Friedrich Sueß
Friedrich Sueß, auch Friedrich Suess (* 8. Juni 1833 in London; † 6. November 1907 in Wien[1]) war Industrieller und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[2]
Leben
Friedrich Sueß war Sohn des Wollhändlers und späteren Lederfabrikanten Adolf Heinrich Sueß († 1862). Er machte Studienaufenthalte in Frankreich, Belgien und der Schweiz und trat danach in die Lederfabrik des Vaters in Sechshaus (ab 1892 zur Stadt Wien gehörend) ein. Ab 1857 war er Gesellschafter der Firma A. H. Sueß & Söhne und ab 1862 übernahm er deren Leitung. Nach dem Tod seines Bruders Emil wurde er 1872 Alleineigentümer der Firma. Im Jahr 1897 zog er sich aus der Firmenleitung zurück und übergab sie an seinen Sohn, der schon ab 1890 Gesellschafter gewesen ist. Von 1886 bis 1907 war er auch Mitglied des Generalrats der Österreichisch-ungarischen Bank. Von 1869 bis 1871 war er auch Vizepräsident des Niederösterreichischen Gewerbevereins, ab 1889 war er Vizepräsident und von 1899 bis 1903 Präsident des Industriellen Klubs in Wien.
Er war Kaiserlicher Rat, ab 1867 Ritter bzw. ab 1900 Kommandeur des Franz-Joseph-Ordens, ab 1873 Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse und Ehrenbürger der Gemeinden Rudolfsheim und Franzensbad in Böhmen.[3] Als Jurymitglied der Londoner Weltausstellung 1862 bekam er das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone.
Er starb am 6. November 1907 im Alter von 74 Jahren laut Sterbebuch an einer Gefäßverkalkung.
Er war evangelisch A.B. und ab 1858 verheiratet mit Helene (Ilka) Rath, mit der er vier Töchter und einen Sohn hatte, wobei eine Tochter 1893 und eine andere 1898 verstorben ist. Die Ehe wurde im Jahr 1898 geschieden. Er war der jüngere Bruder des Geologen Eduard Sueß (1831–1914) und der Schwiegervater des Textilindustriellen Ignaz Ginzkey (1851–1895), der auch Präsident der Handels- und Gewerbekammer Reichenberg in Böhmen gewesen ist.
Friedrich Sueß war von 1870 bis 1877 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (II. und III. Wahlperiode), als Abgeordneter der Landgemeinden (Sechshaus).
Politische Funktionen
Friedrich Sueß war vom 4. November 1873 bis zum 23. Januar 1891 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (V., VI. und VII. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Landgemeinden 8 Sechshaus zuständig.
Klubmitgliedschaften
Friedrich Sueß war ab 1873 Mitglied im Klub der Linken, ab 1879 im Klub der Liberalen, er war ab dem 19. November 1881 bei den Vereinigten Linken, ab 1885 im Deutschösterreichischen Klub und ab dem 6. November 1888 bei den Vereinigten Deutschen Linken.
Literatur
- J. Mentschl: Sueß Friedrich. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 14, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2015, ISBN 978-3-7001-7794-4, S. 34 f. (Direktlinks auf S. 34, S. 35).
- Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 202
- Parlamentarisches – Club der Liberalen. In: Salzburger Volksblatt, 21. Oktober 1879, S. 2 links oben (online bei ANNO).
- Politische Chronik – Die „vereinigte Linke“. In: Das Vaterland, 21. November 1881, S. 1 Mitte (online bei ANNO).
- Der parlamentarische Apparat – „deutsch-österreichischer“ Club. In: Südsteirische Post, 13. April 1887, S. 3 links unten (online bei ANNO).
- Die Zusammensetzung des aufgelösten Abgeordnetenhauses – Club der „Vereinigten deutschen Linken“. In: Südsteirische Post, 14. Februar 1891, S. 2 Mitte unten (online bei ANNO).
- Generalrat Friedrich Sueß sen. †. In: Neues Wiener Abendblatt, 6. November 1907, S. 4 rechts (online bei ANNO).
- Parte. In: Neues Wiener Tagblatt, 7. November 1907, S. 24 oben (online bei ANNO).
- Nekrolog. In: Wiener Salonblatt, 9. November 1907, S. 13 links (online bei ANNO).
- Generalrat Friedrich Sueß †. In: Die Arbeit, 10. November 1907, S. 5 links (online bei ANNO).
- Sueß Friedrich In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0008, VIII. Session, S. 415–416 (online bei ANNO).
- Sueß Friedrich In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0009, IX. Session, S. 465–466 (online bei ANNO).
- Sueß Friedrich In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0010, X. Session, S. 394–395 (online bei ANNO).
Weblinks
- Suess (Sueß), Friedrich, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments
Einzelnachweise
- ↑ Matricula Online – Wien-Innere Stadt (Lutherische Stadtkirche, Original), Sterbebuch, 1907, Eintrag Nr. 162, 5. Zeile
- ↑ Suess (Sueß), Friedrich, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 25. November 2025.
- ↑ Parte. In: Neues Wiener Tagblatt, 7. November 1907, S. 24 oben (online bei ANNO).