Friedrich Otto Hermann Mellendorff
Friedrich Otto Hermann Mellendorff (* 22. April 1895 in Rostock; † 25. April 1949 in Bayreuth) war ein deutscher Maler, Zeichner und Kunstpädagoge. Er war Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste sowie Mitbegründer des Künstlerbundes „Bund der 7“ in Hamburg.
Leben
Ausbildung und Kriegsteilnahme
Mellendorff begann 1911 seine künstlerische Ausbildung am Städelschen Institut in Frankfurt am Main, wo er bis Ostern 1914 unter anderem bei Richard Müller, Alfred Pellon und dem Kunsthistoriker Max J. Friedländer studierte.
Von 1915 bis 1918 nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Er war als Meldegänger im Kampfraum Verdun eingesetzt und erlitt eine Verschüttung in der Brûle-Schlucht. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Eisernen Kreuz 2. und 1. Klasse sowie dem Militär-Verdienstkreuz in Gold („Pour le Mérite“ des Unteroffizierskorps). Nach seiner Entlassung aus dem Nervenlazarett St. Josef in Andernach kehrte er 1918 nach Rostock zurück.
Von 1920 bis 1922 studierte Mellendorff an der Kunsthochschule Aachen, unter anderem bei August von Brandis. 1922 legte er die Zeichenlehrerprüfung im Kultusministerium Berlin mit dem Prädikat cum laude ab. Ein weiteres Studienjahr absolvierte er 1922/23 an der Kunstgewerbeschule Hamburg. Danach war er bis 1925 Meisterschüler bei Rudolf Bartels in Rostock.
Künstlerischer Werdegang
1927 war Mellendorff Mitbegründer des „Bund der 7“ in Hamburg. Weitere Mitglieder waren die Maler Oberländer, Haase, Emmerstag, Pforr, Schroder und Meier-Graefe. Im Oktober 1927 fand eine Ausstellung des Bundes in der Kunsthalle Hamburg statt.
In den 1930er Jahren unternahm er Studienreisen, unter anderem nach Wittstock (1933) und Neustadt in Oberschlesien (1934). Ab Oktober 1935 lebte er in Groß-Strehlitz. 1936 wurde sein Bild „Oberschlesische Bäuerin im Sonntagsstaat“ für die 3. Schlesische Kunstausstellung in Breslau ausgewählt. Ein weiteres Werk, „Groß-Strehlitz im Schnee“, wurde vom Reichsluftfahrtministerium für 200 Reichsmark erworben. 1937 lebte Mellendorff in Breslau, dann in Frankfurt (Oder) und ab 1939 in Berlin. 1941 stellte er das Pastell „Leda mit dem Schwan“ bei der Frühjahrsausstellung des Vereins Berliner Künstler in der Tiergartenstraße aus.
Nachkriegszeit und Spätwerk
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Mellendorff 1946 über Oldenburg, Wildeshausen und Steinkimmen nach Bayreuth. Dort wurde er Mitglied des Bundesverbands Bildender Künstler. 1947 beteiligte er sich an zwei Ausstellungen im Neuen Schloss Bayreuth. Am 20. Januar 1948 erhielt er einen Ruf an die Staatliche Lehranstalt in Kronach bei Coburg. Er sollte dort ab dem 1. März 1948 als Dozent tätig werden und später eine Professur erhalten. Es ist unklar, ob er die Stelle antrat, da er zu dieser Zeit bereits schwer krank war. Friedrich Mellendorff starb am 25. April 1949 in Bayreuth an Magenkrebs.
Werk
Mellendorffs Werk umfasst vorwiegend Landschaftsmalerei in Pastell, Öl und Tempera. Besonders bekannt wurde er durch seine Winterlandschaften, die eine lyrisch-herbe Ausdruckskraft aufweisen.
Rezeption
Mellendorff erhielt zahlreiche lobende Kritiken. 1932 verfasste der Kunstschriftsteller Fritz von Ostini eine positive Rezension in „Die Kunst für Alle“.[1] Franz Lewek schrieb 1947 über das Bild „Die Silberdistel“ und lobte Mellendorffs unverwechselbaren, individuellen Stil.[2] Seine Werke wurden als lyrisch und von großer Ursprünglichkeit beschrieben.
Im Jahr 1992 wurden Mellendorffs Werke im Rahmen der Wanderausstellung „Lebensspuren – Ostdeutsches Kulturgut“ in mehreren Städten des Märkischen Kreises gezeigt, darunter in Plettenberg, Neuenrade, Menden, Lüdenscheid, Werdohl, Iserlohn, Kierspe und Hemer.
Literatur
- „Bund der 7.“ Ausstellungskatalog, Kunsthalle Hamburg, 1927.