Gabriel Käslin

Gabriel Käslin, auch Käslin-Achermann[1], bekannt unter dem Rufnamen „GK“ (* 3. März 1867 in Beckenried (Schweiz); † 10. Oktober 1951 ebenda) ist ein Schweizer Volksmusiker, Klarinettist und Komponist aus Beckenried NW.[2]

Leben

Gabriel Käslin war der Enkel des Bassgeigers Kaspar Josef Käslin (* 1789) und Sohn des Klarinettisten Augustin Käslin, von denen er wohl seine hohe Musikalität erbte. Eine solide musikalische Ausbildung erhielt er in Bern als Mitglied der Stadtmusik von 1889 bis 1891. Dorthin war er nach Erlernen des Berufes als Lohgerber für die berufliche Weiterbildung gezogen. Danach zog er als Geselle durch Europa. Eine Schwegelpfeiffe (ähnlich der Blockflöte) begleitete ihn. Nach seiner Rückkehr nach Beckenried leitete er zehn Jahre lang einen eigenen Gerbereibetrieb, anschliessend war er bis zum Ende seiner Berufstätigkeit in einem Elektrizitätswerk angestellt.[2] Er hat mit seiner Frau Adelheid Käslin-Achermann (1867–1932) zwei Söhne, Louis Käslin-Scherer (1899–1929) und Josef Käslin-Heiniger (1900–1973).[1]

Werk

Er ist neben Josef Gander (Spitzname d’r Schäffler) Begründer der populären Ländlermusik von Beckenried und der sog. Siebnermusik (genannt Käslin-Musik) für Tanz- und Unterhaltungsanlässe, aus der die Blaskapelle Beckenried hervorging. Typische Besetzung hierfür sind zwei Klarinetten, zwei Trompeten, ein Es-Horn, ein B-Horn und ein Streichbass, eben sieben Instrumente, von daher der Name der Musikrichtung.[3] Seine rund 300 Kompositionen (Schottisch, Ländler, Walzer, Polka und Mazurka) spiegeln eine originale und melodiöse Volksmusik wider. Der Volksmusikforscher Alfred Leonz Gassmann würdigte 1961 zwei vier- bis fünfteilige Kompositionen Käslins in seinem von der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde veröffentlichten Buch zur Volksmusik rund um den Vierwaldstättersee.[2]

Berühmt wurde sein um die Jahrhundertwende entstandener Schäfli-Schottisch, eine lüpfige – also zum Tanzen animierende, die Stimmung hebende – Melodie, die sich von Beckenried aus in weite Teile der Schweiz verbreitete und zum Volksgut wurde. Vollends bekannt wurde die Melodie dann in der Version der Minstrels als Ja, Grüezi wohl Frau Stirnimaa in den 70er Jahren. Dieser Hit verkaufte sich 1,5 Mio. Mal und eroberte die Charts in der Schweiz, Deutschland und Österreich über Wochen hinweg.[4]

Einzelnachweise

  1. a b Portraitarchiv aus dem Fundus der Totenzettel- bzw. Leidhelgeli-Sammlungen, abgerufen am 12. Dezember 2025
  2. a b c Personeneintrag von Gabriel Käslin in Schweizer Volksmusiksammlung
  3. Website der Blaskapelle Beckenried – Rubrik Über uns, abgerufen am 12. Dezember 2025
  4. Die Minstrels – Grüezi wohl, Frau Stirnimaa!, abgerufen am 12. Dezember 2025