Friedrich Sperl

Friedrich Sperl (* 7. Januar 1897 in Bromberg; † 5. Juni 1985 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Wirtschaftsfachmann.

Leben

Friedrich Sperl war der Sohn des Regierungsassessors (später: das Geheimen Oberregierungsrats), Hauptmann der Landwehr a. D., Friedrich Sperl und seiner Frau Maria, geb. Wendland. Er besuchte, wie auch sein jüngerer Bruder, der spätere Ritterkreuzträger und Generalleutnant Rudolf August Friedrich Georg Sperl (1898–1981), das Reformgymnasium in Königsberg und dann in Posen. Von 1914 bis 1918 war er Soldat im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Oberleutnant und Träger des Eisernen Kreuzes. 1919 erlebte er als Freiwilliger im Grenzschutz Ost die Kämpfe um Rawitsch/Lissa. Im Sommersemester 1919 begann er in Rostock ein Jurastudium.[1]

„Im Anschluss an das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten in Berlin, Rostock, Kiel und Münster trat er 1925 als Regierungsassessor im Preußischen Landwirtschaftsministerium in den öffentlichen Dienst ein. Als Regierungs- und Oberregierungsrat im Preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe war Sperl ab 1927 Referent für Sparkassen und öffentlich-rechtliche Kreditinstitute sowie zweiter Staatskommissar bei der Berliner Börse.“[2]

Sperl war seit 1924 Ministerialbeamter in Berlin. 1930 heiratete er, ab 1934 war er Reichskommissar an der Berliner Börse, und von 1937 bis zu seiner Entlassung aus politischen Gründen war er Leiter der Bankenabteilung im Reichswirtschaftsministerium. Er wurde Vorstandsmitglied der Rheinisch-Westfälische Bodencreditbank, 1940/41 Referent im Reichskommissariat für die Verwaltung von Feindvermögen, dann geschäftsführender Gesellschafter und schließlich Generaldirektor der Firma Telefonbau und Normalzeit in Frankfurt a. M. Aufgrund von Kontakten zu Widerstandskreisen über Carl Goerdeler war er von August 1944 bis April 1945 inhaftiert: Gestapohaft in Berlin, KZ Ravensbrück und KZ Sachsenhausen. Nach 1945 folgten Tätigkeiten für Industrieverbände, seit 1963 war er Vorsitzender des Geld- und Kreditausschusses beim BDI und auch Vorsitzender der Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944. 1948 war er Gründungsmitglied des Zentralverbands der Elektroindustrie[3].

Friedrich Sperl ist auf dem Neuen Friedhof Bockenheim begraben.

Seine ebenfalls hier bestattete Ehefrau Elisabeth Sofia Lydia, geb. von Falz-Fein (* 25. Februar 1906 in München; † 23. Februar 1992 in Frankfurt) war Malerin und entstammte der deutsch-russischen Familie der Barone von Falz-Fein, die durch Verheiratung mit der Familie des Schriftstellers Vladimir Nabokov sowie des Komponisten Nicolas Nabokov verschwägert war. Lydia Sperls Vater Eduard Falz-Fein war der Bruder von Friedrich von Falz-Fein, der selbst ein deutsch-russischer Großgrundbesitzer und Gründer des Naturschutzgebiets Askanija-Nowa (russisch Аскания-Нова, Ukraine) war.

Ehrungen

  • 1957: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
  • 1962: Ehrenbürger der Frankfurter Universität
  • 1966: Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland
  • 1967: Ehrensenator der Frankfurter Universität
  • 1974: Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Medizin (Dr. med. h. c.)

Friedrich Sperl-Preis (Preis zur Förderung der Geisteswissenschaften)

Zum Gedenken an Dr. h. c. Friedrich Sperl, Wirtschaftsmanager im Widerstand gegen Hitler und engagierter Förderer von Kultur und Wissenschaft, stiftete 1968 die Goethe-Universität Frankfurt am Main den Friedrich Sperl-Preis, der herausragende Arbeiten des Historiker-Nachwuchses auszeichnet. Seine Dotierung beträgt z. Z. 2.500 Euro.

Literatur

  • Deutsche Biographische Enzyklopädie, Bd. 9, München 1998

Einzelnachweise

  1. Siehe dazu den Eintrag der Immatrikulation von Friedrich Sperl im Rostocker Matrikelportal.
  2. Friedrich Sperl, arcinsys.hessen.de
  3. Biographie des Dr. med. hc. Friedrich Sperl im Bundesarchiv