Fritz Himmerich
Fritz Himmerich (* 3. August 1906 in Straßburg; † 13. Januar 1987 in Gelsenkirchen) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).
Leben
Fritz Himmerich wurde als Sohn eines Heeresbeamten geboren und verließ 1923 das Bischöfliche Konvikt in Montabaur mit der Obersekundareife. Bei den Essener Elektromotoren-Werken absolvierte er eine Lehre zum Elektromonteur und war anschließend bis 1934 auf der Schachtanlage Bergmannsglück in Gelsenkirchen tätig. Er war Mitglied des Stahlhelms und trat 1927 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 28.750),[1] wo er politischer Leiter in verschiedenen Ämtern der Ortsgruppe Buer und zuletzt Oberbereichsleiter war. 1932 wurde er Kreispropagandaleiter und zum 1. Mai 1934 hauptamtlicher Parteifunktionär. Vom 1. April 1936 bis zum 3. März 1938 war er NSDAP-Kreisleiter in Bielefeld[2] und hatte in dieser Funktion 1936 in Bielefeld Anteil an der Inszenierung der Olympischen Spiele[3]. Im Anschluss an seine Tätigkeit als NSDAP-Kreisleiter kam Himmerich als Reichshauptstellenleiter in den Stab Heß. Dort blieb er bis zu seiner Einberufung zur Wehrmacht im Jahre 1940. Mit Jahresbeginn 1942 kam er zum Aufbaustab beim Generalkommissar in der Provinz Brabant, Hans Fischböck. Ende August 1943 kehrte er zur NSDAP-Reichsleitung nach München zurück und übernahm vom 1. Dezember 1943 die Kreisleitung der NSDAP im Kreis Bernburg. Dabei wurde er vom 25. Juli 1944 bis zum 17. Februar 1945 nochmals zur Wehrmacht einberufen und war anschließend bis Kriegsende Kreisleiter. In dieser Funktion war er verantwortlich für die (sinnlose) Sprengung der Saale-Brücken in Bernburg am 13. April 1945[4].
Himmerich war vom 19. Mai 1945 bis zum 28. Februar 1948 in Fallingbostel interniert und wurde im Entnazifizierungsverfahren durch die Spruchkammer Benefeld-Bomlitz zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt, die durch die Internierung verbüßt war. Der Hauptausschuss Gelsenkirchen stufte ihn am 15. Juni 1948 in die Kategorie III (Minderbelastet) ein. Gleichzeitig wurden seine Entlassung als Elektromonteur, der Verlust der Pension sowie das Verbot der Ausübung einer Position, die mit Anstellung oder Entlassung von Personal in öffentlichen, halböffentlichen oder bedeutenden Privatunternehmen zu tun hat, verfügt.
Himmerich lebte zuletzt in Gelsenkirchen und verdiente seinen Lebensunterhalt als Angestellter.
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 156(Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Bundesarchiv R 9361-II/413812
- ↑ Stadtarchiv Bielefeld:Die NSDAP-Kreisleitung verlegt das „Horst-Wessel-Haus“ in die Hindenburgstraße 13Digitalisat
- ↑ Stadtarchiv Bielefeld:1. August 1936: Die Inszenierung der Olympischen Spiele in Bielefeld Digitalisat
- ↑ Kampf um Mitteldeutschland. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).