Gar kein Geld macht auch nicht glücklich

Film
Titel Gar kein Geld macht auch nicht glücklich
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 88 Minuten
Produktions­unternehmen Network Movie
Stab
Regie Jonas Grosch
Drehbuch Jonas Grosch
Produktion
  • Lydia-Maria Emrich
  • Bernd von Fehrn
Musik Lisa Morgenstern
Kamera Fabian Spuck
Schnitt Christoph Lumpe
Besetzung

Gar kein Geld macht auch nicht glücklich ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2025 von Regisseur und Drehbuchautor Jonas Grosch nach einer Geschichte von Maike Rasch mit Katharina Wackernagel, Julia Becker, Sara Fazilat, Franziska Hartmann und Christoph Bach.[1][2]

Handlung

Virologin Kim begeht gemeinsam mit ihren Halbschwestern Lesley und Olivia einen Überfall auf ein Bankschließfach. Kim möchte damit ihren früheren Kollegen Christian Heisinger als Betrüger überführen. Er hatte ihre Forschungsergebnisse für einen HIV-Impfstoff gestohlen und als seine eigenen ausgegeben. Allerdings misslingt der Plan, die drei werden von einem Security-Mitarbeiter erwischt und festgenommen.

Fünf Jahre später wird das Trio aus der Haft entlassen. Der Impfstoff steht kurz vor der Zulassung. Kim versucht ihre Halbschwestern zu überreden, noch einen Versuch zu starten. Dieses Mal soll das Ziel eine Investoren-Veranstaltung von Heisingers Unternehmen sein. Kim hatte auf einem Protein eine digitale Signatur in Form einer Sequenz ihrer DNA hinterlassen. Kim vermutet, dass Heisinger diese in einem Safe in seinem Büro aufbewahrt. Unter dem Vorwand, Provenienzforschung an afrikanischen Kunstwerken im Besitz von Heisinger zu betreiben, verschafft sich Olivia als Frau Eswahani einen Termin bei Heisinger, von dem sie erfährt, dass er den Code für seinen Bürosafe täglich ändert.

Kims Schwestern wollen zunächst eigentlich kein Risiko mehr eingehen. Nachdem Lesley herausfindet, dass ihr Imbiss, den sie gemeinsam mit Tommy betreibt, kurz vor der Zwangsvollstreckung steht, ändert sie ihre Meinung, so wie auch Olivia, deren Tochter Fritzi sie im Namen der Gerechtigkeit und Emanzipation zur Mithilfe überredet. Lesley entwendet das Smartphone von Heisinger, um es zu klonen. Kurz darauf gibt sie es zurück, er hätte es wohl verloren. Bei ihren Vorbereitungen wird das Trio vom Polizisten Gerrit und dem Fotografen Jens observiert.

Kim stellt Heisinger zur Rede und fordert wie ursprünglich vereinbart, die Hälfte aller Einnahmen und freie Zulassung für alle Entwicklungsländer. Heisinger geht auf ihre Forderungen allerdings nicht ein. Am Tag der Zulassung arbeitet Tommy als Koch für das Catering, das die Investoren-Veranstaltung beliefert. Tommy schmuggelt Lesley als vermeintliche Kellnerin in das Gebäude. Rollstuhlfahrer Sammy ist ebenfalls Mitglied des Teams, ebenso wie Paula, die Lebensgefährtin von Olivia.

Das Team setzt Maja Winser, die Moderatorin der Veranstaltung, in ihrem Wohnwagen vorübergehend außer Gefecht und Kim nimmt mit Perücke und deren Kostüm verkleidet ihren Platz ein. Lesley heuert mit Conny und Biggy zwei weitere Kellnerinnen für ihr Team an, die ihr bei der Ablenkung von Heisinger behilflich sind, sodass sie seine Brille durch ein Modell ersetzen, mit dem er nur verschwommen sieht und er so die als Maja Winser verkleidete Kim nicht erkennt.

Nachdem sich Heisinger auf die Suche nach Winser macht, um nach einer Pause mit dem zweiten Teil der Veranstaltung fortzusetzen, wird er selbst in deren Wohnwagen von Paula eingesperrt, er kann sich aber bald darauf wieder befreien. Mit Hilfe von Sammy verschafft sich Kim Zugang zum Safe von Heisinger und sie entwendet einen USB-Stick. Dabei werden sie aber erneut von einem Security-Mitarbeiter erwischt. Der übergibt die beiden an den Polizisten Niels, der in Kim verliebt ist, ihr Handy getrackt hatte und Sammy und Kim wieder laufen lässt.

Mit dem USB-Stick und der darauf befindlichen digitalen Signatur in Form einer Sequenz ihrer DNA beweist Kim vor den Investoren, dass der Impfstoff ihre Erfindung ist. Heisinger wird vom BKA wegen Täuschung von mindestens drei internationalen Zulassungsbehörden und Zahlung von Bestechungsgeldern in Millionenhöhe festgenommen. Die Forschung sei laut Kommissarin Deckel unwirksam und Heisinger Pharma wird geschlossen. Heisinger kommt ins Gefängnis und Kim plant, die Ursache herauszufinden, warum der Impfstoff nicht wirkt.

Produktion und Hintergrund

Die Dreharbeiten fanden vom 18. März bis zum 19. April 2025 in Hamburg und Lübeck statt.[1] Produziert wurde der Film von Network Movie, als Produzenten fungierten Lydia-Maria Emrich und Bernd von Fehrn.[1][2][3]

Die Kamera führte Fabian Spuck, die Musik schrieb Lisa Morgenstern, die Montage verantwortete Christoph Lumpe und das Casting Rebecca Gerling und Lina Behr. Das Kostümbild gestaltete Yvonne Lehmann, das Szenenbild Daniela Herzberg und den Ton Tim Stephan.[1][2][3]

Für dieses Projekt arbeiteten die Geschwister Jonas Grosch und Katharina Wackernagel erneut zusammen, nach Legend of Wacken (2023), Wenn Fliegen träumen (2018), bestefreunde (2014), A Silent Rockumentary (2012), Die letzte Lüge (2011), Résiste – Aufstand der Praktikanten (2009) und Polska Love Serenade (2008).[4]

Veröffentlichung

Premiere war am 28. September 2025 am Filmfest Hamburg in der Sektion Televisionen.[1][2]

In der ZDF Mediathek wurde der Film am 29. November 2025 veröffentlicht, die Erstausstrahlung im ZDF war am 8. Dezember 2025.[1][5]

Rezeption

Kritiken

Rainer Tittelbach vergab auf tittelbach.tv fünf von sechs Sternen. Die Mischung aus Suspense und Verblüffung erzähle in amüsantester Heist-Movie-Manier von der Planung und Durchführung eines großen Coups. Das Ganze habe Dynamik, der Soundtrack sorge für einen hippen Drive und auch visuell sei immer was los. Formidabel bis in die kleinste Rolle sei die Besetzung und Wackernagel dürfe endlich mal wieder strahlen.[6]

Fabian Schäfer urteilte auf queer.de, dass der Film eine deutsche Gaunerinnen-Komödie sei, wie sie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wohl noch nie gezeigt wurde. Trotz Schwächen wisse die Komödie mit vielen guten Ideen und Überraschungen zu unterhalten und einige relevante Themen zu transportieren, die hier gekonnt beiläufig miterzählt würden.[7]

Oliver Armknecht bewertete den Film auf film-rezensionen.de mit fünf von zehn Punkten. Die Krimikomödie locke mit einem prominenten Ensemble und einem wichtigen Thema. Viel draus gemacht würde aber nicht, der Fernsehfilm enttäusche durch Ideenlosigkeit und zu viele altbackene Witze.[8]

Melanie Mühl befand in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass dies als Story weiblichen Empowerments etwas überzeichnet, aber sehr unterhaltsam sei.[9]

Quote

Die Erstausstrahlung im ZDF am 8. Dezember 2025 wurde von drei Millionen Personen verfolgt, der Marktanteil betrug 12,3 Prozent.[10]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Gar kein Geld macht auch nicht glücklich bei crew united, abgerufen am 18. Oktober 2025.
  2. a b c d Gar kein Geld macht auch nicht glücklich. In: filmfesthamburg.de. Abgerufen am 18. Oktober 2025.
  3. a b Gar kein Geld macht auch nicht glücklich. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 18. Oktober 2025.
  4. Frank Heine: Jonas Grosch dreht prominent besetzte Gaunerinnenkomödie. In: blickpunktfilm.de. 28. März 2025, abgerufen am 18. Oktober 2025.
  5. Mario Thunert: Wackernagel findet: «Gar kein Geld macht auch nicht glücklich». In: quotenmeter.de. 17. Oktober 2025, abgerufen am 18. Oktober 2025.
  6. Rainer Tittelbach: Gar kein Geld macht auch nicht glücklich. In: tittelbach.tv. Abgerufen am 26. November 2025.
  7. Fabian Schäfer: Eine Gaunerinnen-Komödie, wie man sie im ZDF noch nicht gesehen hat. In: queer.de. 29. November 2025, abgerufen am 29. November 2025.
  8. Oliver Armknecht: Gar kein Geld macht auch nicht glücklich. In: film-rezensionen.de. 8. Dezember 2025, abgerufen am 8. Dezember 2025.
  9. Melanie Mühl: Sie legen den Männern das Handwerk. In: faz.net. 8. Dezember 2025, abgerufen am 8. Dezember 2025.
  10. Primetime-Check: Montag, 8. Dezember 2025. In: quotenmeter.de. 9. Dezember 2025, abgerufen am 9. Dezember 2025.