Göttersdorf (Osterhofen)

Göttersdorf
Koordinaten: 48° 38′ N, 12° 58′ O
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 94486
Vorwahl: 08547
Lage von Göttersdorf in Bayern

Göttersdorf ist ein Ortsteil der Stadt Osterhofen im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.

Geographie

Das Dorf Göttersdorf liegt etwa elf Kilometer südwestlich von Osterhofen. Die Gemarkung Göttersdorf (095971) umfasst 6,658 km² und hat 513 Einwohner.[1]

Geschichte

1112 wird ein Gotefrid de Gottinesdorf als Zeuge in einer Urkunde genannt. 1096 wird er als ein Ministeriale der Grafen von Barnbach genannt. Um 1160 hat die „illustris domina Bertha von Gottinesdorf“ einen Freiherrn von Harbach geehelicht. Sie gab ihren Wohnsitz in Göttersdorf auf und von da an sind hier nur Pfleger erwähnt.

Im Salbuch des Landgrafen Johann des Älteren von Leuchtenberg aus dem Jahr 1395 wird Göttersdorf als Hofmark bezeichnet. 1399 erhielt die verwitwete Kunigunde von Leuchtenberg die Schlösser und Hofmarken Osterhofen, Haidenburg und Göttersdorf als Witwengut. Von den Leuchtenbergern erwarb Georg von Aham durch seine Heirat mit Margaretha von Aham die Hofmark, von ihm kam sie an Georg von Fraunberg und nach dessen Tod an Ulrich Pusch. Es folgten 1493 Johann von Leublfing, Wolf Gabriel Pusch zu Vilsheim, Florentin Abtacker und nach dessen Tod für einige Zeit seine hinterlassene Witwe, eine geborene Stiberin. Von dieser kam Göttersdorf an die Herren von Lindten, denen im 16. und 17. Jahrhundert die Hofmark gehörte und die im nahe gelegenen Willing ihre Grablege hatten. 1666 übernahm Reichsgraf Veit Adam Fugger Göttersdorf.[2] Ab 1681 wurde unter den Fuggern die bestehende teilweise noch mittelalterliche Befestigungsanlage zu einem Schloss umgebaut. Unter dem letzten Fugger, Graf Moritz Gabriel, wurde Göttersdorf 1827 versteigert. Göttersdorf wurde dabei von der bayrischen Kurfürstenwitwe Maria Leopoldine von Österreich-Este erworben, die ihr Gut aber 1833 dem bayerischen Staat überließ. Nach 1834 wurde das Schloss weitgehend abgerissen.[3]

Die Gemeinde Göttersdorf entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 und gelangte 1838 vom Landgericht Landau zum Landgericht Osterhofen. Die Gebietsreform in Bayern brachte am 1. Januar 1972 die Eingliederung der Gemeinde Göttersdorf in das Stadtgebiet von Osterhofen.[4]

Kapelle St. Georg in Göttersdorf

Zu dem Schloss gehörte auch eine romanische Kapelle, die dem heiligen Georg geweiht ist. Diese Kapelle entging dem Abriss, ist heute aber nur mehr der Unterbau des Wohnhauses Schloßbergstraße 18 von Göttersdorf. Der Kapellenfußboden liegt 3 m unter dem Oberflächenniveau des Hügels; von außen führt eine Tür zu einer Empore, von der man zu dem Kapellenboden gelangen kann. Der zweijochige Kapellenraum ist mit einem Tonnengewölbe ausgestattet. Die halbrunde Apsis wird von dem Kapellenraum durch einen Gurtbogen getrennt. In der Kapelle gibt es auch eine (vermauerte) Treppe, die früher einmal hinauf in das Schloss führte. Das Patrozinium des heiligen Georg weist auf eine frühe Burganlage hin, das Schlossbenefizium St. Georg in Göttersdorf wird in den Matrikelbüchern der Diözese Passau erstmals im Jahr 1429 erwähnt.

Seit 1837 ist das Gebäude mit der jetzt unterirdischen Kapelle in Privatbesitz; die Burgkapelle wurde im Jahr 1963 umfassend renoviert.[5][6] Die Kapelle trug bereits früher ein Profanstockwerk. Auf ein profanes Obergeschoss zur Erbauungszeit deuten auch die Lage „an einem Edelsitz“ und die Tatsache hin, dass noch kurz nach der Zerstörung des Schlosses ein schmaler Laufgang in der Mauerstärke – von einer heute zugesetzten Türöffnung unter der Empore ausgehend – beschrieben wurde.[7]

Literatur

  • Johannes Pätzold: Die vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmäler Niederbayerns. (Materialhefte zur bayerischen Vorgeschichte, Reihe B, Band 2). Verlag Michael Laßleben, Kallmünz 1983, ISBN 3-7847-5090-7, S. 65.
  • Joseph Klämpfl: Der ehemalige Schweinach- und Quinzingau. Eine historisch-topographische Beschreibung, 1855, Nachdruck 1993, Neue Presse Verlags-GmbH, Passau, ISBN 3-924484-73-2 (online bei der Bayerischen Staatsbibliothek)

Einzelnachweise

  1. Gemarkung Göttersdorf (Osterhofen) / Bayern. In: Geoindex.io. Abgerufen am 2. November 2025.
  2. Franziska Jungmann-Stadler: Landkreis Vilshofen. In: Historischer Atlas von Bayern, Altbayern Reihe I Heft 29. 1972, S. 119, abgerufen am 2. November 2025.
  3. Göttersdorf, Schlossrest in der privaten Datenbank Alle Burgen.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 585.
  5. Die Georgs-Kapelle liegt im „Dornröschenschlaf“. In: Passauer Neue Presse vom 23. April 2021, abgerufen am 26. Juli 2021.
  6. Ehemalige „Schlosskapelle“ von Göttersdorf, abgerufen am 26. Juli 2021.
  7. St. Georg in Göttersdorf, abgerufen am 26. Juli 2021.