Friedrich Seebaß
Friedrich Seebaß (* 17. April 1887 in Gandersheim; † 5. März 1963 in Tutzing) war ein deutscher Literaturhistoriker und Schriftsteller.[1]
Leben und Wirken
Nach dem Erhalt des Reifezeugnisses 1906 in Helmstedt studierte Friedrich Seebaß von 1906 bis 1914 Germanistik, Klassische Philologie, Geschichte und Philosophie und zwar an der Eberhard Karls Universität Tübingen (1906 bis 1907), der Universität Leipzig (1907 bis 1910) und der Universität München (1910 bis 1914). In München legte er 1913 das Staatsexamen für den höheren Schuldienst und promovierte im gleichen Jahr bei Franz Muncker mit einer Dissertation über Friedrich Hölderlin. Für einige Zeit war er Mitarbeiter von Franz Muncker bei der Ausgabe der Werke von Friedrich Gottlieb Klopstock. Von 1914 bis 1918 war er Soldat im Ersten Weltkrieg und wurde 1916 schwer verwundet.
Seit 1919 lebte Seebaß die meiste Zeit in München und betätigte sich als freier Schriftsteller und Literaturhistoriker. Er unternahm 1922 eine Studienreise nach Skandinavien und 1924/25 nach Rom. Als Literaturhistoriker gehörte er dem Schwäbischen Schillerverein (später Deutsche Schillergesellschaft) und seit 1959 der Hölderlin-Gesellschaft bei.
Im Jahre 1962 wurde er mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Friedrich Seebaß veröffentlichte kleinere Biografien berühmter deutscher Schriftsteller und Autoren und gab Werke bzw. Briefe von Friedrich Hölderlin, Eduard Mörike, Clemens von Brentano, Adalbert Stifter u. a. heraus.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- (Hrsg.): Friedrich Hölderlin / Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe. Bd. 1: Jugendgedichte und Briefe 1784–1794. Müller, München/Leipzig 1913; Bd. 2: Gedichte, Hyperion, Briefe 1794–1794. Propyläen-Verlag, Berlin 1923.
- Zur Entstehungs-Geschichte der ersten Sammlung von Hölderlins Gedichten. Remppis, Marbach a. N. 1918 (= Teildruck der Dissertation an der Universität München).
- Der frühe Hölderlin im Urteil seiner Zeitgenossen. In: Preußische Jahrbücher, Bd. 186 (1921), S. 348–373 (= Teildruck der Dissertation an der Universität München).
- Hölderlin-Bibliographie (= Einzelschriften zur Bücher- und Handschriftenkunde, Bd. 3). Stobbe, München 1922 (Nachdruck: Europäischer Hochschulverlag, Bremen 2010, ISBN 978-3-86741-307-7).
- (Hrsg.): Eduard Mörike / Briefe. Wunderlich, Tübingen 1939.
- (Hrsg.): Eduard Mörike / Unveröffentlichte Briefe. Cotta, Stuttgart 1941.
- Christentum und deutscher Geist. Zehn Aufsätze zur neueren Literaturgeschichte. Neubau-Verlag, München 1947.
- (Hrsg.): Adalbert Stifter / Briefe. Wunderlich, Tübingen 1947.
- (Hrsg.): Eduard Mörike / Ausgewählte Gedichte. Kirschner, Wien/Leipzig 1948.
- Johann Christoph Blumhardt. Sein Leben und sein Wirken, mit einer Auswahl seiner Schriften. Wittig, Hamburg 1949.
- Johann Sebastian Bach der Thomaskantor. Sein Leben und Wirken. Brunnen-Verlag, Gießen 1951.
- (Hrsg.): Clemens von Brentano / Briefe. Zwei Bände. Carl, Nürnberg 1951.
- Ludwig Richter. Künstler und Christ. Sein Leben, Wirken und Glauben. Brunnen-Verlag, Gießen 1952.
- Friedrich Christoph Oetinger. Denker und Seelsorger. Brunnen-Verlag, Gießen 1953.
- Jeremias Gotthelf. Pfarrer, Volkserzieher und Dichter. Brunnen-Verlag, Gießen 1954.
- Johann Arndt. Der Kämpfer für das wahre Christentum. Brunnen-Verlag, Gießen 1955.
- Karl Freiherr vom Stein. Minister und Christ. Brunnen-Verlag, Gießen 1957.
- (Hrsg.): Theodor Fontane / Leicht zu leben ohne Leichtsinn. Briefe. Eckart-Verlag, Witten/Berlin 1958.
- (Hrsg.): Schwabenköpfe. Lebensläufe, Briefe und Bilder aus Württemberg. Kreuz-Verlag, Stuttgart 1958.
Einzelnachweise
- ↑ Peter Ivanovic: Seebaß, Friedrich. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 3. De Gruyter, Berlin 2003, S. 1696f., ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).