Günter Leufgen

Günter Leufgen
Personalia
Geburtstag 27. März 1944
Geburtsort Essen, Deutschland
Position Abwehrspieler
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1963–1977 Schwarz-Weiß Essen 337 (11)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Günter „Pommes“ Leufgen (* 27. März 1944) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er spielte auf der Position eines Verteidigers. Bei seinem Heimatverein Schwarz-Weiß Essen absolvierte der Defensivakteur von 1963 bis 1974 in der damals zweitklassigen Regionalliga West in den elf Runden des Bundesligaunterbaus insgesamt 265 Ligaspiele, in denen er acht Tore erzielte. In der Saison 1966/67 gehörte er dem Vizemeisterteam von ETB an. Leufgen ist der Regionalliga-Rekordspieler von Schwarz-Weiß Essen.[1] Es folgten noch drei Runden in der 2. Bundesliga Nord mit 72 Ligaeinsätzen und drei Toren.

Laufbahn

Regionalliga West, 1963 bis 1974

Nachdem Schwarz-Weiß Essen 1963 nicht für die Bundesliga berücksichtigt worden war, spielte der aus der Jugend und dem Amateurteam gekommene Leufgen bis 1974 mit der Mannschaft vom Uhlenkrug in der Regionalliga West und nach der Einführung der 2. Bundesliga ab 1974, mit SWE noch die drei ersten Runden in deren Nordstaffel. Unter Trainer Willibald Hahn wurde um die wenigen Leistungsträger aus der vormaligen Oberliga West, Torhüter Hermann Merchel und Verteidiger Karlheinz Mozin, eine neue ETB-Mannschaft aufgebaut. Aus dem eigenen Nachwuchs rückten Gerd Kohl und Günter Leufgen nach und es kamen etliche Neuzugänge wie Iwan Fränkel, Axel Kiefer, Harald Bergmann und Heinz Kördell an den Uhlenkrug. Aber auch aus dem Amateurbereich wurde sich mit Günter Krafczyk, Richard Kulot, Willi Ridder und Horst Kracht bedient. Die Abgänge von Heinz Steinmann, Horst Trimhold, Theo Klöckner, Manfred Rummel und Hans Küppers wogen sportlich schwer.

Am 5. Januar 1964, bei einem 3:1-Auswärtserfolg beim VfB Bottrop, debütierte Leufgen als rechter Außenläufer in der Regionalliga West. Mit Horst Kracht und Heinz Ingenbold bildete er dabei vor dem Verteidigerpaar Mozin und Kulot sowie Torhüter Merchel die Läuferreihe im damaligen WM-System. Mit derselben Läuferreihe glückte auch am 23. Februar 1964 ein 2:1-Auswärtserfolg auf dem Bökelberg gegen Borussia Mönchengladbach. Leufgen und Kollegen bekämpften dabei wirkungsvoll den Gladbacher Innensturm mit Karl-Heinz Mülhausen, Heinz Crawatzo und Günter Netzer. Am Rundenende belegte Schwarz-Weiß den 13. Rang und Leufgen hatte dabei in 21 Ligaspielen mitgewirkt.

Mit einer starken Defensivabteilung glückte 1966/67 unter Trainer Horst Witzler die Vizemeisterschaft und damit der Einzug in die Bundesliga-Aufstiegsrunde. In 34 Rundenspielen hatte die ETB-Defensive lediglich 23 Gegentreffer zugelassen und war somit Garant des Erfolges gewesen. Die Stammspieler in der schwarz-weißen Abwehr waren Torhüter Hermann Merchel und die Feldspieler Hans Hülsmann, Karlheinz Mozin, Günter Leufgen, Horst Kracht und Hermann Bredenfeld gewesen. Im Mittelfeld hatte Ulrich Braun die Fäden gezogen und war zumeist Initiator des Konterspiels über Hans Walitza, Gerd Kohl, Alfred Semelka und Manfred Kaufmann. Der von Bremen zurückgekehrte Altnationalspieler Klöckner war verletzungsbedingt fast die gesamte Rückrunde ausgefallen und Angreifer Dieter Perau war im Laufe der Hinrunde nach Pittsburgh abgewandert. In der Aufstiegsrunde verpassten Leufgen und Kollegen mit einem Punkt Rückstand zu Borussia Neunkirchen den Aufstieg in die Bundesliga. Das Hinspiel in Neunkirchen hatte der ETB am 1. Juni 1967 mit 0:2 verloren, das Rückspiel am 21. Juni endete in Essen 1:1. In beiden Spielen war „Pommes“ Leufgen an der Seite von Mozin als Verteidiger aufgelaufen und der torgefährliche Halbstürmer Wolfgang Gayer hatte alle drei Tore für die Saarländer erzielt.

Den Erfolg der Runde 1966/67 konnte Leufgen mit Essen in den nächsten Jahren nicht mehr wiederholen, er gehörte aber immer der Stammbesetzung an, gestoppt wurde er nur durch Verletzungen. In den drei Saisons 1968/69, 1970/71 und 1973/74 absolvierte der zuverlässige und einsatzfreudige Verteidiger jeweils alle 34 Rundenspiele. „Pommes“ hatte es längst zu Kultstatus gebracht. Durch finanzielle Zwänge im Verein erlebte er ein ständiges Gehen von talentierten Spielern, der ETB finanzierte seine Regionalligamannschaft in erster Linie durch Abgänge an zahlungskräftige Abnehmer. Der VfL Bochum, Fortuna Köln und der Wuppertaler SV taten sich dabei besonders hervor. Hans Walitza, Wolfgang Glock, Heinz-Dieter Lömm, Rolf Kucharski, Manfred Müller, Rolf Bauerkämper, Michael Lameck, Reinhard Majgl und Holger Trimhold gehörten der nicht vollständigen Liste der sportlichen Verluste an, die aber dem Verein das Geld einbrachten, um den Ligabetrieb aufrechtzuerhalten.

Als die Ära der zweitklassigen Regionalliga im Sommer 1974 zu Ende ging, hatte Günter Leufgen in elf Runden 265 Verbandsspiele in dieser Liga absolviert und acht Tore erzielt. Er ist damit der Regionalliga-Rekordspieler von Schwarz-Weiß Essen. Das letzte Regionalligaspiel bestritt Günter Leufgen am 5. Mai 1974 bei einem 2:1-Heimerfolg gegen den Vizemeister Rot-Weiß Oberhausen.

Mit folgender Aufstellung beendete SW Essen die zweitklassige Regionalligaära: Hans Wulf; Günter Leufgen, Udo Leunissen, Udo Schorning, Günter Kirch; Klaus Franke (2 Tore), Holger Trimhold, Günter Riepert; Klaus Albert (66. Peter Szech), Helmut Lausen (46. Herbert Zimmer), Dieter Schulitz.

2. Bundesliga Nord, 1974 bis 1977

„Pommes“ Leufgen trat mit SWE auch noch ab 1974/75 im neu geschaffenen Bundesliga-Unterbau, der zweigleisigen 2. Bundesliga, in der Nordstaffel an. Die Saison eröffnete der ETB am 4. August 1974 unter Trainer Albert Becker mit einem 0:0-Heimremis gegen den VfL Wolfsburg. Leufgen hatte vor 5000 Zuschauern als linker Außenverteidiger seinen Einstand in der neuen Liga gefeiert. Trotz eines 18-fachen Torschützen wie Hans Fritsche und weiteren Mitspielern wie Torhüter Hans Wulf, Klaus Albert, des Routiniers Horst Gecks, Franz-Josef Laufer, Holger Trimhold und Herbert Zimmer reichte es aber mit 34:42 Punkten lediglich zum 12. Tabellenrang. Die Auswärtsschwäche mit 7:31 Punkten ließ einfach nicht mehr zu und hatte auch der Nachfolger von Trainer Becker, Hubert Schieth, ab Januar 1975 nicht ändern können. Die Runde beendete der ETB am 15. Juni 1975 mit einem 4:1-Heimerfolg gegen den VfL Osnabrück. Vor 1500 Zuschauern war Leufgen als rechter Außenverteidiger aktiv gewesen.

In der zweiten Runde 2. Bundesliga, 1975/76, verbesserte sich der ETB mit einer Heimbilanz von 31:7 Punkten auf den siebten Rang; Leufgen gehörte immer noch mit 34 Ligaeinsätzen und drei Toren zum engen Kreis der Stammspieler. Fritsche hatte mit 22 Treffern für die Torgefährlichkeit gesorgt, Torhüter Wulf hatte alle 38 Ligaspiele bestritten und seine Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt und Thomas Hörster sein Talent für die Bundesliga angedeutet. Vor 30.000 Zuschauern hatte der ETB mit Verteidiger Leufgen am 28. Dezember 1975 Tabellenführer Borussia Dortmund mit 1:0 geschlagen und am letzten Rundenspieltag, den 12. Juni 1976, das Rückspiel gegen Schwarz-Gelb vor 48.000 Zuschauern mit 0:3 verloren und der BVB feierte nach der erfolgreichen Relegation die Vizemeisterschaft und später die Bundesligarückkehr.

Am letzten Spieltag der dritten 2. Ligasaison, 1976/77, verabschiedete sich Günter Leufgen mit der Einwechslung in der 56. Minute für Eckhard Berlau-Kirschstein aus der Ligamannschaft von Schwarz-Weiß Essen. Nach 14 Runden in der Regionalliga West beziehungsweise 2. Bundesliga Gruppe Nord, hängte der Defensivspieler seine Fußballstiefel an den Nagel und zog sich in das Privatleben zurück.

Erfolge

  • Vizemeister in der Regionalliga West: 1967
  • Regionalliga-Rekordspieler von Schwarz-Weiß Essen, 265-8

Literatur

  • Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag. Kassel 2012. ISBN 978-3-89784-214-4. S. 304.
  • Achim Nöllenheidt (Hrsg.): Fohlensturm am Katzenbusch. Die Geschichte der Regionalliga West 1963 bis 1974, Band 2. Klartext-Verlag. Essen 1995. ISBN 3-88474-206-X.
  • Matthias Weinrich: Zweitliga-Almanach. Alle Spieler – Alle Vereine – Alle Ergebnisse. Agon Sportverlag. Kassel 2001. ISBN 3-89784-190-8.

Einzelnachweise

  1. Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. S. 304