Fritjof Haft

Fritjof Guntram Haft (* 18. September 1940 in Berlin) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler. Er wirkte unter anderem als ordentlicher Professor für Strafrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsinformatik in Tübingen.

Leben

Fritjof Haft studierte Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und wurde 1960 Mitglied des Corps Isaria.[1] Er arbeitete als Assistent und wurde 1968 mit einer Arbeit über die kybernetischen Systeme im Recht an der Justus-Liebig-Universität Gießen zum Dr. jur. promoviert. 1982 habilitierte er sich an der Juristischen Fakultät der LMU München. Von 1982 bis 2005 hatte er den Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsinformatik an der Eberhard Karls Universität Tübingen inne.

Des Weiteren ist er Geschäftsführer der von ihm gegründeten Normfall GmbH in München, welche Unternehmenssoftware für Juristen entwickelt.[2] Das Unternehmen resultiert aus dem Start-up „Normfall-Projekt“ an der Universität Tübingen im Jahre 1995 zur Erstellung von rechtlichen Informationen und Werkzeugen.

Er war Initiator des Tübinger Verhandlungsseminars, wirkte 1998 bei der Einführung des Studiengangs Mediation an der Fernuniversität Hagen wesentlich mit und war langjähriges Mitglied der Prüfungskommission in Hagen für den Fernstudiengang Mediation[3] und war langjährig an der Hagen Law School für die Fachanwaltsausbildung tätig.[4]

Fritjof Haft ist evangelisch und heiratete 1968 Brigitte Vogt. Aus der Ehe gingen die Söhne Klaus und Ralf hervor.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Einführung in die Rechtsinformatik. Alber, Freiburg im Breisgau 1977, ISBN 3-495-47355-6 (in niederländischer Sprache erschienen 1980).
  • Der Schulddialog. Prolegomena zu einer pragmatischen Schuldlehre im Strafrecht. Alber, Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-495-47375-0.
  • Einführung in das juristische Lernen. 3. Auflage 1984.
  • Strafrecht – Allgemeiner Teil. 2. Auflage 1984.
  • Strafrecht – Besonderer Teil. 2. Auflage 1985.
  • Juristische Rhetorik. 3. Auflage 1985.
  • Verhandlung und Mediation. Die Alternative zum Rechtsstreit. 2., erweiterte Auflage. C. H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46105-0.
  • Aus der Waagschale der Justitia. Eine Reise durch 4000 Jahre Rechtsgeschichte. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2009, ISBN 978-3-423-05690-8.
  • mit Eric Hilgendorf: Strafrecht, besonderer Teil. 2 Bände, 9. Auflage. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59028-3.
  • als Hrsg.: Handbuch Mediation. 3., überarbeitete Auflage. C. H. Beck, München 2016, ISBN 3-406-66560-8.

Literatur

  • Haft, Fritjof. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 440.

Einzelnachweise

  1. Kösener Corpslisten 1996. Band 82, S. 1381.
  2. Biografie
  3. Studienangebote Mediation an der FernUniversität Hagen
  4. Direktorium. Abgerufen am 24. Februar 2022.