Głobino
| Głobino | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Polen
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| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Słupsk | |
| Gmina: | Redzikowo | |
| Geographische Lage: | 54° 26′ N, 17° 6′ O | |
| Einwohner: | 448 | |
Głobino (deutsch Gumbin) ist ein Dorf bei Słupsk (Stolp) in der polnischen Woiwodschaft Pommern.
Geographische Lage
Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 6 Kilometer südöstlich von Stolp. Nachbardörfer sind Płaszewko (Plassow) im Südwesten und Stanięcino (Stantin) im Nordosten. Durch die Feldmark des Dorfs fließt der Bach Glaskow.
Geschichte
Im 19. Jahrhundert wurden bei der Urbarmachung eines zuvor mit Eichen bewachsenen Flurstücks zwischen Gumbin und Stantin mehrere Brandgrubengräber aus der vorrömischen Eisenzeit gefunden.[1]
Gumbin, seiner historischen Dorfform nach ein Winkelzeilendorf, zählte in älterer Zeit zu den adligen Dörfern. Im Park des Ritterguts waren Reste eines Burgwalls vorhanden, der im Volksmund als Fressberg oder als Kuckucksberg bezeichnet wurde. Das Gut soll sich bereits 1396 zusammen mit dem Gut Kriwan im Besitz der Familie Vormann befunden haben. Um 1450 war Lütcke Massow der Besitzer. 1523 wird ein Laffrens voreman to gumbyn genannt. Im 18. Jahrhundert wechselten die Besitzer häufig. Um 1784 hatte Gumbin ein großes und ein kleines Vorwerk, drei Bauern, drei Kossäten, auf der Feldmark eine von der Glaskow angetriebene Wassermühle und insgesamt 14 Haushaltungen.[2] Im Zeitraum 1924–1938 und danach befand sich das Gut im Besitz der Familie Guhlke.
Vor 1945 gehörte Gumbin zum Landkreis Stolp im Regierungsbezirk Köslin der Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Die Gemeindefläche war 679 Hektar groß. Auf dem Gemeindegelände gab es zwei Wohnorte:[3]
- Gumbin
- Gützlafsthal
1925 standen in Gumbin 64 Wohngebäude. Außer den Gutsbetrieb gab es 53 bäuerliche Betriebe. 1941/42 waren in dem Dorf ein Gasthof, eine Gemischtwarenhandlung, eine Schmiede und eine Stellmacherei vorhanden. Im Jahr 1945 bestanden im Dorf 111 Haushaltungen. In der im Jahr 1932 einstufigen Volksschule unterrichtete ein Lehrer 52 Schulkinder.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Gumbin am 8. März 1945 von der Roten Armee besetzt und anschließend zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der Folgezeit wurden die Dorfbewohner vertrieben.[4]
Später wurden in der BRD 233 und in der DDR 62 Dorfbewohner aus Gumbin ermittelt.[4]
Entwicklung der Einwohnerzahl
- 1821: 104 (einschließlich der Bewohner der Wassermühle)[5]
- 1910: 421, davon 188 in der Landgemeinde und 133 im Gutsbezirk[6]
- 1939: 432
- 2010: ca. 450
Kirchspiel
Die Einwohner von Gumbin waren vor 1945 mit wenigen Ausnahmen evangelisch. Im Jahr 1925 hatte Gumbin vier Bewohner katholischer Konfession, was 0,9 % der Einwohnerzahl entsprach. Das Dorf war in der St.-Petri-Kirche in Stolp eingepfarrt und gehörte damit zum Kirchenkreis Stolp-Altstadt.
Verwaltungsstruktur
Der Ort bildet heute ein Schulzenamt in der Gmina Redzikowo (Landgemeinde Reitz) im Powiat Słupski (Stolper Kreis) der Woiwodschaft Pommern.
Söhne und Töchter des Ortes
- Robert von Massow (1839–1927), preußischer General der Kavallerie.
Literatur
- Gumbin (mit Kolonie Gützlafsthal), Dorf und Rittergut, Kreis Stolp, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Gumbin (meyersgaz.org).
- Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern. Lübeck 1989, S. 560–562 (Ortsbeschreibung Gumbin; PDF)
Weblinks
- Wolfgang Noffke und Stolper Heimatkreise e. V.: Ausführliche Ortsbeschreibung
- Amtsbezirk Krampe (Territorial.de)
- Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Gumbin im ehemaligen Kreis Stolp ( vom 14. August 2019 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ Adolf Stubenrauch: Die Brandgrubengräber von Gumbin, Kreis Stolp, aus vorrömischer Eisenzeit, in: Monatsblätter der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde, Zehnter Jahrgang, Stettin 1896, S. 69–71 (Google Books).
- ↑ Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band, 2 Stettin 1784, S. 971, Nr. 61
- ↑ Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Gumbin im ehemaligen Kreis Stolp ( vom 14. August 2019 im Internet Archive)
- ↑ a b Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern. Lübeck 1989, S. 562 (Ortsbeschreibung Gumbin; PDF)
- ↑ Alexander August Mützell, Hrsg.: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 2, Halle 1821, S. 104
- ↑ Gumbin (mit Kolonie Gützlafsthal), Dorf und Rittergut, Kreis Stolp, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Gumbin (meyersgaz.org).