Galatia Saranti
Galatia Saranti (griechisch Γαλάτεια Σαράντη; * 9. November 1920 in Patras; † 28. Dezember 2009 in Athen) war eine griechische Schriftstellerin. Sie wurde als erste Frau 1997 zum ordentlichen Mitglied der Akademie von Athen für den Lehrstuhl für neugriechische Literatur gewählt.
Leben und Karriere
Galatia Saranti wurde in Patras geboren. Sie besuchte die Arsakio-Schule und machte 1939 ihren Schulabschluss.[1] Anschließend studierte sie Jura an der Universität Athen. Jedoch schloss sie ihr Studium nicht ab, da sie sich dem Schreiben widmen wollte.[2] 1945 veröffentlichte sie ihr erstes Werk, die Erzählung Die Burg, in der Literaturzeitschrift Estia. Es folgten weitere Erzählungen, Novellen und Romane, die auch in andere Sprachen (Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Russisch, Schwedisch, Polnisch, Rumänisch, Ungarisch)[3] übersetzt wurden. Darüber hinaus stammen auch literarische Übersetzungen ins Griechische aus ihrer Hand. Ein Beispiel dafür ist das Buch Das Rehkitz (Το ελαφάκι) von Magda Szabó, das 1991 in Griechenland erschien.[4]
Sarantis literarisches Werk zeichnet sich durch eine solide Struktur und begrenzte äußere Handlung aus, wobei der Schwerpunkt meist auf der Charakterisierung der Figuren und der Suche nach dem Sinn des menschlichen Schicksals liegt.[2]
Sie arbeitete mit verschiedenen Literaturzeitschriften sowie mit dem staatlichen Rundfunk in Literatursendungen zusammen. Galatia Saranti gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Nationalen Gesellschaft griechischer Literaten sowie der Kulturvereinigung griechischer Frauen. Sie war Mitglied des Verwaltungsausschusses der Kostis-Palamas-Stiftung, Generalsekretärin der Stiftung für Literatur und Bildende Künste sowie Mitglied weiterer wissenschaftlicher und literarischer Vereinigungen.[5]
1997 wurde sie als erste Frau zum Mitglied der Akademie von Athen ernannt.[1]
Sie war mit dem Rechtsanwalt Stavros Patsouris verheiratet und hatte zwei Kinder.[1]
Auszeichnungen
- 1953 Auszeichnung der Gruppe der 12 (Βραβείο της Ομάδας των 12) für ihren Roman Rückkehr[3]
- 1959 Staatlicher Literaturpreis für einen Roman (Κρατικό Βραβείο μυθιστορήματος) für Unser altes Haus[3]
- 1970 Preis für ein Kinderbuch in Gedenken an I.D. Kollarou (Βραβείο παιδικού μυθιστορήματος εις μνήμην Ι. Δ. Κολλάρου) für Im Morgengrauen der Freiheit[3]
- 1972 Staatlicher Literaturpreis für eine Erzählung (Κρατικό Βραβείο Διηγήματος) für Du sollst dich an Vilna erinnern[3]
- 1979 Preis der Uranis Stiftung der Akademie von Athen (Βραβείο Ιδρύματος Ουράνη της Ακαδημίας Αθηνών) für den Roman Risse[3]
- 2005 Verleihung des Phönix Ordens[5]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Το κάστρο (Die Burg). 1945 (Erzählung, erstmals erschienen in der Zeitschrift Nea Estia).
- Νάρκες (Mienen). 1947 (Erzählung, erstmals erschienen in der Zeitschrift Nea Estia).
- Πασχαλιές (Flieder). Roman, Alfa Verlag, 1949.
- Flieder. Deutsch von Carl Werfelmeier, Romiosini Verlag, Köln 2001, ISBN 978-3-929-889406.
- Επιστροφή (Rückkehr). Roman, Estia Verlag 1953.
- Παλιό μας σπίτι (Unser altes Haus). Roman, Estia Verlag 1959.
- Τα όρια (Grenzen). Roman, Vakon Verlag 1966.
- Στη χαραυγή της λευτεριάς (Im Morgengrauen der Freiheit), auch bekannt unter dem Titel Χαράζει ή λευτεριά: Οι μπαρουτόμυλοι της Δημητσάνας (Freiheit oder Unfreiheit: Die Pulvermühlen von Dimitsana). Verlag Estia, 1970 (historische Erzählung).
- Να θυμάσαι τη Βίλνα (Du sollst dich an Vilna erinnern). Vakon Verlag 1972. (Erzählung)
- Ρωγμές (Risse). Roman, Estia Verlag 1979.
- Τα νερά του Ευρίπου (Die Gewässer des Euripos). Roman, Estia Verlag 1988.
Einzelnachweise
- ↑ a b c Γαλάτεια Σαράντη. In: SanSimera.gr. Abgerufen am 1. Januar 2026 (griechisch).
- ↑ a b ΣΤΗ ΧΑΡΑΥΓΗ ΤΗΣ ΛΕΥΤΕΡΙΑΣ - ΟΙ ΜΠΑΡΟΥΤΟΜΥΛΟΙ ΤΗΣ ΔΗΜΗΤΣΑΝΑΣ – Σαράντη, Γαλάτεια. In: Evripidis.gr. Abgerufen am 1. Januar 2026.
- ↑ a b c d e f ΣΑΡΑΝΤΗ ΓΑΛΑΤΕΙΑ. Εταιρεία Συγγραφέων (griechische Autorenvereinigung), abgerufen am 1. Januar 2026 (griechisch).
- ↑ Δέσποινα Δημά: 20 σπουδαίες Ελληνίδες που σημάδεψαν τη χώρα τα τελευταία 150 χρόνια. In: Ladylike.gr. 8. März 2023, abgerufen am 1. Januar 2026 (griechisch).
- ↑ a b Έλενα Ντάκουλα: Παγκόσμια ημέρα γυναίκας: Πέντε εξαιρετικές Ελληνίδες. In: Look Mag, Athensvoice. 6. März 2025, abgerufen am 1. Januar 2026 (griechisch).