G2A.com

G2A.COM Limited

Rechtsform Limited (Aktiengesellschaft)
Gründung 2010
Sitz Niederlande Niederlande
Leitung Bartosz Skwarczek (Gründer)
Dawid Rożek (Gründer)
Mitarbeiterzahl 400[1][2]
Umsatz $127.8 Millionen[3]
Branche Virtueller Marktplatz
Website g2a.com
Stand: 2025

G2A.COM, oder nur G2A, ist ein Key-Reseller, der eine Plattform zum Vertrieb von Computerspiel-Lizenzschlüsseln bereitstellt. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in den Niederlanden und verfügt über Niederlassungen in Polen und Hongkong.[4][5]

G2A.COM ist eine Plattform (Marktplatz) zum Kauf und Verkauf von Lizenzschlüsseln für Software, insbesondere Computerspiele.[6] Darüber hinaus werden auch Prepaid-Aktivierungscodes gehandelt.[7][6] Zu weiteren Produkten im Sortiment gehören ein Online-Payment-Gateway,[6] ein Abonnement-Service für Kunden,[6] ein Partnerschaftsprogramm für Entwickler von Videospielen und ein Online-Shop zum Kauf von Bekleidung und Zubehör mit Bezug zur Pop- und Gaming-Kultur.

Nach eigenen Angaben hat G2A mehr als 35 Millionen Kunden, führt 94.000 digitale Produkte und beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter auf alle fünf[4] Standorte verteilt.[1][7]

Geschichte des Unternehmens

Das Unternehmen wurde 2010 von Bartosz Skwarczek und Dawid Rożek in Rzeszów, Polen unter dem ursprünglichen Namen Go2Arena als Online-Einzelhandel für Computerspiele gegründet. G2A.COMs wichtigste Zielgruppe waren junge Computerspieler, welche altersbedingt meist nicht über ein festes Einkommen verfügen. Somit wurde es zum erklärten Ziel, Computerspiele zum möglichst niedrigsten Preis zu verkaufen. Skwarczek selbst sagte, dass er viele der großen Spieleentwickler auf verschiedenen Veranstaltungen wie GamescomE3 und G-Star angesprochen habe, um ihnen eine Partnerschaft anzubieten, bei welcher sie selbst die offiziellen Verkäufer ihrer Spiele seien. Wegen des mangelnden Interesses seitens der Entwickler, sowie Veränderung der Trends am Markt, wechselte das Geschäftsmodell des Unternehmens vom Einzelhändler zum Marktplatz.[8]

Ab 2016 expandierte das Unternehmen auch auf andere Projekte und Produkte (außerhalb seines digitalen Marktplatzes), darunter Virtual Reality und 3D-Druck.[9][10]

Seit 2014 sponsert G2A E-Sport-Teams und YouTuber.[11][12]

Produkte und Dienstleistungen

Im Jahr 2015 startete das Unternehmen mit G2A Land einen Virtual-Reality-Vergnügungspark der gemeinsam mit MSI während der Gamescom 2015 der Öffentlichkeit präsentiert wurde.[13] Im Mai 2016 startete G2A „Gotham VR“, was auch im Rahmen der Promotion des Kinofilms Batman vs Superman: Dawn of Justice, genutzt wurde.[14] Im Dezember 2016 gab G2A bekannt, dass es einen Zweiten-Weltkriegs-Shooter mit dem Titel „Blunt Force“ entwickelt, welcher in mehreren Episoden ab 2017 veröffentlicht wird.[15]

G2A 3D ist ein Online-Marktplatz für den Kauf, Verkauf und Tausch von 3D-Designs und Modellen. 3D-Designer können ihren eigenen Online-Shop erstellen und ihre druckfertigen 3D-Designs verkaufen und tauschen. Innerhalb des 3D-Marktplatzes bietet G2A das sogenannte 3D Plus an, welche das Modellieren von 3D-Modellen, Druck und Versand als Dienstleistungen für die Urheberrechtsinhaber anbietet.[16]

Im Januar 2015 führte G2A mit G2A Pay sein eigenes Online Payment Gateway ein, welches mehr als 150 globale Zahlungsmethoden wie etwa PayPalSkrill, WebMoney und Produkte von Finanzdienstleistungsunternehmen wie VisaMastercard und American Express umfasst.[17]

G2A Direct bildet ein Partnerschaftsprogramm für Entwickler und Herausgeber von Videospielen und wurde am 29. Juli 2016 veröffentlicht. Es bietet eine Reihe von Features für Entwickler, die größtenteils direkt mit dem G2A Marktplatz verbunden sind. Direct ermöglicht es den Entwicklern, eine Provision auf den Inventarabsatz und bessere Positionierung auf den Auktionsseiten auf G2A.COM zu erhalten.[18]

G2A Shield bietet zusätzliche Features für den G2A-Marktplatz. Etwa kostenlose „Coin“ Überweisungen, bis zu 10 % Cashback, Vorrechte auf die Lieferung von Vorbestellungen (Pre-Orders) oder Zugang zum 24/7 Live Chat Kundendienst.[19]

G2A Gear wurde im Dezember 2016 veröffentlicht und ist ein Online-Shop, welcher Bekleidung und Accessoires mit Bildern und Slogans aus beliebten Spielen, Filmen, TV Shows und Comics vertreibt.

Kritik

G2A.COM wird z. T. kritisch bewertet,[20] z. B. weil Keys auf G2A.COM teilweise aus dubiosen Quellen stammen könnten[21] (etwa gehackte Kreditkartenzahlungen, Chargebacks oder missbräuchlichen Weiterverkäufen).[6] Die Firma selbst weist die Vorwürfe zurück und verweist auf interne Sicherheitssysteme sowie Händlerprüfungen.[6]

Kontroversen

Sponsorenverbot durch Riot Games

Riot Games, Entwickler von League of Legends, verbot G2A während der League of Legends World Championship 2015 das Sponsoring von Teams, da G2A entgegen Riots Nutzungsbedingungen auf seiner Plattform den Handel mit League-of-Legends-Spielerkonten fördere.[22][23]

Der Spieler Gabriel „Tockers“ Claumann des Esport-Clans INTZ wurde 2016 für das Tragen eines T-Shirts mit G2A-Logo bei dem Event Campeonato Brasileiro de League of Legends (CBLoL) mit einer Geldstrafe von 1000 US-Dollar belegt. Während des Spiels wurde er angehalten, das Logo auf seiner Schulter mit Klebeband zu verdecken.[24] In einer Pressemitteilung kündigte G2A an, die Strafe zu zahlen.[25]

TinyBuild-Games-Debatte

Im Juni 2016 warf Alex Nichiporchik, CEO von tinyBuild Games, G2A vor, seinen Händlern den Handel mit betrügerisch erworbenen Lizenzschlüsseln weiterzuverkaufen. Dies habe seinem Unternehmen einen Schaden von 450.000 US-Dollar verursacht. G2A bot an, dabei zu helfen die betrügerisch gekauften Produktschlüssel zu ermitteln, festzustellen welche Händler illegale Rückbuchungen vorgenommen haben und diese entsprechend von der G2A Plattform zu entfernen. G2A stellte gleichzeitig die genannte Schadensumme von 450.000 US-Dollar in Frage. Unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass Spiele bereits auf anderen Webseiten mehrfach vergünstigt oder gar kostenlos angeboten worden sind,[26] hätte man den Eindruck, die Forderung sei künstlich überhöht.

Seitens tinyBuild wurde bemängelt, dass man sich mit der Art und Weise der Kommunikation seitens G2A unter Druck gesetzt fühle. Es würde versucht, eine Partnerschaft mit G2As Bezahloption-Plattform eingehen zu müssen, welche dann einen Teil der Umsatzerlöse an G2A abführen würde, im Austausch für die Eliminierung der betreffenden Accounts.[27]

Im Anschluss an diese Debatte kündigte G2A erweiterte Bestätigungsschritte im Frontend zur Verbesserung der Sicherheit auf dem Marktplatz an. Diese beinhalten die Profile in den Sozialen Medien und die Verifizierung der Telefonnummer, sowie weitere Überprüfungen, sobald mehr als zehn Produkte über ein Konto verkauft worden sind.[28] Weiterhin wurde mit G2A Direct ein Support-System für Entwickler eingeführt, welches neben anderen Option, Entwicklern und Herausgebern erlaubt, Gebühren (developer fees) von bis zu 10 % auf alle durch G2A verkauften Produkte zu erheben.[29]

Gearbox Software

Gearbox Software kündigte 2017 jegliche Zusammenarbeit mit G2A.COM wegen anhaltender Kritik, u. a. vom Spiele-Youtuber TotalBiscuit, an den Geschäftspraktiken des Marktplatzes.[30] Der Entwickler forderte zuvor die Umsetzung einer Reihe konkreter Käuferschutzmaßnahmen und die Möglichkeit für Entwickler und Publisher, illegal erworbene Aktivierungscodes auf der Plattform als solche melden zu können.[31][32] Der Reseller stritt die Kritik als unbegründet ab und kam den Forderungen nicht nach, woraufhin Gearbox den Verkauf der eigenen Produkte über die Plattform einstellte.[33][34][35]

Journalistenbestechung

2019 hatte der Indie-Publisher No More Robots[36] mit dem Aufruf „Ladet euch lieber eine Raubkopie runter, bevor ihr ein Spiel bei G2A kauft“ (dem sich auch andere Indie-Entwickler anschlossen) eine weitere Kontroverse rum im G2A.COM entfacht.[36][37] Beklagt wurde, dass wenn ein Key auf G2A.COM verkauft wird, die Entwickler dadurch kein Geld bekommen.

Zusätzliche Kritik rief während dieser Kontroverse ein Schreiben von G2A.COM hervor das an zehn Medien gesendet wurde. G2A.COM bat die jeweiligen Redaktionen einen Artikel zu veröffentlichen in dem über das Geschäftsmodell der Plattform „aufgeklärt“ werden sollte. Der Artikel sollte jedoch gegen Zahlung platziert und nicht als Anzeige deklariert werden.[38][37] G2A.COM schob die Verantwortung, nachdem das Schreiben öffentlich geworden war, auf einen Mitarbeiter der unautorisiert gehandelt habe.[37]

Commons: G2A.com – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • G2A.CO – Unternehmenswebsite
  • G2A.COM – Website des Marktplatzes

Einzelnachweise

  1. a b What is G2A.COM? In: G2A.COM. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
  2. G2A.COM. GameStar, 23. April 2017, abgerufen am 1. Mai 2017.
  3. G2A.COM Information. In: RocketReach. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
  4. a b G2A.COM Offices around the world. In: G2A.COM. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
  5. Jim Martin: How does G2A work? In: PC Advisor. Archiviert vom Original am 13. Mai 2017; abgerufen am 25. Januar 2017.
  6. a b c d e f Cristian Fuentes: G2A Erfahrungen 2025: Wie seriös ist der Key-Marktplatz wirklich? In: Süddeutsche Zeitung. November 2025, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  7. a b Marcin Strzyżewski: W sześć lat od pomysłu, do siedmiusetosobowej korporacji – z wizytą w G2A. In: Onet Gry. 7. Dezember 2016, archiviert vom Original am 4. September 2018; abgerufen am 25. Januar 2017.
  8. The Early History of G2A. In: PR Newswire. 3. Januar 2016, abgerufen am 25. Januar 2017 (englisch).
  9. Kevin Joice: G2A Reveal Second VR Videogame. In: VRFocus. 25. April 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2017; abgerufen am 25. Januar 2017.
  10. Michael Molitch-Hou: 3D Printing and Gaming Merge in G2A 3D+ Project. In: 3D Printing Industry. 25. April 2016, abgerufen am 25. Januar 2017.
  11. Sam Nordmark: Virtus Pro and Na`Vi get a controversial new sponsor. In: Dot Esports. 22. Juli 2016, abgerufen am 16. Januar 2024.
  12. Mike Stubbs: Sporting Lisbon enters eSports with top Portuguese FIFA player. In: MCV/Develop. Abgerufen am 16. Januar 2024 (englisch).
  13. Khalija: G2A at Gamescom & Showing off G2A Land for Oculus Rift. In: Curse. 31. Juli 2015, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. Juli 2016; abgerufen am 25. Januar 2017.
  14. Zeena Al-Obaidi: Ride Through the Streets of Gotham City With G2A and MSI’s Latest VR App. In: VRFocus. 31. Mai 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2017; abgerufen am 25. Januar 2017.
  15. G2A announces VR title Blunt Force. In: bit-tech. Archiviert vom Original am 31. Juli 2017; abgerufen am 25. Januar 2017.
  16. Scott J Grunewald: The G2A 3D+ Project Brings 3D Printing and Video Games Together. In: 3DPrint.com. 10. Februar 2016, abgerufen am 25. Januar 2017 (amerikanisches Englisch).
  17. Richard Scott-Jones: G2A: How they say they're cleaning up their act. In: PCGamesN. 27. Dezember 2016, abgerufen am 25. Januar 2017.
  18. G2A Direct. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  19. Richard Scott-Jones: G2A unveil game bundles in overhaul of controversial Shield service. In: PCGamesN. 22. Dezember 2016, abgerufen am 25. Januar 2017.
  20. Marcel Weber: Ist G2A seriös? Erfahrungen und wichtige Hinweise für Nutzer. In: giga.de. 12. Juni 2025, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  21. Patrick Klepek: How The Controversial Steam Key Marketplace G2A Got So Big. In: Kotaku. 1. August 2016, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  22. Riot asks League of Legends teams to pull G2A branding. In: MCV/Develop. 7. Oktober 2015, abgerufen am 16. Januar 2024.
  23. Andy Chalk: G2A calls League of Legends sponsorship ban "an aggressive attack". In: PC Gamer. 9. Oktober 2015, abgerufen am 16. Januar 2024 (englisch).
  24. Mike Kent: Brazilian LoL Player Fined For G2A Logo. In: Dexerto. 19. Februar 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2017; abgerufen am 16. Januar 2024.
  25. G2A Pays Young Gamer's Fine for Banned Logo at e-sports Campeonato Brasileiro de League of Legends (CBLoL) 2016. In: PR Newswire. 15. Februar 2016, abgerufen am 16. Januar 2024.
  26. The TinyBuild Summer Madness Giveaway. In: Facebook. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  27. Charlie Hall: As war of words between indie dev and reseller intensifies, IGDA distances itself. In: Polygon. 22. Juni 2016, abgerufen am 25. Januar 2017.
  28. Wesley Yin-Poole: Game key reseller G2A moves to legitimise its business. In: Eurogamer. 8. Juli 2016, abgerufen am 25. Januar 2017 (britisches Englisch).
  29. Wesley Yin-Poole: G2A to give developers royalties on third-party auctions. In: Eurogamer. 28. Juni 2016, abgerufen am 25. Januar 2017 (britisches Englisch).
  30. Peter Steinlechner: Entwicklerstudio Gearbox stellt G2A.com vor Ultimatum. In: Golem. 7. April 2017, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  31. Jeffrey Matulef: Gearbox partners with controversial game key reseller G2A for Bulletstorm: Full Clip Edition bundle. In: Eurogamer. 6. April 2017, abgerufen am 21. November 2023 (englisch).
  32. Alex Wawro: Gearbox partners with G2A, then vows to back out unless G2A takes steps to fight fraud. In: Gamasutra. 6. April 2017, abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
  33. Brendan Caldwell: Gearbox drops partnership with key reseller G2A. In: Rock Paper Shotgun. 10. April 2017, abgerufen am 21. November 2023 (englisch).
  34. Charlie Hall: G2A's relationship with Gearbox ends with the launch of Bulletstorm remake (update). In: Polygon. 10. April 2017, abgerufen am 23. Dezember 2025 (englisch).
  35. Alexander Schneider: Gearbox vs. G2A: Jetzt äußert sich der Marktplatz zur Situation. In: IGN. 11. April 2017, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  36. a b Leo Kelion: Pirate our games, don't buy them from key resellers, say indies. In: BBC News. 8. Juli 2019, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  37. a b c Daniel Herbig: Key-Reseller: Warum der Streit über G2A eskaliert. In: Heise. 10. Juli 2019, abgerufen am 23. Dezember 2025.
  38. Witold Pryjda: G2A wollte positive Berichte kaufen und wurde auf frischer Tat erwischt. In: winfuture.de. 9. Juli 2019, abgerufen am 23. Dezember 2025.