Gaius Valerius Paullinus
Gaius Valerius Paullinus war ein im 2. Jahrhundert n. Chr. lebender römischer Politiker. In einem der Militärdiplome kommt die Namensvariante Gaius Valerius Paulinus vor.[1]
Paullinus war ein Freund des Plinius, an den dieser mehrere Briefe richtete.[2] Im Prozess gegen Gaius Iulius Bassus sprach er im Jahr 103 seine Meinung aus.[3] Paullinus scheint gestorben zu sein, während Plinius die Provinz Bithynia et Pontus verwaltete (109/112). In seinem Testament vermachte er Plinius das Patronatsrecht über seine Freigelassenen mit Latinischen Bürgerrecht.[4] Auf Bitten des Plinius gewährte Kaiser Trajan dreien von ihnen die römische Bürgerschaft.[5] Paullinus besaß Güter in Forum Iulii,[6] aus dessen Bürgerschaft er, wie bereits sein Vater, stammte.
Durch Militärdiplome,[7] die zum Teil auf den 24. November 107 datiert sind, ist belegt, dass Paullinus 107 zusammen mit Gaius Iulius Longinus Suffektkonsul war; die beiden übten das Amt vom 1. September bis zum 31. Dezember aus.[8] Sein Name ist auch in den Fasti Ostienses[9] partiell erhalten. Plinius entschuldigte sich bei ihm, weil er nicht persönlich an den Kalenden – dem Tag, an dem Paullinus das Konsulat antrat – erscheinen und gratulieren konnte.[10]
Literatur
- Prosopographia Imperii Romani (PIR) ² (2015) V 164.
Einzelnachweise
- ↑ Werner Eck, Andreas Pangerl: Neue Diplome für die Truppen von Moesia superior und inferior In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik, Band 192 (2014), S. 215–237, hier S. 223 (Online).
- ↑ Plinius, Epistulae 2,2; 4,16; 5,19; 9,3 und 9,37.
- ↑ Plinius, Epistulae 4,9,20 ff.
- ↑ Plinius, Epistulae 10,104.
- ↑ Plinius, Epistulae 10,105.
- ↑ Plinius, Epistulae 5,19,7.
- ↑ Militärdiplome des Jahres 107 (CIL 16, 56, Chiron-2009-514, RMM 00014, ZPE-192-222).
- ↑ Barbara Pferdehirt: Römische Militärdiplome und Entlassungsurkunden in der Sammlung des Römisch-Germanischen Zentralmuseums. (= Kataloge vor- und frühgeschichtlicher Altertümer 37), 2 Bände, Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Mainz 2004, ISBN 3-88467-086-7 Band 1, S. 39–40, Nr. 14, Anm. 4.
- ↑ Inschrift (CIL 14, 244).
- ↑ Plinius, Epistulae 9,37.