Friedrich von Uslar-Gleichen (Politiker, 1882)

Friedrich Freiherr von Uslar-Gleichen (* 6. März 1882; † 14. Mai 1945 in Neuruppin) war ein deutscher Landrat in der Zeit des Nationalsozialismus.

Leben

Er stammte aus dem niedersächsischen Adelsgeschlecht Uslar-Gleichen. Seine Eltern waren Freiherr Karl von Uslar-Gleichen und Alwine Müller. Der Vater war Gutsbesitzer auf Mittelgut Appenrode im Landkreis Göttingen. Friedrich von Uslar-Gleichen hatte zwei Brüder.

Der Hauptmann d. R. und NSDAP-Mitglied (Mitgliedsnummer 940.056) wurde am 1. November 1933 Landrat[1] im preußisch-brandenburgischen Kreis Ruppin. Am 27. Juli 1933 verkündete er die Auflösung des KZ Neuruppin.[2]

Bedingt durch die Mitgliedschaft in der NSDAP trat er im März 1939 weisungsgemäß aus dem Johanniterorden aus. Der Kongregation gehörte er als Ehrenritter seit 1918 an, organisiert in der Hannoverschen Provinzial-Genossenschaft.[3]

Freiherr von Uslar-Gleichen war SS-Mitglied (SS-Nummer 314.928) und wurde am 30. Januar 1941 zum Sturmbannführer ernannt. Als solcher war er für das Reichssicherheitshauptamt tätig, respektive diesem zugeordnet. Am 20. April 1944 wurde er zum Obersturmbannführer befördert. Das Amt des Ruppiner Landrates übte er bis zum Kriegsende 1945 aus. Er starb am 14. Mai 1945 in dem zum Lazarett umgebauten Offizierssommersitz (heute Seehotel) Gildenhall in Neuruppin.[4]

Friedrich von Uslar-Gleichen heiratete 1914 die Gutsbesitzerstochter Ina Lücke-Trebitz (a. d. Elbe), den Schwiegereltern gehörte Schloss Trebnitz. Das Ehepaar hatte eine Tochter. Die Witwe lebte zuletzt mit der Familie ihrer Tochter in Appenrode bei Göttingen, dem langjährigen Gut der Familie von Uslar-Gleichen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Warnack (Hrsg.): Taschenbuch für Verwaltungsbeamte 1939, Behördennachweis und Personenverzeichnis. Jg. 56, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1939, S. 447. Digitalisat
  2. Peter Pusch: Historisches. In: Märkische Allgemeine Zeitung. Mazonline Auflage. Nr. 13.05.2018. Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG, Hannover, Neuruppin, Potsdam 13. Mai 2018, S. 1. Digitalisat
  3. Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem/Johanniterorden (Hrsg.): Johanniter-Ordensblatt. Mitteilungsblatt für die Mitglieder des Johanniterordens. 1939. 3, 80. Jahrgang, 147. Nachweisung, Eigenverlag, Berlin 20. März 1939, DNB 013197398, S. 15.
  4. Matthias Schmettow (Graf von.), Ingrid Schmettow (Gräfin von.): Gedenkbuch des deutschen Adels: Nachtrag. , C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1980, ISBN 3-7980-6980-8, S. 51. Vorschau-Digitalisat