Fritz Knipper
Fritz Knipper (* 6. November 1944 in Hagen/Vechta; bürgerlich Friedrich Knipper Meyer zu Natrup) ist ein deutscher Gitarrist, Komponist und Musikpädagoge.[1]
Er war langjähriger Dozent für Gitarre an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg, der späteren Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, sowie an der Musikschule der Stadt Oldenburg und der Musikschule Wesermarsch.[1][2]
Leben und Ausbildung
Knipper wuchs in einer musikalischen Familie auf. Sein Vater, ein Amateurgeiger und Liebhaber klassischer Musik, förderte früh sein Interesse an Musik. Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Familie nach Oldenburg, wo Knipper im Alter von elf Jahren Geigenunterricht erhielt. Drei Jahre später begann er autodidaktisch Gitarre zu spielen und war bald in der lokalen Musikszene aktiv.[1]
1960 wurde Knipper im Alter von 15 Jahren Sologitarrist der Band The Flying Arrows. Sein Interesse galt unterschiedlichen Musikrichtungen wie Rock ’n’ Roll, Country, Blues und lateinamerikanischer Musik. 1962 bestand er die Aufnahmeprüfung am Bremer Konservatorium, wo er ein Studium der Orchestermusik mit Hauptfach Kontrabass begann. Parallel spielte er in verschiedenen Bands populäre Musik und finanzierte so sein Studium.[3]
Später erweiterte er seine Ausbildung in klassischer Gitarre bei Christian Kaiser und schloss das Studium mit der Note „sehr gut“ ab. Weitere Studien folgten unter anderem im Bereich des frühbarocken Gambenspiels an der Hochschule für Künste Bremen (vormals Konservatorium Bremen).
Lehrtätigkeit
1969 erhielt Knipper, noch während seines Studiums, einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg. Er war damit einer der ersten Hochschuldozenten in Deutschland, der neben klassischer Gitarre auch Popularmusik unterrichtete.[1] 1974 wurde die Hochschule in die neu gegründete Carl von Ossietzky Universität Oldenburg überführt, wo Knipper bis zu seiner Pensionierung tätig blieb.
Er entwickelte ein Curriculum, das neben klassischer Gitarrentechnik auch das Spiel in Ensembles, Improvisation, Harmonielehre der Pop- und Rockmusik sowie das Spielen nach Leadsheets einschloss. Ziel war es, angehende Musiklehrkräfte mit einem breiten stilistischen Repertoire auszustatten.
Zusätzlich unterrichtete Knipper an der Musikschule der Stadt Oldenburg, wo er Teil eines innovativen Kollegiums war, das neue Unterrichtsformen für Pop-, Rock- und Jazzmusik einführte.[4]
Künstlerische Tätigkeit
Neben seiner Lehrtätigkeit war Knipper als Musiker in unterschiedlichen Kontexten aktiv. In den 1970er- und 1980er-Jahren spielte er in mehreren Formationen, darunter die Gruppe Tau, die 1982 ein Album beim Label pläne veröffentlichte.[5] Das Werk wurde im Studio von Dieter Dierks produziert und gilt in Sammlerkreisen als Beispiel für deutsche Rockmusik der frühen 1980er-Jahre.[3]
Seit den 1970er-Jahren wirkte Knipper regelmäßig an Opern- und Theaterproduktionen mit, unter anderem am Staatstheater Oldenburg, Staatstheater Bremen und am Theater Wilhelmshaven. Dabei spielte er verschiedene Instrumente, darunter Konzertgitarre, E-Gitarre, Mandoline, Banjo und Bassgitarre. Zu den von ihm begleiteten Werken zählen unter anderem Don Giovanni, Falstaff, Die Krönung der Poppea, West Side Story und Anything Goes.[6]
Darüber hinaus trat Knipper als Interpret zeitgenössischer Musik auf, unter anderem in Aufführungen von Werken von Bernd Alois Zimmermann, Adriana Hölszky und Mikis Theodorakis. Mehrere seiner Auftritte wurden für Hörfunk und Fernsehen aufgezeichnet.[7]
Spätere Jahre
Knipper lebt seit den 1970er-Jahren in der Nähe von Oldenburg, wo er sich in seinem Atelier mit experimenteller Musik beschäftigt. In den 2000er-Jahren trat er im Duo Das Sensationelle Konzert-Duo auf, das ein breites Repertoire zwischen Klassik und Popularmusik präsentierte.[4]
Bedeutung
Fritz Knipper gilt als einer der frühen Vertreter einer Verbindung von klassischer Gitarrentradition und Popularmusik im akademischen Unterricht in Deutschland. Durch seine Tätigkeit an der Universität Oldenburg trug er zur Etablierung moderner Musikstile im musikpädagogischen Bereich bei.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Profi auf der Bühne und im Hörsaal. In: Nordwest Zeitung. 23. Februar 2013, abgerufen am 15. Oktober 2025.
- ↑ Musikschule Wesermarsch – Die Lehrkräfte. Landesverband niedersächsischer Musikschulen, abgerufen am 15. Oktober 2025.
- ↑ a b Fritz Knipper – Tau. In: Rockliquias Musikarchiv. Abgerufen am 12. Oktober 2025.
- ↑ a b Namen alle Ehre gemacht. In: Nordwest-Zeitung. 7. November 2016, abgerufen am 12. Oktober 2025.
- ↑ Tau – Album (1982). In: Discogs. Abgerufen am 12. Oktober 2025.
- ↑ Archiv Staatstheater Oldenburg. Abgerufen am 12. Oktober 2025.
- ↑ NDR Archiv – Mitschnitte Musik und Kultur. Abgerufen am 12. Oktober 2025.