Günther Brendel

Günther Brendel häufig auch Günter Brendel (* 17. Januar 1930 in Weida; † 8. Januar 2026 in Berlin)[1] war ein deutscher Maler und Grafiker. Viele Jahre war er Professor für Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

Leben

Nach einer Ausbildung und Arbeit als Dekorationsmaler 1944–1948 in Weida studierte Günther Brendel bis 1951 an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste in Weimar bei Otto Herbig, Hans Hoffmann-Lederer und Hermann Kirchberger. Nach der Neuausrichtung der Hochschule hin zur Architektur setzte er sein Studium bis zum Diplom von 1951 bis 1953 in Dresden an der Hochschule für Bildende Künste bei Fritz Dähn und Rudolf Bergander fort. Als Diplomarbeit schuf er das Tafelbild Kindergarten. Hilfe für die werktätige Frau (Öl, 162 × 130 cm),[2] das auch auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung in Dresden ausgestellt wurde. 1954 arbeitete er kurzzeitig freischaffend in Dresden. Nach seinem Umzug nach Berlin übernahm er 1954 dort eine Assistentenstelle an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee, wo er 1956 bis 1959 als Aspirant, von 1959 bis 1964 als Oberassistent für Malerei und danach als Dozent arbeitete. 1969 übernahm er die Professur für Malerei.

Brendel war ab 1967 Mitglied des Präsidiums des Verbands Bildender Künstler der DDR und ab 1978 Vorsitzender des Berliner Bezirksverbands. Er hatte in der DDR eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. an der Dritten Deutschen Kunstausstellung 1953 bis zur X. Kunstausstellung der DDR in Dresden 1987/1988. 1980 wurde er im Berliner Ausstellungszentrum am Fernsehturm mit der Ausstellung Günther Brendel und seine Schüler geehrt.

Studienreisen führten Brendel in die Sowjetunion, nach Rumänien und nach Bulgarien.

Er wird am 24. Januar 2026 im Kreise der Familie auf dem Friedhof 2 in Berlin-Karow beigesetzt.

Werke (Auswahl)

Brendel stellte meist das alltägliche Schöne und Gute dar, malte gern Natur- und Stadtlandschaften, Szenen aus dem Arbeitslebens und auch Porträts.[3][4] Das Kunstarchiv Beeskow bewahrt viele Bilder von Brendel auf.[4]

Tafelbilder (Auswahl)

  • Braunkohletagebau (Mischtechnik; ausgestellt 1958/1959 auf der Vierten Deutschen Kunstausstellung in Dresden)[5]
  • 1959: Fest der Jugend[3]
  • 1962: Aufbau des Berliner Stadtzentrums[6]
  • 1964: Paul Robeson (Mischtechnik)[7]
  • 1966/67: Familie (Gouache; ausgestellt 1967/1968 auf der VI. Kunstausstellung der DDR)[7]
  • 1969: Bauarbeiter des Alexanderplatzes (Öl auf Holz; 180 × 240 cm)[8]
  • 1970/71: Die Parteigruppe berät (Öl; ausgestellt 1972/1973 auf der VII. Kunstausstellung der DDR)[7]
  • 1975/76: Großes Stillleben (Dispersionsfarben; Bild für die Galerie im Palast der Republik)[7], nach Abriss aufbewahrt im Deutschen Historischen Museum[4]
  • 1981/82: Porträt Prof. Wolfgang Heinz (Öl; ausgestellt 1982/1983 auf der IX. Kunstausstellung der DDR)[7]
  • 1985: Konzert für Bauarbeiter (Öl und Tempera; ausgestellt 1987/1988 auf der X. Kunstausstellung der DDR)[7]
  • Hiddensee[9]
  • Gebirgslandschaft mit Windbruch[9]
  • Boote im Hafen[9]
  • 1990: Berliner Stadtlandschaft[10]

Zeichnungen, Lithografien (Auswahl)

  • Ansicht eines Dorfes mit Industrieanlage, Aquarellzeichnung[9]
  • 1968: Marokkanische Straßenszene (Lithografie, 52 × 64,5 cm)[11]
  • 1992: Pythagoras mit Spiralen (Tusche auf Karton, 60 × 50 cm, 1992; Kunsthalle der Sparkasse Leipzig)[12]

Baugebundene Kunst (Auswahl)

Einzelausstellungen

Auszeichnungen

Literatur

  • Karl-Heinz Klingenburg: Atelierbesuch bei Günther Brendel. In: Bildende Kunst, Berlin 1/1967, S. 14–17
  • Karl-Heinz Klingenburg: Günther Brendel. In: Weggefährten. 25 Künstler der Deutschen Demokratischen Republik. VEB Verlag der Kunst, Dresden, 1970. S. 32–47
  • Brendel, Günther. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 109/110
  • Ausstellungskatalog Günther Brendel und seine Schüler; Kulturdirektion Berlin, 1980
  • Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1983; S. 64 ff. u. a.
  • Schichtwechsel – Kunst aus 40 Jahren DDR / Katalog: Eine Ausstellung des Kunstarchivs Beeskow mit einem Beitrag von Dr. Herbert Schirmer. 2010 bis 2013.

Einzelnachweise

  1. Kunst: Maler Günther Brendel gestorben. In: jungewelt.de. 13. Januar 2026, abgerufen am 13. Januar 2026.
  2. Rudolph; Brendel Kramer: Kindergarten (Diplomarbeit). 1953, abgerufen am 24. Januar 2023.
  3. a b c Günther Brendel (*1930), abgerufen am 16. Januar 2026.
  4. a b c Ingeborg Ruthe: Mit seinen Bildern wuchsen Generationen auf. Berliner Zeitung, (Printausgabe) 16. Januar 2026, S. 12. online.
  5. bildatlas, Bild 333, abgerufen am 16. Januar 2026.
  6. Bildatlas, Bild 268 abgerufen am 16. Januar 2026.
  7. a b c d e f Bildindex der Kunst & Architektur.
  8. Bildatlas, Bild 516, abgerufen am 16. Januar 2026.
  9. a b c d Bilder von Günther Brendel aus Auktionen zwischen 2011 und 2024. (Ansichten nur mit Abonnement), abgerufen am 16. Januar 2026.
  10. Bildatlas, Bild 1576, abgerufen am 16. Januar 2026.
  11. Marokk. Straßenszene auf www.irrgangfinearts.de
  12. Pythagoras mit Spiralen, Günter Brendel – Detailseite Kunstwerk – Kunsthalle der Sparkasse Leipzig. Abgerufen am 26. Juni 2022.
  13. Günther Brendel zum 90., auf moderne-regional.de
  14. (Wandbild ohne Titel) von Günter Brendel, abgerufen am 16. Januar 2026.