Gabriele della Genga Sermattei
Gabriele della Genga Sermattei (* 4. Dezember 1801 in Assisi; † 10. Februar 1861 in Rom) war ein italienischer römisch-katholischer Geistlicher, Kardinal und Erzbischof von Ferrara.
Leben
Gabriele della Genga Sermattei war der Neffe von Papst Leo XII. Sein Vater, Filippo della Genga, starb vor der Papstwahl Leos XII. Seine Mutter stammte aus der angesehenen Familie Confidati Sermattei, deren Namen und Wappen er übernahm. Nach seiner Ausbildung bei den Jesuiten in Orvieto und der Promotion zum Doktor beider Rechte trat er in die päpstliche Kurie ein. Am 26. September 1830 empfing er die Priesterweihe, kurz darauf wurde er Referendar und in mehrere römische Kongregationen berufen.[1]
Am 29. Juli 1833 ernannte der Papst ihn zum Titularerzbischof von Berytus (Beirut). Die Bischofsweihe spendete ihm am 15. September 1833 der Kardinalbischof von Ostia und Velletri Bartolomeo Kardinal Pacca; Mitkonsekratoren waren Erzbischof Domenico Genovesi und Bischof Eugène-Charles-Joseph de Mazenod OMI. 1834 wurde Gabriele della Genga Sermattei zum Erzbischof von Ferrara ernannt.[2]
Papst Gregor XVI. erhob ihn am 21. November 1836 zum Kardinalpriester von San Girolamo dei Croati. In den folgenden Jahren leitete er verschiedene Kongregationen und war päpstlicher Legat in Urbino und Pesaro (1843–1847). Politisch galt er als Vertreter der „gregorianischen“ Linie, damit als konservativ und reformkritisch. Er nahm am Konklave 1846 teil, aus dem Pius IX. als Papst hervorging. Während der Revolution von 1848 wich er mit Pius IX. nach Gaeta aus.[1]
Nach der Rückeroberung Roms gehörte er 1849 dem dreiköpfigen Kardinalskommissariat an, das die Wiederherstellung der päpstlichen Regierung organisierte. Unter Pius IX. stieg Gabriele della Genga Sermattei weiter auf: 1852 wurde er Präfekt der Kongregation der Bischöfe und Ordensleute sowie Mitglied des Heiligen Offiziums und Protektor mehrerer Ordensgemeinschaften. 1860 ernannte ihn Pius IX. zum Sekretär der Breven.[1]
Gabriele della Genga Sermattei starb in Rom und wurde in Anwesenheit des Papstes in San Lorenzo in Lucina beigesetzt.[1]
Literatur
- Carlo M. Fiorentino: Genga Sermattei, Gabriele della. In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 53: Gelati–Ghisalberti. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1999.
Weblinks
- Della Genga Sermattei, Gabriele. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Philippe Bountry: Le sacré collège des cardinaux. In: Souverain et pontife. Recherches prosopographiques sur la Curie Romaine à l’âge de la Restauration (1814–1846). École française de Rome, Rom 2002, Rz. 240–242 (französisch, Online-Ausgabe).
- ↑ Eintrag zu Gabriel Cardinal della Genga Sermattei auf catholic-hierarchy.org; abgerufen am 29. November 2025. (englisch)