Friedrich Roth (Pfarrer und Komponist)

Friedrich Roth (* 17. November 1900 in Döbra, Oberfranken; † 20. Dezember 1982 in Naila) war ein evangelischer Pfarrer und Komponist.

Leben

Familie

Friedrich Roth wurde als fünftes Kind des Pfarrers Johann Albrecht Roth geboren. Sein Vater entstammte einer Familie in Marktsteft am Main. Seine Mutter Friedrike, geb. Kimmel, entstammte u. a. der Färberfamilie Braun aus Öttingen. Ihr Vater war Pfarrer. Nach dessen frühem Tod siedelte sie nach München über, um mit ihren vier Kindern in ihrer Herkunftsfamilie sicherere Bedingungen zu nutzen. 1933 heiratete Roth Marie-Luise Kipp aus Coburg, mit der er neun Kinder hatte.

Studium und Beruf

Friedrich Roth wurde noch vom Gymnasium aus mit 17 Jahren in den Ersten Weltkrieg eingezogen. Das Studium der Theologie absolvierte er in Erlangen und verbrachte einen Teil der Studienjahre auch in Rostock. Als Pfarrer warnte er in seinen Predigten vor den Abgründen des Nationalsozialismus. Friedrich Roth hat im Rückblick für die evangelische Landeskirche beschrieben, wie er sich frühzeitig gegen das Naziregime positioniert hat.

Als Pfarrer wirkte er in Weißenstadt im Fichtelgebirge und von 1946 bis 1968 in Schauenstein und etablierte dort ein Pfarrhausleben in der Tradition des 19. Jahrhunderts. Das Pfarrhaus in Schauenstein war ein Ort für Kunst und Kultur. Seine Jahre im Ruhestand verbrachte er in Naila.[1]

Kompositionen

Friedrich Roth komponierte eine Vielzahl von Werken für Chor und Orchester, immer an den Fähigkeiten und der Verfügbarkeit von Musikern – meist Laien – vor Ort orientiert. Sein Werk ist im besten Sinne „Gebrauchsmusik“. In den Gottesdiensten in Schauenstein leitete er selbst die Aufführungen durch Chor und Orchester der Kirchengemeinde. Der Großteil seines umfangreichen Werks ist nicht ediert und veröffentlicht. Am Choralvorspielbuch der Evangelischen Landeskirche in Bayern hat er als Komponist ebenfalls mitgewirkt.[2] Auszugsweise kann auf Stücke verwiesen werden, die sein Sohn, der Musikwissenschaftler und Geigenbauer Hans-Ulrich Roth, veröffentlicht hat.

Einzelnachweise

  1. Klassik mit Zukunft e. V. – virtuelle Ausstellung: Musik – Den Musizierenden auf den Leib geschrieben. Friedrich Roth. Abgerufen am 27. Oktober 2025.
  2. Dreihundert Intonationen zum Evangelischen Kirchengesangbuch, herausgegeben von Heinrich Weber, Chr. Kaiser Verlag, München (Intonationen von Friedrich Roth: Nr. 38, Das Feld ist weiß, S. 14; Nr. 61, Durch Adams Fall ist ganz verderbt, S. 20; Nr. 68, Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, S. 21; Nr. 69, Ermuntere dich, mein schwacher Geist, S. 22; Nr. 97, Gott des Himmels und der Erden, S. 29; Nr. 111b, Herzlich lieb hab ich dich, o Herr, S. 33; Nr. 119, Hilf, Herr Jesu, laß gelingen (Mel. II), S. 34; Nr. 139b, Jerusalem, du hochgebaute Stadt, S. 40; Nr. 162b, Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, S. 46; Nr. 163, Lobe den Herren, o meine Seele, S. 46; Nr. 165, Lobet den Herren und dankt ihm seine Gaben, S. 47; Nr. 172, Mein Auge wacht, S. 49; Nr. 183, Nun freut euch, lieben Christen g’mein, S. 51; Nr. 192, Nun singet und seid froh, S. 54; Nr. 202, O Gott, du frommer Gott (Mel. I), S. 56; Nr. 203, O Gott, du frommer Gott (Mel. II), S. 56; Nr. 236, Tut mir auf die schöne Pforte, S. 65; Nr. 257, Werde munter, mein Gemüte, S. 70; Nr. 258, Wer kann der Treu vergessen, S. 70; Nr. 262, Wie groß ist des Allmächt’gen Güte, S. 71; Nr. 280, Wunderbarer König, S. 75.