jenkins, 2013

Die Gathorne-Weißzahnspitzmaus (Crocidura gathornei) ist eine Spitzmausart aus der Gattung der Weißzahnspitzmäuse (Crocidura). Vorkommen dieser Spezies sind ausschließlich aus den indischen Bundesstaaten Uttarakhand und Himachal Pradesh im Himalaya bekannt.[1.1] Die Spezies wurde erst im Jahr 2013 von der britischen Zoologin Paulina D. Jenkins beschrieben, als sie eine Auswertung der Spitzmauspopulationen dieses Gebirges anhand von verschiedenen Objekten aus Museumssammlungen vornahm.[1] Von der roten Liste der IUCN kann der Bedrohungsstatus der Gathorne-Weißzahnspitzmaus aufgrund mangelnder Datenlage nicht beurteilt werden.[2]

Merkmale

Habitus

Die Gathorne-Weißzahnspitzmaus ist mit einer Kopf/Rumpflänge von 77 bis 91 mm und Schwanzlänge von 57 bis 70 mm ein relativ großer Vertreter der Spitzmäuse. Das Verhältnis von Schwanzlänge zum restliche Körper beträgt damit etwa 74 – 85 %. Diese Art besitzt ein insgesamt braunes Rückenfell, die einzelnen Haare haben eine graue Basis und rot-bräunliche Spitzen. Das Bauchfell hingegen ist grau-braun und besteht aus Haaren mit einer ebenfalls grauen Basis, aber sandbraunen Spitzen. Die Vorderpfoten und die 15 bis 16 mm langen Hinterpfoten sind ebenfalls sandbraun.[1.2]

Schädelmerkmale

Der Schädel weist ein langes, schmales und flaches Rostrum sowie eine schmale, fast vertikale Jochbeinplatte auf. Im Verhältnis zur Länge ist der Oberkiefer schmal, der Zwischenaugenbereich ist langgezogen. Die Hirnkapsel ist kurz und eng, die Gelenkansätze des Oberkiefers sind eckig, der Processus coronoideus mandibulae ist besonders breit.[1.2]

Verbreitung

Die Gathorne-Weißzahnspitzmaus ist von zwei Fundstellen aus den indischen Bundesstaaten Uttarakhand und Himachal Pradesh bekannt, die beide auf einer Höhe von über 2700 Metern über dem Meeresspiegel liegen.

Der Lebensraum in Uttarakhand, in dem 1913 zum ersten Mal ein Tier entdeckt wurde, das heute als Vertreter der Gathorne-Weißzahnspitzmaus gilt, befindet sich laut den Aufzeichnungen aus dem Jahr 1914 in der Nähe von Phurkia, 69 Meilen, d. h. circa 111 km, entfernt der Stadt Almora und etwa drei Meilen, also ungefähr 4,8 km, unterhalb des Pindarigletschers. Die unbesiedelte Region wies steiles, offenes Gelände mit tiefem, dunklem Boden auf und war mit langen Gräsern, Balsampflanzen und verkümmerten Büschen bewachsen. Rhododendronbüsche waren in einzelnen, großen Beständen häufig zu finden, der dichtere Wald hingegen war eine Meile weiter talwärts. Die beschriebene Region ist die Terra typica und befindet sich auf einer Höhe von 3261 m über dem Meeresspiegel.[1.3][3]

Das andere Gebiet, in dem Exemplare der Gathorne-Weißzahnspitzmaus gefunden wurden, sind die Orte Rahla und Jagatsukh im Bundesstaat Himachal Pradesh.[1.1]

Lebensweise

Da die Art anhand von Museumsexemplaren beschrieben wurde und das Verhalten dieser Tiere damit noch nie wissenschaftlich beobachtet und dokumentiert wurde, ist so gut wie nichts über die Lebensweise bekannt.

Taxonomie

Der Artnamegathornei“ dieser Spezies bezieht sich auf den britischen Naturforscher Gathorne Gathorne-Hardy, den 5. Earl of Cranbrook. Die Benennung erfolgte aufgrund seines Einsatzes für die Säugetierforschung in Südostasien.[1.1]

Der Holotypus ist ein adultes Männchen, das am 30. August 1913 gesammelt wurde und von dem die Haut und der Schädel in der Sammlung des British Museum of Natural History aufbewahrt werden.[1.2]

Einzelnachweise

  1. Paulina D. Jenkins: An account of the Himalayan mountain soricid community, with the description of a new species of Crocidura (Mammalia: Soricomorpha: Soricidae). In: The Raffles Bulletin of Zoology. Supplement, Nr. 29, 30. November 2013, S. 161–175 (englisch).
    1. a b c S. 171
    2. a b c S. 168
    3. S. 168, 171
  2. Paula Jenkins (Mammal Group, Vertebrate Division, Department of Life Sciences, The Natural History Museum, London, UK), Rosalind Kennerley (Durrell Wildlife Conservation Trust), Thomas Dando (Small Mammal Specialist Group): IUCN Red List of Threatened Species: Crocidura gathornei. In: IUCN Red List of Threatened Species. 5. Mai 2017 (iucnredlist.org [abgerufen am 18. November 2025]).
  3. Wroughton, R. C.: Bombay Natural History Society’s mammal survey of India, Burma, and Ceylon. In: Journal of the Bombay Natural History Society. Report Nr. 13. Volume, Nr. 23, 1914, S. 282 f. (englisch).