G. William Farthing

G. William Farthing ist ein US-amerikanischer Psychologe und seit 2013 emeritierter Professor der University of Maine.[1]

Leben

Er promovierte (Ph.D.) 1969 an der University of Missouri und widmet sich seither der Psychologie. Seine Lehrinteressen umfassen Evolutionspsychologie, Motivation, Kognition und allgemeine Psychologie. An der University of Maine hat er maßgeblich zur Psychologieausbildung im Bachelor- und Masterstudium beigetragen.

Werk

Seine Forschungsinteressen beziehen sich auf Risikoverhalten, Entscheidungsprozesse und evolutionäre Denk- und Verhaltenstheorien.

Er hat eine Reihe von lernpsychologischen Studien bei Tauben durchgeführt. In einer Studie mit variablem Verstärkungsintervall zeigte er beispielsweise, dass die relativen Hemmungsgradienten mit zunehmender Trainingsdauer steiler wurden. Dabei wurden von ihm mehrere Probleme des Hemmungskonzepts untersucht und Implikationen der Ergebnisse für theoretische Analysen des operanten Unterscheidungslernens diskutiert.

Er testete auch Vorhersagen aus der Costly-Signaling-Theorie; diese versucht zu erklären, wie Individuen durch aufwendiges oder riskantes Verhalten Verlässlichkeit vermitteln. In seinen Studien ging er davon aus, dass Frauen als Langzeitpartner körperlich risikofreudige (mutige, sportliche, fitte) Männer gegenüber risikoscheuen bevorzugen würden. Anhand von Szenarien mit risikoreichen Handlungen bestätigte sich diese Vorhersage für heroische (mutige, altruistische), nicht jedoch für nicht-heroische (mutige, nicht-altruistische) Handlungen. Offenbar überwog hier die Sorge der Frauen um Risiken für ihre Partner den positiven Signalwert der Risikobereitschaft der Männer, wenn deren Handlungen hochriskant waren und keinen praktischen Nutzen hatten. Diese Theorie findet Anwendung nicht nur in der Partnerwahl, sondern auch in der Wirtschaft.

Sein bedeutendstes Werk ist The Psychology of Consciousness. Darin behandelt er lehrbuchartig Themen des Bewusstseins aus naturwissenschaftlicher Perspektive und aus Sicht der kognitiven Psychologie. Zur Sprache kommen normale Wachbewusstseins- wie auch veränderte Bewusstseinszustände; abgehandelt werden Merkmale des Bewusstseins, Faktoren, die den Bewusstseinsstrom beeinflussen, die Unterscheidung zwischen bewusstem und unbewusstem Geist, die Beziehung zwischen Gehirn und Bewusstsein, Introspektion, Tagträume, Schlaf, Träume, Hypnose, Meditation und Zustände psychedelischer Drogen. Basierend auf der Überzeugung, dass Psychologie ein natürliches Phänomen und ein Produkt der Gehirnfunktionen ist, legt er den Schwerpunkt auf die Darstellung systematischer Forschung und daraus folgender theoretischer Interpretationen; darüber hinaus werden klinische Anwendungen sowie relevante konzeptionelle und philosophische Fragen diskutiert.

Privates

Er ist verheiratet mit Carol Farthing.

Publikationen (Auswahl)

Monografien
Zeitschriftenartikel

Einzelnachweise

  1. G. William Farthing, Ph.D. auf University of Maine, abgerufen am 29. September 2025.