Friedrich Stammbach
Friedrich Stammbach (* 16. April 1897 in Horb am Neckar; † 30. Juni 1970 in Ulm) war ein Diplom-Ingenieur, promovierter Staatswissenschaftler, Offizier der preußischen Armee, der Reichswehr, Generalmajor der Wehrmacht und des Heeres der Bundeswehr und von 1958 bis 1962 Präsident des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung.
Leben
Stammbach, Sohn eines Regierungsrates der Bahn, trat am 11. August 1914 als Offizieranwärter beim Eisenbahn-Regiment 2 in Hanau in die preußische Arme ein und wurde am 14. November 1915 zum Leutnant befördert. Während des Ersten Weltkrieges diente er in jenem Regiment, 1919 im Grenzschutz und wurde am 1. Januar 1921 in die Reichswehr übernommen. Von 1920 bis 1926 studierte er Staatswissenschaften an der Albertus-Universität Königsberg. Im August 1925 wurde er Angehöriger des Reit-Regiments 5 und promovierte am 23. Februar 1926 zum Doktor rer. pol. Von 1926 bis 1931 schloss sich ein Studium des Bauingenieurwesens an der TH Berlin-Charlottenburg an, das er am 7. März 1931 als Diplom-Ingenieur abschloss. Am 1. April 1936 wurde er zum Rittmeister ernannt und ab Oktober 1935 im Reichswehrministerium, später im Oberkommando des Heeres, in Berlin verwendet. Von 1939 bis November 1940 war er Kommandeur der Eisenbahn-Pionier-Schule in Rehagen-Klausdorf, anschließend bis November 1941 Abteilungschef Heeresrüstung im Oberkommando des Heeres, danach bis Januar 1942 Führer des Pionier-Regiments 605, von September 1942 bis 1944 Führer des Eisenbahn-Pionier-Regiments 6, von März 1944 bis April 1945 Amtsgruppenchef Waffenamt im Oberkommando des Heeres, wo er am 1. Dezember 1944 zum Generalmajor ernannt wurde, und zuletzt Höherer Pionierführer 500 bei der 1. Armee (Alpenfestung).
Von Mai 1945 bis April 1947 war Stammbach in Kriegsgefangenschaft/Internierung. Danach war er von Mai 1947 bis Juni 1954 bei der Firma Dipl.-Ing. Bräuning tätig und von September 1954 bis November 1957 selbständig mit einem Ingenieurbüro.
Am 15. November 1957 trat Stammbach als Generalmajor in die Bundeswehr ein und wurde Leiter der Abteilung XII (Technische Forschung und Entwicklung) im Bundesministerium für Verteidigung. Im Oktober 1958 wurde die Abteilung zum neuen Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung ausgegliedert, Stammbach zum 15. Oktober 1958 aus dem Wehrdienstverhältnis entlassen und zugleich zum Präsidenten des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung ernannt, das er bis zum Eintritt in den Ruhestand mit Ablauf des April 1962 leitete.
Auszeichnungen
- Eisernes Kreuz II. Klasse (1915)
- Deutsches Kreuz in Silber (1945)
- Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1962)
Siehe auch
Literatur
- Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 495.