Friedrich von Bonhoeffer
Friedrich Ernst Tobias Bonhoeffer, seit 1893 von Bonhoeffer, (* 16. Juli 1828 in Oberstetten; † 11. Januar 1907 in Tübingen) war ein deutscher Jurist. Für seine Verdienste wurde er in den Adelsstand erhoben.
Leben
Bonhoeffer war der Sohn eines Pfarrers und evangelischer Konfession. Er stammte aus der Gelehrtenfamilie Bonhoeffer, die ursprünglich aus Nimwegen stammt und seit 1513 in Schwäbisch Hall nachweisbar ist. Die Familie brachte zahlreiche Pfarrer, Ärzte und Juristen hervor. Bonhoeffers Enkel Dietrich Bonhoeffer und Klaus Bonhoeffer waren NS-Widerstandskämpfer, die kurz vor Ende des 2. Weltkrieges hingerichtet wurden.
Nach dem Abitur in Schwäbisch Hall studierte er von 1846 bis 1851 Rechtswissenschaft in Tübingen. Er war Mitglied des Corps Guestphalia Tübingen.[1]
Er trat in die württembergische Justiz ein. Er wurde zunächst 1859 Gerichtsaktuar in Neresheim und dort später Amtsrichter. 1869 wurde er Richter am Kreisgerichtshof Heilbronn,[2] 1877 am Kreisgerichtshof Ravensburg[3] und anschließend am Landgericht Tübingen. 1886 erfolgte die Beförderung zum Oberlandesgerichtsrat in Stuttgart. 1893 wechselte er als Präsident an das Landgericht Ravensburg und 1896 in derselben Position an das Landgericht Ulm. Zudem war er seit 1893 Mitglied des württembergischen Staatsgerichtshofs.[4]
1898 trat er in den Ruhestand und lebte dann in Tübingen.
Familie
Er war mit Julie, geborene Tafel (1842–1936, Halbschwester des Architekten Emil Otto Tafel), verheiratet und hatte die Söhne Otto Bonhoeffer (1864–1932) und Karl Bonhoeffer (1868–1948) sowie zwei früh verstorbene Kinder.
Zu seinen Enkeln gehörten Karl-Friedrich Bonhoeffer (1899–1957), Klaus Bonhoeffer (1901–1945), Ursula Bonhoeffer (1902–1983, verheiratet mit Rüdiger Schleicher), Christine von Dohnanyi (1903–1965, verheiratet mit Hans von Dohnanyi), Dietrich Bonhoeffer (1906–1945), Sabine Leibholz (1906–1999) und Susanne Dreß (1909–1991).
Ein Neffe war Robert Meyding.
Ehrungen
- 1893 Ehrenkreuz des Ordens der Württembergischen Krone
- 1897 Kommenturkreuz II. Klasse des Friedrichs-Ordens
Literatur
- Frank Raberg: Biografisches Lexikon für Ulm und Neu-Ulm 1802–2009. Süddeutsche Verlagsgesellschaft im Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2010, ISBN 978-3-7995-8040-3, S. 48.
- Karl Bonhoeffer, Lebenserinnerungen, geschrieben für die Familie, in J. Zutt u. a., Karl Bonhoeffer zum Hundertsten Geburtstag, Berlin und Heidelberg 1969, S. 8, 10 ff., 21 ff.
Weblinks
- Studierendenakte von Friedrich Bonhoeffer im Universitätsarchiv Tübingen in der Deutschen Digitalen Bibliothek
Einzelnachweise
- ↑ Kösener Korpslisten 1910, 195/15.
- ↑ Königlich Württembergisches Hof- und Staatshandbuch 1869, S. 126.
- ↑ Württembergisches Gerichtsblatt, Band 12, Stuttgart 1877, S. 419
- ↑ Verhandlungen der württembergischen Kammer der Abgeordneten auf dem 32. Landtag im Jahre 1893/94, Beilagenband III, S. 489, Stuttgart 1894.