Fritz Koch (Jurist)

Fritz Koch (geboren als Carl August Friedrich Koch) (* 15. März 1900 in Oldenburg (Oldb); † 12. Dezember 1985 ebenda) war ein deutscher Jurist und Politiker.

Leben

Fritz Koch wurde als Sohn eines Glasermeisters, Ratsherren und Mitgründers der örtlichen Deutschen Volkspartei (DVP) geboren und ging von 1909 bis 1917 auf das dortige Gymnasium. Nach dem Notabitur 1917 war er nur kurze Zeit Soldat und wurde nach der Novemberrevolution aus dem Dienst entlassen. 1918 war er Vorsitzender der Jugendgruppe der DVP. Er studierte ab 1919 Rechtswissenschaften in Tübingen und Göttingen. Während seines Studiums wurde er 1919 Mitglied der Burschenschaft Germania Tübingen. Als Angehöriger eines Studentenbataillons des Freikorps Haas war Koch im Oktober 1919 an Kämpfen um Augsburg und München gegen die Räterepublik in Bayern beteiligt. Sein Referendarexamen legte er im Februar 1922 am OLG Oldenburg ab, ebenso dort im Dezember sein Assessorexamen. In Göttingen wurde er im Juli 1923 zum Dr. iur. promoviert.

Koch wurde im Dezember 1925 als Rechtsanwalt beim Landgericht Oldenburg zugelassen und assoziierte sich mit der Rechtsanwaltskanzlei von Friedrich Lohse, die er ab 1957 alleine weiterführte. 1934 erhielt er auch die Zulassung beim Oberlandesgericht Oldenburg. Von 1933 bis 1945 gehörte er dem Vorstand der Anwaltskammer an. Von 1937 bis 1945 war er im Bezirk des OLG Oldenburg als Notar tätig. In der Kwami-Affäre vertrat er den Oberkirchenrat 1932 in der Strafsache gegen den Ministerpräsidenten Carl Röver. Koch war in der Zeit des Nationalsozialismus Prozessvertreter in Verfahren von Pfarrern der Bekennenden Kirche gegen die Deutschen Christen, die den Evangelisch-Lutherischen Oberkirchenrat in Oldenburg beherrschten; er vertrat auch Juden und war Strafverteidiger vor dem Sondergericht.

Von 1930 bis zu seinem Parteiaustritt 1932 gehörte er für die DVP dem Oldenburger Stadtrat an. 1932 wurde er Mitglied des Stahlhelms, zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.867.447).[1]

Im Zweiten Weltkrieg war Koch seit Juni 1940 Regierungsrat beim Luftgaukommando Hamburg. Am Endes des Krieges bewahrte er Oldenburg vor der Zerstörung durch die anrückenden Amerikaner. Diese setzten ihn 1945 als Bürgermeister von Oldenburg ein, dieses Amt hatte er für mehrere Wochen inne.[2] Von 1945 bis 1946 war er als Oberstadtdirektor von Oldenburg tätig. 1945 wurde er in die Landessynode berufen. Seine Wiederzulassung als Rechtsanwalt und Notar erhielt er 1946. Im Januar 1948 wurde er in der Kategorie V als Entlasteter entnazifiziert. 1951 gehörte er wieder dem Vorstand der Anwaltskammer an, deren Schriftführer er wurde. Von 1961 bis 1973 war er erster Präsident der Notarkammer Oldenburg.

Nach einem Schlaganfall erblindete er. Fritz Koch starb 1985 in seiner Heimatstadt.

Ehrungen

  • In Oldenburg wurde die Fritz-Koch-Straße nach ihm benannt.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die Frage der Besitzerlangung durch Vertrag zugunsten Dritter: Ein Beitrag zur Besitzlehre des Bürgerlichen Gesetzbuches. Dissertation Universität Göttingen 1923.
  • Oldenburg 1945. Erinnerungen eines Bürgermeisters. Oldenburg 1984, 2. verbesserte Auflage 1985.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/21501012
  2. Stadt Oldenburg: Stadtoberhäupter 1833 bis heute, (abgerufen am 18. Oktober 2025).