Gangster No. 1

Film
Titel Gangster No. 1
Produktionsland Großbritannien, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 98 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Paul McGuigan
Drehbuch Johnny Ferguson
Produktion Norma Heyman,
Jonathan Cavendish,
Karsten Brünig,
Nicky Kentish Barnes,
Ulrich Felsberg
Musik John Dankworth
Kamera Peter Sova,
Amy Gilliam
Schnitt Andrew Hulme
Besetzung

Gangster No. 1 ist ein in britisch-deutscher Koproduktion entstandener Gangsterfilm von Paul McGuigan aus dem Jahr 2000.

Handlung

Der Film erzählt die Geschichte eines namenlosen Gangsters, der in den 1960er Jahren in der Londoner Unterwelt aufsteigt. Er arbeitet zunächst für den mächtigen Gangsterboss Freddie Mays, den er fanatisch verehrt. Als Freddy jedoch die wunderschöne Sängerin Karen kennenlernt, erwacht im jungen Gangster blanker Zorn und zügellose Eifersucht. Er nutzt die Streitigkeiten zwischen Freddy und seinem Widersacher Lenny Taylor, um die beiden Banden gegeneinander auszuspielen. Er tötet seinen Kompagnon Roland und verstümmelt ihn derart, dass man nur noch einen kopflosen Torso auffindet. Nachdem Karen ihm gegenüber von der Verlobung erzählt, geraten beide in einen hasserfüllten Streit.

Er erfährt von Eddie Miller, dass Lenny Taylor einen Attentat auf Freddy plant. Er nimmt die Gelegenheit wahr, den Überfall auf die beiden aus seinem Auto zu beobachten und sieht, wie Taylors Leute auf Freddy schießen. Karen versucht, Freddy zu helfen, wird aber von Maxi festgehalten. Auf Befehl von Lenny Taylor schneidet ihr Maxi die Kehle durch. Nachdem er alles beobachtet hat, fährt er zum Haus Taylors, und stürmt bewaffnet mit Machete, Äxten, Meisseln und Beretta in das Apartment Lennys und schießt ihn sofort an, so dass dieser nicht mehr fliehen kann. Nachdem er sich bis auf seine Unterwäsche entkleidet hat, wobei er seine Kleidung pedantisch sorgfältig zusammenlegt, stürzt er sich mit dem Handwerkszeug auf Lenny, misshandelt und foltert ihn abwechselnd mit bloßen Händen und verschiedenen Gegenständen und Werkzeugen unter dauernden Schmähungen sadistisch und tötet ihn letztendlich. Der Mord wird Freddy, welcher den Überfall knapp überlebt hat, in die Schuhe geschoben und Freddy wird zu 30 Jahren Haft verurteilt.

In den folgenden Jahrzehnten übernimmt der Gangster die Kontrolle über Freddies Organisation und baut ein umfangreiches kriminelles Imperium auf, das unter anderem Glücksspiel, Raubüberfälle und Drogenhandel umfasst. Dabei schreckt er nicht vor extremer Gewalt zurück und setzt sich brutal gegen Rivalen durch. Trotz seines Erfolges ist er innerlich leer, zunehmend paranoid und unfähig, persönliche Beziehungen aufrechtzuerhalten.

Als Freddie Mays nach vielen Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, trifft der gealterte Gangster ihn erneut. Freddie hat sich inzwischen vom kriminellen Leben distanziert und zeigt kein Interesse mehr an Macht oder Rache. Der Gangster erkennt daraufhin die Sinnlosigkeit und Leere seines eigenen Lebens. Am Ende des Films begeht er Suizid, indem er sich von einem Hochhaus stürzt. Seine letzten Worte lauten „Ich bin die Nummer eins“.

Drehorte

Gedreht wurde unter anderen im Filmstudio Babelsberg in Potsdam-Babelsberg. Die meisten Drehs fanden in Großbritannien statt, so unter anderem in den Elstree Studios in Borehamwood, Hertfordshire wie auch in Barbican, London. In Barbican, einem Londoner Stadtteil wurde ein Apartment im Lauderdale Tower als Kulisse für Freddy Mays Wohnung genutzt.

Kritiken

Thomas Schlömer bezeichnete dem Film auf der Webseite „filmspiegel.de“ als einen harten, schonungslosen Gangsterfilm. Neben einigen handwerklichen Finessen zeige Gangster No.1 den beeindruckend psychopathischen Paul Bettany in einem erzählerisch weitreichenden Plot. Er sei nichts für schwache Gemüter, aber definitiv sehenswert.[1]

Manuela Brunner schrieb in der Filmzeitschrift Schnitt, manchmal und immer seltener scheine ein Film nicht ein zusammengestückeltes Werk zahlloser Hände zu sein, sondern ein lebendes Etwas, symbiotische Verschmelzung von Darstellern und Kamera, Ton und Schnitt, von Mensch und Apparat.[2]

„Stilistisch eindrucksvolle Verfilmung eines Theaterstücks in der Tradition amerikanischer und britischer Gangsterfilme, die sich auf die Beziehung zwischen dem Protagonisten und seinem Mentor konzentriert. Die gezeigte Gewalt ist mitunter exzessiv, dramaturgisch aber sinnvoll inszeniert. Das mangelnde Identifikationsangebot für den Zuschauer und der unentschiedene Umgang mit der literarischen Vorlage erzeugen dennoch eine gewisse Leere.“

Lexikon des internationalen Films[3]

Auszeichnungen

Der Film wurde bei den British Independent Awards nominiert in den Kategorien Produktion, Bester Schauspieler (Paul Bettany) und bestes Drehbuch.

Beim europäischen Filmpreis war Paul McGuigan nominiert als beste Neuentdeckung Europas.

Den einzigen Preis erhielt Kameramann Peter Sova beim AFI Fest für seine Kameraarbeit.

Einzelnachweise

  1. Kritik auf filmspiegel.de, abgerufen am 20. Januar 2009
  2. Kritik auf schnitt.de, abgerufen am 20. Januar 2009
  3. Gangster No. 1. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 9. September 2021.