Friedrich Ludwig (Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck)

Friedrich Ludwig von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck (* 6. April 1653 in Beck; † 7. März 1728 in Königsberg) war seit 1719 Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck und Generalfeldmarschall. Er war einer der ersten Träger des Schwarzen Adlerordens und Gouverneur von Preußen.

Herkunft

Er war der Sohn von Herzog August Philipp von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck und seiner dritten Frau Marie Sibylla von Nassau-Saarbrücken, Tochter von Graf Wilhelm Ludwig von Nassau-Saarbrücken.

Leben

Er ging 1670 als Gemeiner in brandenburgische Dienste und kam in das Reiter-Regiment Eller und 1671 wurde er zum Kornett ernannt. Er kämpfte mit dem brandenburgischen Kontingent 1672/1673 gegen die Franzosen im Holländischen Krieg. Für seine Tapferkeit in dem Krieg wurde er 1673 vom Kurfürsten zum Rittmeister im Regiment Lüdke ernannt. Während des Schwedisch-Brandenburgischen Krieges kämpfte er 1675 in der Schlacht bei Fehrbellin. Am 22. August 1676 wurde er zum brandenburgischen Obrist über alle holsteinischen Regimenter ernannt. 1677 wurde er bei der Belagerung von Stettin, durch einen Schuss schwer am Kopf verletzt.

1679 kam er mit seinen Dragonern zum Korps des Generalleutnant Spaen. Er kämpfte wieder gegen die Franzosen und konnte sich im Gefecht bei Gohfeld auszeichnen. Die holsteinischen Dragoner wurden nach dem Krieg aufgelöst. Beck hingegen wurde am 21. Oktober 1681 als brandenburgischer Oberst bestätigt und erhielt 72 Taler Gehalt. Am 14. September 1682 erhielt er eine Freikompanie im Regiment Alt-Holstein dessen Chef August von Holstein war. Am 14. Oktober 1686 wurde er zum Generalmajor befördert. Er zog 1688 mit in den Pfälzischen Erbfolgekrieg und nahm an der Belagerung von Bonn teil. Sein Bruder August starb dort an der Ruhr und Friedrich Ludwig erbte den Herzog-Titel. Am 28. Juni 1690 wurde er zum Generalleutnant befördert und wurde am 13. Juli 1690 Gouverneur von Wesel, außerdem erhielt er das Kommando über die Truppen zwischen Rhein und Weser. 1693 wurde er zum Gouverneur der Provinz Preußen ernannt und nahm nun seinen Wohnsitz in Königsberg. 1694 erhielt er vom dänischen König den dänische Elefanten-Orden sowie das Angebot Vizekönig von Norwegen zu werden, was er aber ablehnte. Am 8. August 1697 wurde er General der Kavallerie und Gouverneur von Minden. 1701 war er bei der Krönung des ersten preußischen Königs anwesend und veranstalte anschließend einen Aufsehen erregenden Maskenball. Am 17. Januar 1701 wurde er mit dem neu gestifteten Schwarzen Adlerorden ausgezeichnet (er war einer von nur 18 Rittern).

Er war mit seinem Regiment im Spanischen Erbfolgekrieg in Holland. Er kämpfte 1708 in der Schlacht bei Oudenaarde und 1709 in der Schlacht bei Malplaquet. Er und seine Einheit waren an den Belagerungen von Lille (1708) (auch: Rijsel), Mons (1709) und Tournai (auch: Dornick) beteiligt. Am 26. März 1713 wurde er zum Generalfeldmarschall ernannt. Am 19. August 1721 übergab er sein Regiment seinem Nachfolger und Sohn Friedrich Wilhelm.

Nachkommen

Am 1. Januar 1685 heiratete er Luise Charlotte von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (* 13. April 1658; † 2. Mai 1740), die Tochter von Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg.

⚭ Fürstin Czartoriska, geborene Eleonora v. Loß, Tochter des polnischen Großschatzmeisters Wladislaus v. Loß
⚭ 1721 Ursula Anna von Dohna-Schlodien-Carwinden, Tochter von Graf Christoph I. von Dohna-Schlodien
  • Friedrich Ludwig (* 25. August 1688; † 5. November 1688)
  • Sophie Charlotte (* 15. August 1689; † 8. Oktober 1693)
  • Karl Ludwig (* 18. September 1690; † 22. September 1774), brandenburgischer Generalleutnant, Gouverneur von Reval ⚭ Anna Karolina Gräfin Orzelska
  • Amelie Auguste (* 22. September 1691; † 11. August 1693)
  • Philipp Wilhelm (* 10. Juni 1693; † November 1729)
  • Luise Albertine (* 27. August 1694; † 10. Januar 1773) ⚭ Albert Siegmund von Seeguth-Stanisławski (* 10. August 1688; † 16. September 1768)
  • Peter August (* 7. Dezember 1697; † 22. Mai 1775), russischer Generalgouverneur
  • Sophie Henriette (* 18. Dezember 1698; † 9. Januar 1768) ⚭ Albrecht Christian Burggraf von Dohna-Schlobitten-Leistenau (* 3. September 1698; † 3. Mai 1752)
  • Charlotte (* 15. März 1700; † 19. Juli 1785), Äbtissin in Quedlinburg

Siehe auch

Literatur

Commons: Friedrich Ludwig (Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
VorgängerAmtNachfolger
Friedrich Wilhelm I.Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck
1719–1728
Friedrich Wilhelm II.