Gülüstan-Mausoleum
Das Gülüstan-Mausoleum (aserbaidschanisch Gülüstan türbəsi) ist ein monumentales Baudenkmal in der Autonomen Republik Naxçıvan von Aserbaidschan.
Geschichte und Architektur
Das Mausoleum befindet sich im Dorf Gülüstan nahe der Stadt Culfa der Autonomen Republik Naxçıvan. Es liegt in einer grünen Senke, direkt am Ufer des Flusses Aras. Die Errichtung wird ungefähr auf das Ende des 12. oder den Beginn des 13. Jahrhunderts datiert.[1]
Das Mausoleum stellt einen zwölfeckigen Turm dar, der auf einem massiven Sockel steht. In der Grundform ist der Turm quadratisch und geht durch keilförmig in zwei Ebenen geschnittene Ecken im zweiten Stockwerk in ein Zwölfeck über. Ein stark ausgeprägter Gesimsabschluss krönt den Sockel. Über dem Gesims erhebt sich der Hauptkörper der Kuppel. Die Flächen der oberen Turmsektion sind mit einem komplexen und filigranen Ornament versehen. Das ursprünglich das Bauwerk krönende Zeltdach ist nicht erhalten geblieben.
Laut dem Historiker Məmmədzadə (Mamedsade) lassen sich in der Gliederung und der architektonischen Dekoration des zwölfeckigen Turmkörpers des Mausoleums deutliche Elemente erkennen, die von dem namhaften aserbaidschanischen Baumeister Əcəmi Naxçıvani (Ädschami Natschiwani) im 12. Jahrhundert entwickelt wurden. Die Muster und Ornamente dieses Monuments lassen sich mit den Ornamenten des Momine-Khatun-Mausoleums vergleichen, das 1186 von Naxçıvani erbaut wurde.[2]
Das Gülüstan-Mausoleum wird im Reisebericht (Seyahatnâme) des osmanischen Schriftstellers Evliya Çelebi erwähnt, der die Region Mitte des 17. Jahrhunderts bereist hatte.[3]
Die historische Stätte, die im Laufe der Zeit erheblichen Verfall und Beschädigungen erlitten hatte, wurde vor wenigen Jahren wieder restauriert.[4]
Literatur und Einzelnachweise
- ↑ Бретаницкий Л. С./Веймарн Б. В.: Искусство Азербайджана IV — XVIII веков. Искусство, Москва 1976, S. 80.
- ↑ Мамед-заде К. М.: Строительное искусство Азербайджана (с древнейших времён до XIX века). Элм, Баку 1983, S. 36–37.
- ↑ Саламзаде А. В.: Памятники Нахичеванской школы Азербайджанского зодчества. Элм, Баку 1985, S. 127.
- ↑ Джульфа и тёмная сторона Нахичевани. 28. Juni 2020, abgerufen am 29. Oktober 2025 (russisch).