Fundgrube Roter Hirsch
| Roter Hirsch | |||
|---|---|---|---|
| Allgemeine Informationen zum Bergwerk | |||
| Abbautechnik | Strossenbau | ||
| Seltene Mineralien | Hämatit | ||
| Informationen zum Bergwerksunternehmen | |||
| Betriebsbeginn | 20. Juni 1706 | ||
| Betriebsende | 1876 | ||
| Geförderte Rohstoffe | |||
| Abbau von | Eisenerz | ||
| Geographische Lage | |||
| Koordinaten | 50° 37′ 38,7″ N, 13° 21′ 43,4″ O | ||
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| Standort | Rothenthal | ||
| Landkreis (NUTS3) | Erzgebirgskreis | ||
| Land | Freistaat Sachsen | ||
| Staat | Deutschland | ||
| Revier | Freiberg, Olbernhau | ||
Die Fundgrube Roter Hirsch ist ein aufgelassenes Bergwerk in der Nähe des Olbernhauer Ortsteils Rothenthal. Es förderte Eisenerz für die lokale Eisenindustrie.
Lage und Aufschluss
Die Fundgrube Roter Hirsch liegt im Natzschungtal zwischen Kohlberg und Sophienstein. Sie liegt rund anderthalb Kilometer südwestlich des Olbernhauer Ortsteils Rothenthal und somit in der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří. Noch heute sind am Hirschleitenweg sowohl die Halde wie auch das verbrochene Mundloch des Stollens im Gelände zu erkennen. Die Grube förderte Eisenerz, hauptsächlich Hämatit, aus der Roteisen-Baryt-Formation.[1]
Geschichte
Die Roter Hirsch Fundgrube steht in enger Verbindung mit dem Eisenwerk Rothenthal. Der Eigentümer der Hütte, Augustus Rohdt, erhielt 1626 von Kurfürst Johann Georg I. das Privileg zum Abbau von Eisenstein in der unmittelbaren Umgebung seines Werkes.[1] Rohdts gleichnamiger Sohn gab das Werk an seinen Schwiegersohn Gottfried Linke. Am 20. Juni 1708 wurde die Grube erstmals in einer Verleihurkunde an Linke erwähnt. In den ersten Jahren nach der Erschließung lag auch die größte Ausbeute.
Das Bergwerk war mit Unterbrechungen bis ins 19. Jahrhundert in Betrieb. Von einer Generalbefahrung der Grube im Jahr 1811 ist eine ausführliche Beschreibung erhalten.[2] Demnach arbeiten in dem Bergwerk ein Eigenlöhner und drei Knechte. Der geförderte Eisenstein wurde in Rothenthal verschmolzen. Für die Wasserhaltung sollte die Grube eine Pumpe bekommen. Es wird von einem oberen und einen 128 Lachter (rund 255 Meter) langen unteren Stollen berichtet. Der untere Stollen soll eine Teufe von 18 Lachter (rund 36 Meter) erreicht haben.[2] In einem weiteren Bericht aus dem Jahr 1850 wird die Grube zwar erwähnt, aber keine Abbautätigkeiten beschrieben.[3]
Letztmalig wurde das Bergwerk 1873 an Carl August Ferdinand Zickmantel aus Freiberg verliehen. Kurz darauf wurde das Grubenfeld an Joseph Wallerstein und Robert Fritzsching verkauft. Ein Erfolg stellte sich jedoch nicht mehr ein, sodass die Grube 1875 losgesagt und zwei Stollen verwahrt wurden.[4]
Literatur
- Karlheinz Blaschke, Edgar Lehmann, Günter Möbus u. a.: Um Olbernhau und Seiffen. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme in den Gebieten von Zöblitz, Olbernhau, Neuwernsdorf und Rübenau. In: Akademie der Wissenschaften der DDR Institut für Geographie und Geoökologie Arbeitsgruppe Heimatforschung (Hrsg.): Werte unserer Heimat. Band 43. Akademie-Verlag, Berlin 1985.
- C. G. Gottschalk (Hrsg.): Sächsisches Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen. Verlag Craz und Gerlach, Freiberg 1876. (Digitalisat)
Weblinks
- Bestand 40168 Grubenakten des Bergreviers Marienberg, Nr. 820 im Bergarchiv Freiberg (Verleihkarte)
- Bestand 40040 Fiskalische Risse zum Erzbergbau, Nr. 10929 im Bergarchiv Freiberg (Riss der Grube)
- Bestand 40013 Bergamt Marienberg, Nr. 1173 im Bergarchiv Freiberg (Bericht zur Generalbefahrung der Grube 1811)
Einzelnachweise
- ↑ a b Karlheinz Blaschke, Edgar Lehmann, Günter Möbus u. a.: Um Olbernhau und Seiffen. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme in den Gebieten von Zöblitz, Olbernhau, Neuwernsdorf und Rübenau. In: Akademie der Wissenschaften der DDR Institut für Geographie und Geoökologie Arbeitsgruppe Heimatforschung (Hrsg.): Werte unserer Heimat. Band 43. Akademie-Verlag, Berlin 1985, S. 119.
- ↑ a b Johann Christian Müller: Roter Hirsch. In: Fahrbögen über das Marienberger Bergrevier. Marienberg 1811.
- ↑ Wolfgang Moritz Vogelgesang: Untersuchung der Kupfergänge und Kupferlager der Gegend von Clausnitz, Grünthal, Deutschneudorf und Sadisdorf. Freiberg 1850, S. 185–286.
- ↑ C. G. Gottschalk (Hrsg.): Sächsisches Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen. Verlag Craz und Gerlach, Freiberg 1876, S. 46.