Fritz Schultze (Philosoph)

Fritz Schultze (* 7. Mai 1846 in Celle; † 22. August 1908 in Dresden) war ein deutscher Hochschullehrer und Philosoph.

Leben

Fritz Schultze besuchte das Gymnasium in Celle, studierte nach dem 1865 abgelegten Abitur an der Georg-August-Universität Göttingen, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Jena Rechtswissenschaften, Philosophie, Philologie und Naturwissenschaften, promovierte 1869 in Jena zum Dr. phil. und wirkte 1871 nach seiner Habilitation als Privatdozent und 1875 als außerordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Jena. Im Jahr 1876 wechselte er als ordentlicher Professor für Philosophie und Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie und Pädagogik an die Polytechnische Hochschule Dresden, übernahm 1877 die Professur für Geschichte der Pädagogik und wurde Direktor des Pädagogischen Seminars.

Er war ein Vertreter der Schule der Neukantianer, setzte sich mit den Emanzipationsbestrebungen der Frauen auseinander und trat für eine Reform der weiblichen Erziehung ein.

Fritz Schultze bekannte sich offen zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),[1] in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Als Dr. Fritz Schultze, Professor der Philosophie an der polytechnischen Hochschule zu Dresden wurde er auf Blatt 12 in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.[2]

Fritz Schultze wurde auf dem Alten Annenfriedhof in Dresden beigesetzt.

Schriften

  • Der Fetischismus. Ein Beitrag zur Anthropologie und Religionsgeschichte. Carl Willferodt, Leipzig 1871 (books.google.com)
  • Kant und Darwin. Ein Beitrag zur Geschichte der Entwicklungslehre. Dufft, Jena 1875 (archive.org)
  • Die Sprache des Kindes, eine Anregung zur Erforschung des Gegenstandes. Günther, Leipzig 1880 (archive.org)
  • Philosophie der Naturwissenschaft. Eine philosophische Einleitung in das Studium der Natur und ihrer Wissenschaften. Günther, Leipzig 1881 (archive.org)
  • Das neue Deutschland, seine alten Heldensagen und Richard Wagner. Eine elementare Einführung in das Verständnis der Werke und der Bedeutung Richard Wagners. Günther, Leipzig 1888 (archive.org)
  • Stammbaum der Philosophie, 2., umgearb. und verm. Aufl., Haacke, Leipzig 1899 (hathitrust.org)

Literatur

Einzelnachweise

  1. Das Album enthält insgesamt 165 Porträts und befindet sich heute noch in der Darwin Collection im Down House, London, Luxted Road, Downe, Orpington, BR6 7JT
  2. Brunhild Gries: Emil Rade (1832–1931), sein Anteil an der naturkundlichen Erforschung Westfalens und das Darwin-Album von 1877. Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 68, 2, Münster 2006 (PDF)