Fritz Gad Ascher
Fritz Gad Ascher (hebräisch פריץ גד אשר; * 26. Oktober 1908 in Berlin; † 20. März 1965 in Tel Aviv) war ein deutsch-israelischer Architekt. Nach seiner Ausbildung in Deutschland arbeitete er ab 1934 in Palästina, zunächst im Büro von Erich Mendelsohn, später für die Mandatsregierung und ab 1948 als Leiter der öffentlichen Bauten der israelischen Regierung.
Leben
Fritz Günther Ascher wurde am 26. Oktober 1908 in Berlin als zweiter Sohn des Architekten Siegfried Ascher geboren. Von 1927 bis 1932 studierte er Architektur, zunächst bei Paul Bonatz an der Technischen Hochschule Stuttgart und anschließend bei Hans Poelzig an der Technischen Hochschule Berlin, wo er sein Diplom ablegte. Als Diplom-Ingenieur und Regierungsbaumeister wurde er unter der Mitgliedsnummer 8777 in den Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin aufgenommen. Kurzzeitig arbeitete er zusammen mit seinem Vater in Berlin-Wilmersdorf.[1]
1934 flohen Vater und Sohn über Paris nach Palästina. Kurz nach seiner Ankunft wurde Ascher Mitarbeiter im Jerusalemer Büro Erich Mendelsohns, wo er bis Ende 1940 an zahlreichen Projekten beteiligt war. Ascher wirkte unter anderen am Bau der Trade School in Tel Aviv; dem Students Hostel an der Hebrew University in Jerusalem; an der Villa Weizmann in Rehovoth; dem Hadassah University Hospital sowie der School of Nursing in Jerusalem; an der University Medical School Jerusalem; der Trade School Yagour; dem Gymnasium der Hebrew University 1939 und dem Research Institute in Rehovoth. Mendelsohn lobte Ascher in einem Gutachten vom 13. Oktober 1939 für seine „Effizienz und angenehme Zusammenarbeit“.[1]
Von 1941 bis zur Gründung des Staates Israel 1948 war Ascher Architekt bei der britischen Mandatsregierung. Nach der Staatsgründung übernahm er von 1948 bis 1965 die Leitung der Abteilung für öffentliche Bauten der israelischen Regierung (MaʿAZ).[2] Ab diesem Zeitpunkt hebräisierte er seinen Vornamen und nannte sich fortan Gad Ascher. Neben seiner Arbeit als Architekt malte und zeichnete Ascher. Seine Töchter Yael Runin und Michal Rowdnitz veröffentlichten seine Werke postum. Gad Ascher starb am 20. März 1965 in Tel Aviv.[1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c Myra Warhaftig: Deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933 – Das Lexikon. Reimer, Berlin 2005, S. 51–52.
- ↑ Sophie Jung: Die festen Mauern der Daten-Clouds. In: taz. 10. August 2023, abgerufen am 26. September 2025.
Literatur
- Myra Warhaftig: Deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933 – Das Lexikon. Reimer, Berlin 2005, ISBN 3-496-01326-5, S. 51–52.