GCR-Klasse 9Q
| GCR 9Q LNER B7 | |
|---|---|
GCR-Klasse 9Q Nr. 34 als LNER-Klasse B7 Nr. 1386
| |
| Nummerierung: | GCR: 5034–5071 LNER: 1370–1407 BR: 61702–61713 |
| Anzahl: | 38 |
| Hersteller: | Gorton Works (23) Vulcan (10) Beyer, Peacock (5) |
| Baujahr(e): | 1921–1924 |
| Ausmusterung: | 1948–1950 |
| Bauart: | 2’C h4 |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Puffer: | 19.202 mm |
| Höhe: | B7/2 für GNR-Profil: 3962 mm |
| Dienstmasse: | 129 t |
| Anfahrzugkraft: | 135 kN |
| Kuppelraddurchmesser: | 1727 mm (5 ft 8 in) |
| Laufraddurchmesser: | 1067 mm (3 ft 6 in) |
| Steuerungsart: | Stephenson mit Kolbenschieber |
| Zylinderanzahl: | 4 |
| Zylinderdurchmesser: | 406 mm (16 in) |
| Kolbenhub: | 660 mm (26 in) |
| Kessel: | LNER-Standardkessel Nr. 13 |
| Kesselüberdruck: | 12,4 bar (180 psi) |
| Rostfläche: | 2,4 m² |
| Strahlungsheizfläche: | 15,1 m² |
| Überhitzerfläche: | 31,9 m² |
| Verdampfungsheizfläche: | 189,9 m² |
| Wasservorrat: | 18,0 m³ |
| Brennstoffvorrat: | 7,1 t |
| Konstrukteur: John G. Robinson. Quelle der technischen Daten:[1] | |
Die Klasse 9Q war eine Baureihe von Vierzylinder-Heißdampf-Ten-Wheeler‑Dampflokomotiven der britischen Great Central Railway (GCR), die zwischen 1921 und 1924 für den gemischten Dienst entwickelt wurde. Der Entwurf stammte von John G. Robinson. Er stellte eine verkleinerte, für schnellere Güterzüge optimierte Variante der Schnellzuglokomotive der GCR-Klasse 9P dar.
Die insgesamt 38 Maschinen wurden von der London and North Eastern Railway (LNER) als Baureihe B7 übernommen. Die Lokomotiven trugen aufgrund des hohen Kohlenverbrauchs den Spitznamen Black Pigs ‚schwarze Schweine‘. Alle Lokomotiven gelangten 1948 zu British Railways, wurden jedoch bis 1950 vollständig ausgemustert.
Geschichte
Die Klasse 9Q waren für den Einsatz auf den steigungsreichen Strecken der GCR vor Schnellgüterzüge und mittelschwere Personenzüge konzipiert. Zwischen 1921 und 1924 wurden 38 Lokomotiven in zwei Unterklassen gebaut. Die ersten 28 Maschinen wurden an die GCR geliefert. Sie wurden bei der Zusammenlegung der britischen Bahnen 1923 von der LNER übernommen und in die Unterklasse B7/1 eingeordnet. Die letzten zehn Maschinen wurden durch die LNER bestellt[2.1] und hatten das in der Höhe reduzierte Fahrzeugumgrenzungsprofil der Great Northern Railway (GNR), sodass sie auch auf diesen Strecken verkehren konnten. Sie wurden in die Unterklasse B7/2 eingeordnet.
Im Betrieb erwiesen sich die Lokomotiven als zugkräftig, verbrauchten aber viel Kohle, was ihnen den Spitznamen Black Pigs einbrachte. Sie wurden vor allem im Raum Sheffield, Manchester und auf den Hauptstrecken der ehemaligen GCR eingesetzt. Nach der Verstaatlichung 1948 gelangten alle 38 Maschinen zu British Railways, wo sie jedoch nur noch kurze Zeit im Einsatz blieben. Bereits 1950 war die gesamte Baureihe ausgemustert.[3] Ihre Aufgaben wurden von der LNER-Klasse B1 übernommen.
Technik
Die GCR Class 9Q war eine dreifach gekuppelte Lokomotive mit vorderem Laufdrehgestell für den gemischten Dienst. Die Konstruktion basierte auf der Schnellzuglokomotive der GCR-Klasse 9P. Sie übernahm deren Rahmenlänge, deren Kessel mit Belpaire-Feuerbüchse und Zylinder, erhielt jedoch kleinere Treibräder mit einem Durchmesser von 1727 mm (5 ft 8 in) und einen verkürzten Radstand. Durch die geänderte Achsanordnung konnten ein tieferer Aschkasten eingebaut werden.[1] Alle Lokomotiven waren mit dreiachsigen Schlepptendern gekuppelt.
Der Antrieb erfolgte über zwei außenliegende Zylinder und zwei innenliegende Zylinder, deren Kolbenschieber über zwei Y-förmige Hebel von zwei innenliegenden Stephenson-Steuerung bedient wurden.[4]
Der Rahmen war wie bei der GCR üblich als Plattenrahmen ausgeführt. In den 1940er Jahren litten einigeLokomotiven unter Verformungen des Rahmens im Zylinderbereich. Um dieses Problem zu beheben, wurde die Lokomotive Nr. 1371 mit einem neuen vorderen Rahmenteil ausgestattet, das an einer gebogenen Verlängerung vor der Rauchkammer zu erkennen war. Diese Maßnahme scheint erfolgreich gewesen zu sein, da später vierzehn weitere B7-Lokomotiven mit dem gleichen vorderen Rahmenteil ausgestattet wurden.[1]
Lieferungen
| Jahr | Hersteller | Anzahl | GCR-Nr. | LNER- Unterklasse |
LNER-Nr. | LNER-Nr. nach 1942 |
BR-Nr. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1921 | Gorton | 3 | 72, 73, 78 | B7/1 | 5072, 5073, 5078 | 1360–1362 | — |
| 1921 | Vulcan Foundry | 10 | 36–38, 458–464 | B7/1 | 5036–5038, 5458–5464 | 1363–1372 | 61702–61703 |
| 1921–22 | Gorton | 10 | 465–474 | B7/1 | 5465–5474 | 1373–1382 | 61704–61707 |
| 1922 | Beyer, Peacock | 5 | 31–35 | B7/1 | 5031–5035 | 1383–1387 | 61708–61709 |
| 1923–24 | Gorton | 10 | 475–482 1) | B7/2 | 5475–5484 | 1388–1397 | 61710–61713 |
1) Die restlichen Lokomotiven gingen direkt an die LNER
Literatur
- Railway Correspondence and Travel Society (Hrsg.): Locomotives of the L.N.E.R.: Tender engines-classes B1 to B19. Railway Correspondence and Travel Society, 1975, S. 38–42.
Weblinks
4-6-0 Steam Locomotives in Great Britain: Great Central – Class 9Q/B7 (Black Pigs) (Locobase 2344). In: steamlocomotive.com. Wes Barris, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).
Einzelnachweise
- ↑ a b c The Robinson Class B7 (GCR Class 9Q) 4-6-0s. In: LNER Encyclopedia. Abgerufen am 24. Dezember 2025.
- ↑ Railway Correspondence and Travel Society (Hrsg.): Locomotives of the L.N.E.R.: Tender engines-classes B1 to B19. Railway Correspondence and Travel Society, 1975.
- ↑ S. 42
- ↑ GCR/LNER Robinson "B7" Class 4-6-0. In: BRDatabase. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ 4-6-0 Steam Locomotives in Great Britain: Great Central – Class 9Q/B7 (Black Pigs) (Locobase 2344). In: steamlocomotive.com. Wes Barris, abgerufen am 17. November 2025 (englisch).