Friedrich Meyerhoff

Friedrich Arnold Meyerhoff (* 5. März 1916 in Völlenerfehn; † 23. März 1987 in Westoverledingen) war ein deutscher SS-Hauptscharführer und Blockführer im KZ Sachsenhausen.

Leben

Friedrich Meyerhoff war der Sohn des Landarbeiters Johann Meyerhoff. Er besuchte von 1922 bis 1930 in Völlenerfehn und in Völlenerkönigsfehn die Volksschule. Nach der Schulentlassung war er bis Januar 1935 landwirtschaftlicher Gehilfe bei dem Landwirte Martin Janssen in Völlen.

Im Mai 1933 trat er in die Hitlerjugend ein. Am 15. Januar 1935 trat er in die SS-Bewachungsmannschaft des KZ Esterwegen ein.[1] Nach der üblichen militärischen Ausbildung versah er im Jahre 1936 für einige Zeit Dienst bei der Burgwache auf der NS-Ordensburg Vogelsang.

Als im Herbst 1936 das Konzentrationslager Esterwegen nach Sachsenhausen verlegt wurde, kam Meyerhoff zu der dortigen Wachtruppe. Am 22. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.546.132).[2] Ab Juli 1938 gehörte er zum Kommandanturstab des KZ Sachsenhausen.

Im Jahr 1939 nahm Meyerhoff am Polenfeldzug teil. Am 7. Juli 1941 wurde er von der Wehrmacht zur SS versetzt. Er kehrte zum Kommandanturstab des KZ Sachsenhausen zurück und wurde als Blockführer eingesetzt. Im Herbst 1941 nahm er an der Ermordung von mindestens 10 000 sowjetischen Kriegsgefangenen teil. Er selbst hat auf Kriegsgefangene geschossen und brachte sie zur Genickschussanlage.

Seit Sommer 1942 war er Blockführer im KZ-Außenlager Lichterfelde, wo er bis Dezember 1942 blieb.[1] Im Januar 1943 wurde er zum KZ Herzogenbusch in Holland versetzt. Von März 1943 bis Januar 1944 war er Lagerführer des KZ-Außenlagers Moerdijk.[1] Als dieses Außenlager aufgelöst wurde, war er wieder im KZ Herzogenbusch.

Im September 1944 kam er zu der Nachschubeinheit einer in Holland stationierten SS-Division und geriet am 8. Mai 1945 in kanadische Kriegsgefangenschaft.

Meyerhoff wurde nach Deutschland gebracht und wegen seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS bis Frühjahr 1948 in Internierungshaft gehalten. Noch im gleichen Jahre wurde er verhaftet und am 1. Juli 1948 an die Niederlande ausgeliefert. Am 25. Oktober 1949 verurteilte ihn die Sonderstrafkammer des Landgerichts in Herzogenbusch wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 13 Jahren Gefängnisstrafe. Er wurde wegen Misshandlung von Häftlingen angeklagt.[3]

Am 1. März 1956 wurde er aus der Haft entlassen und in die Bundesrepublik Deutschland abgeschoben.[3] Er begab sich zu seiner Familie nach Berlin-Heiligensee. Im Verfahren gegen Rapportführer Gustav Sorge und Blockführer Wilhelm Schubert wurde Meyerhoff als Zeuge vernommen.[4] Im Januar 1959 verzog Meyerhoff nach Völlen. Er war von April 1959 bis zu seiner ersten Verhaftung am 1. Februar 1961 Angestellter beim Straßenverkehrsamt des Kreises Leer.

Vom 12. Mai 1961 bis zum 17. Februar 1964 wurde Meyerhoff mit dem Vollzuge der Untersuchungshaft verschont. Er erhielt eine neue Arbeitsstelle als kaufmännischer Angestellter bei den Baustoffwerken in Surwold bei Börgermoor. Seit dem 18. Februar 1964 befand er sich erneut in Untersuchungshaft.

Meyerhoff war Angeklagter im ersten Kölner Sachsenhausen-Prozess. Am 28. Mai 1965 wurde er vom Landgericht Köln wegen Beihilfe zum Mord in vier Fällen zu einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt.[5] Da die Untersuchungshaft angerechnet wurde, kam Meyerhoff auf freien Fuß.[6]

Literatur

  • Stephanie Bohra: Tatort Sachsenhausen: Strafverfolgung von KZ-Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland. Metropol Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3863314606
  • Klaus Leutner: Das KZ-Außenlager in Berlin-Lichterfelde. Erkundungen an einem vergessenen Ort. Metropol, Berlin 2020, ISBN 978-3-86331-542-9.

Einzelnachweise

  1. a b c Klaus Leutner: Das KZ-Außenlager Lichterfelde. Berlin 2020, S. 55.
  2. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/28550213
  3. a b Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 7: Niederhagen/Wewelsburg, Lublin-Majdanek, Arbeitsdorf, Herzogenbusch (Vught), Bergen-Belsen, Mittelbau-Dora. C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-52967-2, S. 175.
  4. Stephanie Bohra: Tatort Sachsenhausen: Strafverfolgung von KZ-Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland. Berlin, 2019, S. 403.
  5. Stephanie Bohra: Tatort Sachsenhausen: Strafverfolgung von KZ-Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland. Berlin, 2019, S. 603.
  6. Klaus Leutner: Das KZ-Außenlager Lichterfelde. Berlin 2020, S. 56.