Friedrich de la Motte-Fouqué (Generalmajor)

Wilhelm Waldemar Friedrich Baron de la Motte-Fouqué (* 29. Januar 1843 in Berlin; † 22. Dezember 1921 in Hannover) war ein preußischer Generalmajor.

Leben

Herkunft

Er war der jüngste Sohn des kurz vor seiner Geburt verstorbenen Friedrich de la Motte Fouqué (1777–1843)[1] und dessen Ehefrau Albertine Maria, geborene Tode (* 6. März 1806 in Barth; † 28. Februar 1876 in Hannover).[2] Sein Vater war einer der ersten Deutschen Dichter der Romantik und Major a. D.

Militärlaufbahn

Mit dem Charakter eines Portepee-Fähnrichs trat de la Motte-Fouqué am 25. April 1861 in das 4. Garde-Regiment zu Fuß der Preußischen Armee in Spandau ein. Das Patent zu diesem Dienstgrad erhielt er am 14. Oktober 1861 und zum Sekondeleutnant wurde er am 11. November 1862 befördert. Im Deutsch-Dänischen Krieg kämpfte er 1864 bei Fredericia und wurde bei Düppel leicht verwundet.

De la Motte-Fouqué war vom 14. Mai bis zum 24. September 1866 zum Landwehr-Regiment des 1. Garde-Regiments zu Fuß abkommandiert. Mit diesem kämpfte er im Deutschen Krieg 1866 bei Münchengrätz und in der Schlacht bei Königgrätz.

Vom 1. Oktober 1867 bis zum 15. Juli 1870 absolvierte de la Motte-Fouqué die Kriegsakademie. In der Zwischenzeit wurde er unter Beförderung zum Premierleutnant am 12. April 1870 in das 3. Garde-Regiment zu Fuß nach Hannover versetzt. Im Deutsch-Französischen Krieg nahm er an der Belagerung von Paris, den Schlachten von St. Privat, Sedan und Le Bourget, sowie bei den Gefechten bei Pont Iblon (30. November und 23. Dezember 1870) und Dungy teil. Für sein Wirken wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.[3]

Mit seiner Beförderung zum Hauptmann am 15. Januar 1874 wurde de la Motte-Fouqué zum Kompaniechef ernannt. Unter Stellung à la suite des Regiments wurde er am 23. Dezember 1880 Lehrer an der Kriegsschule Hannover. In das Ostpreußische Füsilier-Regiment Nr. 33 in Königsberg am 12. Januar 1884 versetzt, wurde er als Major diesem am 11. März 1886 aggregiert, am 15. Januar 1887 einrangiert und am 22. März 1887 zum Bataillonskommandeur ernannt. Am 22. Mai 1889 in das Infanterie-Regiment „Graf Bülow von Dennewitz“ (6. Westfälisches) Nr. 55 versetzt, wurde de la Motte-Fouqué mit seiner Beförderung zum Oberstleutnant in das Infanterie-Regiment Nr. 130 nach Metz versetzt.

Mit seiner Beförderung zum Oberst wurde de la Motte-Fouqué zum Kommandeur des 2. Hanseatischen Infanterie-Regiments in Hamburg und Lübeck ernannt. In dieser Eigenschaft war er am 31. Mai 1895 zur Grundsteinlegung des Elbe-Trave-Kanals mit anderen in Lübeck.[4] Nach den Schlägen mit dem silbernen Hammer durch den Generalstabschef, Oberst Maximilian von Prittwitz und Gaffron, schlug in der Zeremonie der Baron gefolgt von dem Regierungspräsidenten, Gustav Zimmermann, den Granitstein.[5] Ab dem 1. April 1897 wurde das III. Bataillon des Regiments aus den beiden Halb-Bataillonen des 76er und des 1. Hanseatischen Infanterie-Regiments aus Bremen gebildet. Das lübeckische Bataillon wurde abgetreten und bildete zusammen mit den Halb-Bataillonen der Großherzoglich Mecklenburgischen Infanterie-Brigade von nun an das dortige 3. Hanseatische Infanterie-Regiment.

Unter Beförderung zum Generalmajor erfolgte am 20. Juli 1897 seine Ernennung zum Kommandeur der in Kassel stationierten 43. Infanterie-Brigade. Im November 1897 erhielt Motte-Fouqué die Erlaubnis zur Annahme des Großoffizierskreuzes des Ritterordens der Hl. Mauritius und Lazarus.[6] In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde er am 20. Juli 1898 mit Pension zur Disposition gestellt. Anlässlich seiner Verabschiedung verlieh ihm Wilhelm II. den Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe.[7] Seinen Lebensabend verbrachte er in Hannover.

Familie

Friedrich Baron de la Motte-Fouqué heiratete 1868 in Berlin Magdalena (Magda) von Cranach (* 1846 in Jülich; † 1921 in Hannover), Tochter der Elwine Berg und des Majors Lucas von Cranach.[8] Das Ehepaar hatte vier Kinder. Über die beiden Töchter Margarete (* 1869) und Lucie (* 1872), zuletzt lbend in Hannover, liegen keine näheren genealogischen Daten vor. Erschlossen sie die Biografien der beiden Söhne Friedrich (Fritz) und Carl, die beiden mit ihren Familien in den 1950er Jahren in Hamburg lebten. Jüngster Spross ist der 1941 geborene Enkelsohn Horst Baron de la Motte-Fouqué. Magda de la Motte-Fouqué ist die Nichte der Generäle Julius von Cranach und Karl von Cranach.

Weitere Auszeichnungen

Literatur

  • Harry von Rège: Offizier-Stammliste des Infanterie-Regiments Nr. 76. Verlag Mauk, Hamburg 1902. S. 8.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1939. Jahrgang 89, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 349 f.
  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. B (Briefadel). 1957. Band II, Band 16 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1957, S. 297.
Commons: Friedrich de la Motte-Fouqué (1843–1921) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vlg-Gehlen.de: Friedrich Heinrich Karl Baron de la Motte Fouqué.
  2. Worldhistory: Personen der Weltgeschichte.
  3. a b c d e f Harry von Rège: Offizier-Stammliste des Infanterie-Regiments Nr. 76. Verlag Mauk, Hamburg 1902. S. 8.
  4. Das Bild zeigt den Kommandeur in der Mitte stehend während der Zeremonie der Grundsteinlegung des Elbe-Trave-Kanals am 31. Mai 1895.
  5. Die Grundsteinlegung des Elbe-Trave-Kanals. In: Lübeckische Blätter. 37. Jg., Nummer 44, Ausgabe vom 2. Juni 1895, S. 297–301.
  6. Militär-Wochenblatt. Nr. 102, E. S. Mittler und Sohn, Berlin vom 17. November 1897, S. 2700.
  7. Militär-Wochenblatt. Nr. 69, E. S. Mitller und Sohn, Berlin vom 3. August 1898, S. 1893.
  8. Friedrich Warnecke: Lucas Cranach der Aeltere. Beitrag zur Geschichte der Familie von Cranach. C. A. Starke, Görlitz 1879, S. 41.