Galina Nikolajewna Karelowa

Galina Nikolajewna Karelowa (russisch Галина Николаевна Карелова; * 29. Juni 1950 in Nischnjaja Salda, Oblast Swerdlowsk) ist eine sowjetische bzw. russische Ökonomin, Hochschullehrerin und Politikerin.[1]

Leben

Nach dem Mittelschulabschluss mit Goldmedaille 1967 studierte Karelowa in Swerdlowsk an dem nach Sergei Kirow benannten Uraler Polytechnischen Institut in der Ingenieur-Ökonomie-Fakultät mit Abschluss 1972 als Ingenieur-Ökonomin.[2]

Darauf war Karelowa dort wissenschaftliche Mitarbeiterin und arbeitete als Ökonomin in der Swerdlowsker Gummiwarenfabrik. Am Polytechnischen Institut wurde sie 1973 Assistentin und dann Dozentin am Lehrstuhl für Politökonomie.[1] Die Aspirantur schloss sie 1978 ab mit der erfolgreichen Verteidigung ihrer Kandidat-Dissertation über den Mechanismus der Wechselwirkung der Nutzung des Arbeitstags und der Effizienz der gesellschaftlichen Arbeit unter den Bedingungen des entwickelten Sozialismus für die Promotion zur Kandidatin der ökonomischen Wissenschaften.[3]

Mit anderen gründete Karelowa den von ihr geplanten Swerdlowsker Jugendwohnkomplex Nr. 1, eine der ersten derartigen Einrichtungen in der UdSSR, und war dreizehn Jahre lang stellvertretende Vorsitzende des Organisationskomitees.[4]

Von 1985 bis 1992 war Karelowa Dozentin am Lehrstuhl für Politökonomie des Instituts für Fortbildung der Staatlichen Gorki-Universität des Uralgebiets.

Das Kollektiv des Swerdlowsker Jugendwohnkomplexes schlug 1989 Karelowa als Kandidatin für den Rat der Volksdeputierten der Oblast Swerdlowsk vor, worauf sie im März 1990 in diesen Rat gewählt wurde. Sie leitete dort zunächst das Politökonomie-Komitee und dann das Komitee für Innovationen. Ab 1992 war sie stellvertretende Vorsitzende des Rates.[1]

Bei der ersten und einzigen Direktwahl des Föderationsrats am 12. Dezember 1993 wurde Karelowa in dem Oblast-Swerdlowsk-Wahlkreis (2 Mandate) als unabhängige Kandidatin als Zweite mit 45 % der Stimmen gewählt nach Eduard Rossel mit 59 %. (auf ihr Mandat im Oblast-Swerdlowsk-Volksdeputierten-Rat hatte sie verzichtet). Von Januar 1994 bis Januar 1996 war sie als Abgeordnete des Föderationsrats Vorsitzende des Komitees für Sozialpolitik.[1] Vorrangig waren für sie die Ausarbeitung einer nationalen Sozialdoktrin, Fragen der sozialen Sicherheit der Bevölkerung und die Frauenbewegung.

Am 17. Dezember 1995 wurde Karelowa in die Staatsduma gewählt und wurde Vorsitzende des Unterkomitees für internationale humanitäre, wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit des Staatsdumakomitees für internationale Angelegenheiten.[1]

Am 19. Juni 1997 verzichtete Karelowa auf ihr Staatsduma-Mandat, um stellvertretende Ministerin für Arbeit und Sozialentwicklung der Russischen Föderation zu werden (ab 2000 1. stellvertretende Ministerin).[1] Sie beschäftigte sich insbesondere mit dem Schutz der Rechte der Frauen und Kinder und war Koordinatorin des Präsidentenprogramms für Kinder Russlands, das Hilfen für behinderte und vernachlässigte Kinder ermöglichte. Sie trug zur Eröffnung einer Vertretung des Kinderhilfswerks UNICEF bei und initiierte ein Pilotprogramm zur Bestellung von Beauftragten für Kinderrechte in den Regionen.[1]

Auch war Karelowa von 1993 bis 1998 Präsidentin der Uraler Assoziation der Frauen und von 1994 bis 2003 Präsidentin der Konföderation der Geschäftsfrauen Russlands.[1] Sie blieb wissenschaftlich tätig und verteidigte 1999 an der Russischen Staatsdienst-Akademie beim Präsidenten der Russischen Föderation ihre Doktor-Dissertation über strukturelle und prozessuale Aspekte der geschlechtsspezifischen Anpassung am Beispiel der Analyse der Anpassung russischer Frauen unter den Bedingungen der sozialen Reformen in den 1990er Jahren mit Erfolg für die Promotion zur Doktorin der soziologischen Wissenschaften.[5]

Von April 2003 bis März 2004 war Karelowa stellvertretende Vorsitzende der Regierung der Russischen Föderation bezüglich sozialer Fragen.[1] Sie koordinierte die Russische Dreiseitige Kommission für Regulierung der Sozialarbeitsverhältnisse bei der Regierung der Russischen Föderation. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die Sozialarbeitsverhältnisse, sondern auch die Sozialversicherung und die soziale Absicherung der Bevölkerung, der Jugendpolitik, der Veteranen, der Mutterschaft und der Kinder.

Im März 2004 wurde Karelowa in dem neuen Ministerium für Gesundheit und Sozialentwicklung 1. stellvertretende Ministerin. Jedoch bereits am 14. April 2004 entließ der Premierminister der Regierung der Russischen Föderation Michail Fradkow sie aus diesem Amt und ernannte sie zur Vorsitzenden des Sozialversicherungsfonds der Russischen Föderation (bis 2007).[1]

Am 2. Dezember 2007 wurde Karelowa in die Staatsduma gewählt (Duma V bis 2011). Sie gehörte der Fraktion Einiges Russland an und war stellvertretende Vorsitzende des Komitees für Haushalt und Steuern. Nach der Wiederwahl am 4. Dezember 2011 (Duma VI bis 2016) war sie 1. stellvertretende Vorsitzende des Komitees für Arbeit, Sozialpolitik und Veteranenangelegenheiten.[2][6] Sie war Mitglied des Generalrats der Allrussischen Politischen Partei Einiges Russland.

Am 22. September 2014 entsandte der Vorsitzende der Regierung der Oblast Woronesch Karelowa in den Föderationsrat, wo sie sogleich zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde.

Karelowa ist Vollmitglied der Akademie der Informationsprozesse und -Technologien.

Wegen Beteiligung an Beschlüssen des Föderationsrats und der Staatsduma zum Russisch-Ukrainischen Krieg steht Karelowa auf den Sanktionslisten vieler Länder.[7]

Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse Karelowas sind entsprechend den russischen Antikorruptionsvorschriften registriert und einsehbar.[8]

Ehrungen, Preise

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k ФОНД СОЦИАЛЬНОГО СТРАХОВАН?Я РОССИЙСКОЙ ФЕДЕРАЦИИ: Карелова Галина Николаевна (abgerufen am 7. Januar 2026).
  2. a b c d Карелова Галина Николаевна представитель от исполнительного органа государственной власти Воронежской области (abgerufen am 7. Januar 2026).
  3. Карелова Г. Н.: Рабочий день и механизм взаимосвязи его использования с эффективностью общественного труда в условиях развитого социализма : Автореф. дис. на соиск. учен. степ. канд. экон. наук : (08.00.01). АН СССР. Урал. науч. центр. Ин-т экономики УНЦ., Swerdlowsk 1978.
  4. Листая старые страницы: avmalgin — LiveJournal (abgerufen am 5. Januar 2026).
  5. Карелова Г. Н.: Гендерная адаптация : Структур. и процессуал. аспекты : (На прим. анализа адаптации рос. женщин в условиях соц. реформации 90-х гг.) : Автореф. дис. на соиск. учен. степ. д.соиол.н. : Спец. 22.00.04. Рос. акад. гос. службы при Президенте Рос. Федерации, Moskau 1998.
  6. главнаядепутаты фракции ЕДИНАЯ РОССИЯ Государственной Думы VI созыва: Карелова Галина Николаевна (abgerufen am 8. Januar 1926).
  7. OpenSanctions: Galina Karelova (abgerufen am 6. Januar 2026).
  8. Deklarator: Карелова Галина Николаевна(abgerufen am 6. Januar 2026).
  9. Указ Президента Российской Федерации от 29.06.2000 г. № 1207 О награждении орденом Почета Кареловой Г.Н.(abgerufen am 6. Januar 2026).
  10. Указ Президента Российской Федерации от 29 июня 2005 года № 760.
  11. Указ Президента Российской Федерации от 23.06.2020 № 409 (abgerufen am 7. Januar 2026).
  12. Указ Президента Российской Федерации от 21.05.2025 № 337 "О награждении государственными наградами Российской Федерации" (abgerufen am 7. Januar 2026).
  13. Митрополит Климент вручил председателю Фонда социального страхования Г.Н. Кареловой церковную награду (abgerufen am 7. Januar 2026).
  14. Распоряжение Президента Российской Федерации от 21.10.2009 г. № 707-рп О поощрении депутатов Государственной Думы Федерального Собрания Российской Федерации (abgerufen am 7. Januar 2026).
  15. Постановление Совета МПА СНГ «О награждении медалью Межпарламентской Ассамблеи государств — участников СНГ "За укрепление парламентского сотрудничества"» (abgerufen am 7. Januar 2026).
  16. Постановление Совета Межпарламентской Ассамблеи государств — участников Содружества Независимых Государств от 27 марта 2017 года № 17 «О награждении медалью «МПА СНГ. 25 лет» (abgerufen am 7. Januar 2026).
  17. Распоряжение Правительства Российской Федерации от 16.07.2020 № 1855-р "О поощрении Правительством Российской Федерации" (abgerufen am 7. Januar 2026).