Friseurteller

Der Friseurteller, auch Baderteller genannt, ist das traditionelle Nasenschild und Zunftzeichen der Friseure. Er war vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet, ist mittlerweile aber kaum noch zu finden.

Beschreibung

Die Teller sind in der Regel aus Metall gefertigt und verchromt, wodurch sie nicht nur vor Korrosion geschützt sind, sondern auch silbern glänzen. Aufgehängt sind sie meist an zwei dünnen Ketten. Das birgt gegenüber festen Nasenschildern drei Vorteile: Zum einen kann der Teller frei im Wind schwingen, was die Windkraft auf die Wandbefestigung reduziert,[1] zum anderen entstand durch die Kollision mit hohen Wagen – dies bezieht sich vor allem auf die früheren Kutschen – ein geringerer Schaden, da der Teller nicht direkt aus der Wand gerissen wurde. Und schließlich zieht ein glänzendes Objekt die Aufmerksamkeit noch besser auf sich, wenn es sich bewegt.

Herkunft und Entwicklung

Über die Herkunft und den ursprünglichen Nutzen der Teller gibt es verschiedene Angaben. Vielerorts findet sich die Information, dass Barbiere, Bader und Wundärzte[2] früher Rasierschaum in einer ähnlichen Schale anrührten und aufschlugen.[3][4][1][5] Zugleich liefen die Bader im Mittelalter mit einer solchen Schale durch das Dorf, in dem sie gerade gastierten, und schlugen darauf, um kundzutun, dass sie das Bad bereitet hatten und nun Kunden beziehungsweise Patienten empfingen.[3][2] Darüber hinaus könnte die Schale auch dazu gedient haben, dass die Patienten beispielsweise nach dem Ziehen eines Zahns Blut hineinspuckten.[1] Aus der Barbier-, Bader- und Wundarztzunft wurde der Teller vielerorts als Zunftzeichen für die Friseure übernommen. Auch nach der Einführung der Gewerbefreiheit in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts blieb das Symbol erhalten und ist heutzutage noch in den Logos zahlreicher deutscher Friseurinnungen enthalten.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b c Ernst Jacobi: geb. ’33. Transit Buchverlag, 2008, ISBN 978-3-887-47230-6, Seite 144.
  2. a b Inke Kuster: Zunftzeichen „Frisör“ – Als der Friseur noch kein Hairartist war. Abgerufen auf hgv-beuel.de (Heimat- und Geschichtsverein Beuel am Rhein e. V.) am 18. September 2025.
  3. a b Antonio Rotonda: Zunftzeichen Barbier. Abgerufen auf bar-bier.ch (Heimat- und Geschichtsverein Beuel am Rhein e. V.) am 18. September 2025.
  4. Rüdiger Pinnig: Ein fast vergessenes Zunftzeichen. Am 29. Oktober 2014 auf lokalkompass.de (WVW/ORA Anzeigenblätter). Abgerufen am 18. September 2025.
  5. Peter Pit Elsasser: Heidelberg – Ich dreh’ mich noch einmal nach dir um. Eine Heidelberger Nachkriegskindheit. 3. Auflage, Books on Demand, 2023, ISBN 978-3-758-38054-9, Seite 126.