Gabriele Benton

Gabriele Benton (* 5. Mai 1903 als Gabriele Ottilie Johanna Munk[1] in Wien; † 24. Dezember 1989 in Los Angeles[2]) war eine österreichisch-US-amerikanische Romanistin, insbesondere Hispanistin, und Lateinamerikanistin. Sie lehrte von 1952 bis 1968 als Professorin für romanische Sprachen am Occidental College in Los Angeles.

Leben

Benton studierte Germanistik an der Universität Wien und promovierte 1926 mit einer Arbeit über Siegfried Lipiner.[3] Sie unterrichtete von 1931 bis 1938 an einem Wiener Gymnasium und emigrierte nach dem „Anschluss“ aus politischen Gründen, zuerst nach England, dann in die Vereinigten Staaten, wo sie 1939 eingebürgert wurde.

In den Vereinigten Staaten arbeitete Benton mit Zeitverträgen als Dozentin für Romanistik, zunächst 1941 bis 1942 als Assistenzprofessorin für Romanische Sprachen am Western College for Women in Oxford, Ohio, von 1942 bis 1947 als Associate Professor für Spanisch an der Rockford University, von 1947 bis 1952 als Gastprofessorin für Spanisch an der University of Southern California. Ab 1952 hatte sie schließlich eine Professur für romanische Sprachen mit Schwerpunkt Südamerika am Occidental College in Los Angeles, wo sie von 1955 bis 1963 dem Lateinamerikastudien-Programm vorstand. In den Jahren 1956 und 1958 war sie auch als Gastprofessorin an der Universität Innsbruck tätig. Im Jahr 1968 wurde sie emeritiert.[4]

Schwerpunkt ihrer Arbeit waren die spanische und die hispanoamerikanische Literatur mit besonderem Fokus auf Mexiko und Argentinien. Mit Förderung der Rockefeller Foundation unternahm sie 1953–55 und 1959 Forschungsreisen nach Mexiko.[4][5]

Familie

Benton stammte aus einer katholischen, antifaschistischen Familie. Ihre Mutter Gabriele Munk (geb. Pollak) hörte „Feindsender“ und war an der Verbreitung eines Spottgedichtes beteiligt. Sie wurde zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt und starb 1942 in Auschwitz.[6] Ihr Vater war der Jurist und Beamte Hans Munk (1861–1931).

Sie war zwischen 1924 und 1938[7] mit dem Physiker Otto Březina (1900–1981[8]) verheiratet, ab 1947 mit Karl Benton (vor der Emigration Bettelheim, 1887–1960).

Literatur

  • Benton, Gabriele. In: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Volume II: The Arts, Sciences, and Literature. Part 1: A-K. Saur, München 1999, ISBN 978-3-598-11420-5, S. 80.
  • Utz Maas: Benton, Gabriele, geb. von Munk. In: Brigitta Keintzel, Ilse Korotin (Hrsg.): Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben – Werk – Wirken. Böhlau, Wien 2002, ISBN 3-205-99467-1, S. 58 (oapen.org).
  • Benton Gabriele, geb. von Munk, verh. Brezina, Elly Brezina. In: Ilse Korotin (Hrsg.): biografiA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1: A–H. Böhlau, Wien 2016, ISBN 978-3-205-79590-2, S. 258 (PDF).
  • Utz Maas: Benton, Gabriele. In: Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933–1945.

Einzelnachweise

  1. Taufbuch Alservorstadtpfarre, tom. 48, fol. 39 (Faksimile).
  2. California Death Index, 1940–1997, Los Angeles, SSN 557-44-8504.
  3. Archiv Universität Wien, PH RA 8041.
  4. a b Benton, Gabriele. In: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933—1945. Volume II: The Arts, Sciences, and Literature. Part 1: A-K. Saur, München 1999, ISBN 978-3-598-11420-5, S. 80.
  5. Utz Maas: Benton, Gabriele. In: Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher 1933–1945.
  6. Gabriele Munk in der Datenbank Memento Wien.
  7. Trauungsbuch Wien Schotten, tom. LIX, fol. 210 (Faksimile).
  8. Taufbuch Wien Mariabrunn, tom. V, fol. 206 (Faksimile).